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Gemeinsame Pressemitteilung der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda und des Landkreises Marburg-Biedenkopf: Neuorganisation des Mülltransports im Kreis reduziert Lkw-Verkehr um ein Drittel, schont die Umwelt und spart Geld – Neue Umschlaghalle und neue Lastwagen an der Müllumladestation in Wehrda
(Pressemitteilung Nr. 404/2012 vom 12.10.2012)
Marburg-Biedenkopf – „Gut für die Umwelt und den Geldbeutel“ – unter diesem Motto wurden die Hausmülltransporte im Landkreis Marburg-Biedenkopf jetzt neu organisiert. Alles, was im Landkreis in den grauen Restmülltonnen landet, kommt nach der Einsammlung zunächst zur Müllumladestation in Marburg-Wehrda. Dort sorgt die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF) dafür, dass die Abfälle umgeladen und zu der jeweiligen Entsorgungsanlage transportiert werden.

Bis Ende 2000 erfolgte der Abtransport des Hausmülls überwiegend über die Schiene. Zu Beginn der 1990er-Jahre waren das immerhin noch rund 50.000 Tonnen pro Jahr. Mit dem Ausbau der getrennten Sammlung von Altpapier, Bioabfällen, Altglas und Verpackungsabfällen nahmen die Menge des Hausmülls und damit auch die per Bahn zu transportierende Menge allerdings deutlich ab. Die Bahntransporte wurden hierdurch zunehmend unwirtschaftlich und bei der im Jahr 2000 durchgeführten Ausschreibung waren die Straßentransporte pro Jahr rund 360.000 Euro günstiger.

Bis heute wurde der Hausmüll daher über die Straße zu den Entsorgungsanlagen transportiert. Seit 2005 ist das Müllheizkraftwerk Kassel Partner der beiden Landkreise und übernimmt deren Hausmüll.

Derzeit kommen aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf noch rund 28.400 Tonnen Hausmüll pro Jahr, die auf der Müllumladestation Marburg-Wehrda in Großcontainer umgeladen und im Anschluss nach Kassel gefahren werden. Bei jedem Transport mit Großcontainern rollen 17 Tonnen Hausmüll über die Straße. Auf das Jahr hochgerechnet sind also 1.670 Fahrten nach Kassel erforderlich.

Laut Winfried Becker, der als Erster Kreisbeigeordneter des Schwalm-Eder-Kreises auch Vorstands-Vorsitzender der ALF ist, wird sich die Anzahl der Fahrten in Zukunft deutlich auf rund 1.100 pro Jahr reduzieren. Möglich wird dies durch den Bau einer neuen Umschlaghalle, die jetzt auch eine Beladung von Sattelaufliegern mit Schubboden – sogenannten „walking-floor“ Fahrzeugen zulässt. Die neuen Fahrzeuge können bei gleichem Gesamtgewicht jetzt rund 25 Tonnen Hausmüll und damit ca. 1/3 mehr als die aktuell eingesetzten Containerfahrzeuge laden. Die Bauarbeiten für die neue Halle begannen im Februar. Ende August konnte die rund 900.000 Euro teure Anlage in Betrieb genommen werden.

Die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda hat aber nicht nur in den Neubau der Halle investiert, sondern den eigenen Fuhrpark auch noch um einen Radlader und zwei Sattelzugmaschinen erweitert. Damit können jetzt auch die Hausmülltransporte von Marburg nach Kassel vom Verband selbst durchgeführt werden.

Dass sich die Investitionen unter dem Strich rechnen werden, steht für den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Landrat Robert Fischbach schon jetzt fest. „Wir haben bereits vier Jahre Erfahrungen bei den Hausmülltransporten von Wabern nach Kassel gesammelt und wissen, dass dies mit eigenem Personal und Fuhrpark nicht nur funktioniert, sondern letztendlich auch günstiger ist“, erklärt Fischbach.

Pro Jahr rechnet der Verband mit Kosteneinsparungen von rund 90.000 bis 100.000 €. „Der Bau der Müllumschlaghalle hat sich betriebswirtschaftlich somit nach rund neun bis zehn Jahren amortisiert, die Reduzierung des Transportaufkommens auf der B 3 beginnt allerdings sofort“, freut sich der Landrat.


Daten & Fakten
Abfallwirtschaft Lahn-Fulda
Die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF) ist ein Zweckverband der Landkreise Marburg-Biedenkopf und Schwalm-Eder. Die ALF hat die abfallwirtschaftlichen Aufgaben der Landkreise übernommen und betreibt seit 2011 mit 65 Beschäftigten verschiedene Entsorgungsanlagen in beiden Kreisen.

Bau der Umschlaghalle auf der Müllumladestation Marburg-Wehrda:
1. Zeitplan
2009    Vorplanungen mit interner Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
2011    Genehmigungsantrag
2012    Genehmigung durch das Regierungspräsidium Gießen
Februar 2012  Baubeginn
August 2012  Fertigstellung

 

Winfried Becker, Vorstandsvorsitzender der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda und Erster Kreisbeigeordneter des Schwalm-Eder-Kreises (re.) sowie Landrat Robert Fischbach (2. v. re.) stellten gemeinsam mit Mitgliedern des Vorstandes und Mitarbeitern der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda die Neuorganisation des Mülltransports mit neuen Sattelzug-Lastwagen (im Hintergrund) vor.
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Winfried Becker, Vorstandsvorsitzender der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda und Erster Kreisbeigeordneter des Schwalm-Eder-Kreises (re.) sowie Landrat Robert Fischbach (2. v. re.) stellten gemeinsam mit Mitgliedern des Vorstandes und Mitarbeitern der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda die Neuorganisation des Mülltransports mit neuen Sattelzug-Lastwagen (im Hintergrund) vor.

In der neu gebauten Halle können die neuen Sattelauflieger mit größerem Fassungsvermögen von oben mit Radladern befüllt werden.
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In der neu gebauten Halle können die neuen Sattelauflieger mit größerem Fassungsvermögen von oben mit Radladern befüllt werden.

(Fotos: Landkreis)

 

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