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Fahrradkurs soll Frauen mehr Eigenständigkeit, Selbstvertrauen und Mobilität geben – Gemeinschaftsprojekt in Stadtallendorf leistet wichtigen Beitrag zur Integration

(Pressemitteilung 408/2013 vom 28. Oktober 2013)

Marburg-Biedenkopf – Frauen mit und ohne Migrationshintergrund können nun in Stadtallendorf Fahrrad fahren lernen, um mobiler und damit selbständiger zu werden. Die Frauen hatten in ihrer Kindheit aus unterschiedlichen Gründen möglicherweise keine Gelegenheit, das Fahren auf zwei Ränder zu lernen oder sie haben schon seit vielen Jahren kein Fahrrad mehr benutzt und ihre Sicherheit verloren. Jetzt haben sie ihren Mut zusammen genommen und sich bei dem Kurs, der vom Sportkreis Marburg-Biedenkopf, dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und dem Programm „Integration durch Sport“ der Sportjugend Hessen organisiert wird, in der Stadtallendorfer Jugendverkehrsschule angemeldet.

Das Projekt hört sich banal an. Der Hintergrund ist jedoch, dass das Fahrrad für viele Frauen aus dem muslimischen Kulturkreis kein traditionelles Fortbewegungsmittel ist, viele Frauen haben das Fahrradfahren also nicht gelernt. In zehn Übungseinheiten stehen Gleichgewichtsübungen, Kräftigungsübungen, „Laufradeln“, sicheres Aufsteigen und Anfahren, Lenken und Ausweichen, Schalten, Bremsen und Absteigen auf dem Programm des Kurses. Weiterhin werden die wichtigsten Verkehrsregeln ebenso wie das Wissen darüber, wie ein Fahrrad funktioniert, vermittelt. Dabei können die Frauen auch den Fahrrad-Führerschein erwerben. Und zum Abschluss ist ein gemeinsamer Fahrradausflug geplant. Geleitet wird der Kurs von Polizeioberkommissar Hubert Alexander von der Jugendverkehrsschule des Polizeipräsidiums Mittelhessen und von Sportlehrerin Bedra Nurrenklidağ. Gemeinsam wollen sie die Frauen spielerisch anleiten und ihnen den Spaß am Fahrradfahren vermitteln.

Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern und der Sportkreisvorsitzende Jürgen Hertlein freuen sich über das rege Interesse. „Die Frauen werden so mobiler und wer mobil ist, bleibt in Kontakt mit anderen und kann intensiv am sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben teilnehmen“, betonte Dr. McGovern bei der Vorstellung des Projekts am Montag in Stadtallendorf. Auch der gesundheitliche Aspekt sei dabei wichtig: Radfahren bedeute auch gesünder zu leben, weil Radfahren das Herz-Kreislauf-System stärke und die Gelenke schone.

Vorbereitet wurde das Fahrrad-Projekt in Stadtallendorf von Sportscout Zehra Demir vom Sportkreis Marburg-Biedenkopf zusammen mit Claus Schäfer vom Büro für Integration des Landkreises, der Kooperationspartnerin Brigitte Hermann, Regionalkoordinatorin vom Programm Integration durch Sport der Sportjugend Hessen und Hubert Alexander von der Jugendverkehrsschule des Polizeipräsidiums Mittelhessen. Unterstützt wird es auch von Ulis Radshop.

Organisatorin Zehra Demir freut sich auch über die Unterstützung aus der Bevölkerung, die Fahrräder für den Kurs wurden nach einem Aufruf in der Presse von Privatleuten gespendet.

Zum Projekt-Start am Montag in der Jugendverkehrsschule waren auch Dr. Thomas Weyrauch von der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge aus Gießen und der Landeskoordinator des Programms „Integration durch Sport“, Frank Eser aus Frankfurt nach Stadtallendorf gekommen. Für sie steht der integrative Aspekt des Kurses im Vordergrund. „Solche Kurse sind immer etwas Besonderes. Das Selbstvertrauen wird gestärkt und die Frauen können sich selbständiger in der Gesellschaft bewegen.“

Das Projekt Sportscout wird über das Modellprojekt "Bürgerarbeit" gefördert. Das Modellprojekt "Bürgerarbeit wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finanziert.

Hier können Sie sich den Flyer herunterladen.

Der Fahrradsattel muss in der richtigen Höhe eingestellt sein, um ein Fahrrad sicher fahren zu können. Polizeioberkommissar Hubert Alexander hilft beim Einstellen.  Foto: Landkreis

Der Fahrradsattel muss in der richtigen Höhe eingestellt sein, um ein Fahrrad sicher fahren zu können. Polizeioberkommissar Hubert Alexander hilft beim Einstellen. 

Polizeioberkommissar Hubert Alexander und Sportlehrerin Bedra Nurrenklidağ (rote Jacke) leiten den Kurs und bringen den Teilnehmerinnen spielerisch das Fahrradfahren bei. Foto: Landkreis

Polizeioberkommissar Hubert Alexander und Sportlehrerin Bedra Nurrenklidağ (rote Jacke) leiten den Kurs und bringen den Teilnehmerinnen spielerisch das Fahrradfahren bei.

 Zum Auftakt stellten sich die Organisatoren mit den Teilnehmerinnen zum gemeinsamen Gruppenbild.


Erfolgreicher Projektstart: Hintergrund ist, dass das Fahrrad für viele Frauen aus dem muslimischen Kulturkreis kein traditionelles Fortbewegungsmittel ist, viele Frauen haben das Fahrradfahren also nicht gelernt. In zehn Übungseinheiten stehen Gleichgewichtsübungen, Kräftigungsübungen, „Laufradeln“, sicheres Aufsteigen und Anfahren, Lenken und Ausweichen, Schalten, Bremsen und Absteigen auf dem Programm des Kurses. Zum Auftakt stellten sich die Organisatoren mit den Teilnehmerinnen zum gemeinsamen Gruppenbild.
Fotos: Landkreis

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