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Landkreis unterstützt Schulen bei der Integration jugendlicher Neuzuwanderer – Im Rahmen des Peer-Group-Projekts „Neustart“ betreuen Schülerinnen und Schüler gleichaltrige Flüchtlingskinder

(Pressemitteilung 408/2015 vom 22.10.2015)

Marburg-Biedenkopf – Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat ein Peer-Group-Projekt mit dem Namen „Neustart“ zur Unterstützung der Integration von kürzlich angekommenen Flüchtlingskindern ins Leben gerufen. Gleichaltrige Schülerinnen und Schüler an den Schulen im Landkreis sollen die Kinder und Jugendlichen aus dem Ausland während der Schulzeit betreuen und sie in die alltäglichen Abläufe einführen. Zur Unterstützung werden die pädagogischen Fachkräfte der Schulsozialarbeit, aber auch die Lehrer benötigt, um eine möglichst schnelle Integration der jungen Flüchtlinge zu gewährleisten.

Neu eingewanderte Flüchtlingskinder verfügen in der Regel über eine alles andere als optimale Ausgangslage an den deutschen Schulen: Sie fühlen sich oftmals fremd in Wohnort und Schule, haben noch keine Freunde, beherrschen die deutsche Sprache bislang nicht ausreichend und sind häufig von der Flucht traumatisiert. Durch den starken Zuzug junger Menschen, auch in den Landkreis Marburg-Biedenkopf, sind die Schulen und Jugendhilfen vor große Herausforderungen gestellt. Deshalb will der Landkreis die Schulen durch das Patenschaftsprojekt „Neustart“ dabei unterstützen, den Kindern und Jugendlichen das Ankommen und Zurechtfinden in ihrem neuen Lebensumfeld inklusive der Schule zu erleichtern.

„Neustart ist als Peer-Group-Projekt ausgerichtet und greift auf die erfolgreichen Ansätze in anderen Bereichen zurück, dass Gleichaltrige eine größere Nähe untereinander haben, als Erwachsene zu Jugendlichen. Deshalb sollen Jugendliche neuzugewanderte Jugendliche beispielsweise bei dem Kennenlernen des Schulalltags unterstützen, in der Schulpause begleiten und auch dabei helfen, in der Freizeit sich an Aktivitäten der Jugendarbeit und Vereinen zu beteiligen“, so Landrätin Kirsten Fründt.

Gleichaltrige, die als sogenannte „Peers“ die Aufgabe eines Starthelfers für die neuen Schülerinnen und Schüler übernehmen, erhalten zusätzliche Unterstützung. „Diese kann über die vom Landkreis im Rahmen der Jugendhilfe finanzierte Schulsozialarbeit an der jeweiligen Schule durch eine Aufstockung der zugewiesenen Schulsozialarbeitsstunden erfolgen. Die pädagogischen Fachkräfte stehen den schulischen Starthelfern bei Fragen zur Verfügung und organisieren in regelmäßigen Abständen einen Austausch“, erklärt Uwe Pöppler, der Leiter des Fachbereichs Familie, Jugend und Soziales.

Auch Voraussetzung für ein Gelingen des Projekts „Neustart“ ist das aktive Mitwirken der entsprechenden Klassenlehrer. Sie müssen die Schulsozialarbeiter bei der Umsetzung der Starthilfe sowie die Gewinnung von Schülern als Begleiter unterstützen und mit dafür sorgen, dass sich diese Form der Willkommenskultur im Schulalltag verankert. Denn auch die jugendlichen Starthelfer profitieren von dem Vorhaben: Durch ihre Aufgabe eignen sie sich wichtige Schlüsselqualifikationen für ihre Zukunft an, wie beispielsweise eine interkulturelle Kompetenz, Konflikt- oder auch Kommunikationsfähigkeit.

Mittlerweile haben schon einige Schulen im Landkreis Marburg-Biedenkopf auf die Möglichkeiten der Unterstützung im Rahmen des Projekts „Neustart“ zurückgegriffen. Interessierte allgemeinbildende Schulen ab Sekundarstufe I können sich an Siegfried Heppner vom Fachbereich Familie, Jugend und Soziales des Kreises wenden. Telefon: 06421 405-1685, E-Mail: heppners@marburg-biedenkopf.de

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