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Inszenierte Gerichtsverhandlung und Ausstellungseröffnung im Rahmen des Grimm-Jahres im Landratsamt fand sehr großes Interesse – Hans Gottlob Rühle als „Hoher Richter“ musste über Märchen und Plagiate entscheiden
(Pressemitteilung Nr. 401/2012 vom 10.10.2012)
Marburg-Biedenkopf - Die Ausstellung mit dem Titel „GRIMMINALFALL Hänsel & Gretel, Hommage an William Wechsler“ der Künstlergruppe „DAS DRITTE AUGE“ zum Jubiläumsjahr „200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm“ fand sehr großes Interesse. Der große Tagungsraum im Landratsamt, in dem auch die Kreistagssitzungen stattfinden, war bis auf den letzten Platz belegt. Rund 200 Besucher wollten sehen, was es mit dieser Veranstaltung auf sich hatte.

In dem Stück von Kerstin Weiß, die sich auch als „Staatsanwältin“ einbrachte, ging es um zwei Anklagepunkte: Sowohl die Figuren des Märchens „Hänsel und Gretel“ (Diebstahl, Mundraub, Vortäuschen falscher Tatsachen etc.), als auch die Künstlerinnen und Künstler des „DRITTEN AUGES“ wurden wegen verschiedener Vergehen „angeklagt“. In der amüsanten und interessanten „Gerichtsverhandlung“ gefiel dem Publikum besonders Hans Gottlob Rühle, der mit seinen Kommentaren beeindruckte. In weiteren Rollen neben Kerstin Weiß, die überzeugend eine Staatsanwältin spielte, taten sich Bernd Wadenpfuhl als Verteidiger und Philipp Layer als Gerichtsdiener hervor. Während das Gericht sich zwischenzeitlich beriet, sangen Jana Degenbrodt und Sora Korkmaz den „Abendsegen“ aus der Oper Hänsel und Gretel.

Im zweiten Teil der Verhandlung ging es vereinfacht ausgedrückt darum, ob die Künstlergruppe „Das Dritte Auge“ ihre Exponate im Landratsamt ausstellen darf oder nicht. Sie wurden beschuldigt, Plagiate geschaffen zu haben. Schließlich stellte sich aber heraus, dass es keine Plagiate eines amerikanischen Künstlers sein konnten, da dieser nur eine fiktive Person in einem Roman spielt und gar nicht existiert. Unter großem Beifall wurden sowohl Hänsel und Gretel als auch die Künstler freigesprochen und die Ausstellung konnte durch den Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern eröffnet werden.

Dr. McGovern erläuterte, dass dies die erste Gerichtsverhandlung im Landratsamt war und erstmals gerichtlich darüber entschieden werden musste, ob nun eine Ausstellung in diesem Haus gezeigt werden dürfe oder nicht. Das sei sonst Sache des Kreisausschusses. Er verwies darauf, dass die Veranstaltung mit dem Titel „GRIMMINALFALL Hänsel & Gretel, Hommage an William Wechsler“ als Beitrag der Künstlergruppe „DAS DRITTE AUGE“ zum Jubiläumsjahr „200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm“ sei. Er bedankte sich bei den Künstlern und Schauspielern für die interessante Veranstaltung und den beiden Sängerinnen für den gesungenen „Abendsegen“.

Die Ausstellung mit Werken von Bernd Brust aus Marburg (Malerei, Objekte), Ursula Frohwein-Charissé aus Marburg (Malerei, Tiefdruck), Hilde Genz aus Biedenkopf (Keramische Plastiken), Miltraud Menzel-Kräling aus Beltershausen (Skulptur, Druckgrafik, Materialbilder), Michael Niemeyer-Milde aus der Gemeinde Lahntal (Skulptur, Installationen), Gisela Weiß aus Marburg und Amönau (Malerei, Radierung, Objekte) sowie Elke Willmund aus Wohratal (Plastiken, Objekte) kann noch bis zum 1. November 2012 während der üblichen Öffnungszeiten der Kreisverwaltung (Montag bis Donnerstag 7:00 bis 16:00 Uhr und Freitag 7:00 bis 14:00 Uhr) besichtigt werden.
 

Das Gericht zog sich zwischenzeitlich zur Beratung zurück: Kerstin Weiß (Staatsanwältin), Hans Gottlob Rühle (Hoher Richter) und Bernd Wadenpfuhl als Verteidiger. Foto: Landkreis

 

 

 

 

 

Das Gericht zog sich zwischenzeitlich zur Beratung zurück (v.l.n.r.): Kerstin Weiß (Staatsanwältin), Hans Gottlob Rühle (Hoher Richter) und Bernd Wadenpfuhl als Verteidiger.
Foto: Landkreis

 

Der Freispruch der Künstler wurde im voll besetzten großen Tagunsgraum des Landratsamtes mit großem Applaus  kommentiert. Foto: Landkreis

 

 

 

 

 

Der Freispruch der Künstler wurde im voll besetzten großen Tagunsgraum des Landratsamtes mit großem Applaus  kommentiert.
Foto: Landkreis

 

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