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Kontrolle der Notarzt-Protokolle durch den Landkreis abgeschlossen – Kreis hat rund 80 Notarzt-Einsätze überprüft – Behandlung in den meisten Fällen nach den Regeln der Notfallmedizin, offene Fragen in Einzelfällen

(Pressemitteilung Nr. 387/2012 vom 02.10.2012)

Marburg-Biedenkopf – Im Fall des mutmaßlich falschen Arztes, der im Landkreis Marburg-Biedenkopf auch als Notarzt eingesetzt wurde, ist die Überprüfung der Notarzt-Einsatzprotokolle durch den Ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes des Landkreises Marburg-Biedenkopf abgeschlossen. „Wir haben knapp 80 Protokolle aus den Jahren 2003 und 2004 kontrolliert. In den meisten Fällen wurden die Patienten nach den Regeln der Notfallmedizin behandelt. In Einzelfällen sind dabei jedoch Fragen aufgekommen, die jetzt einer weiteren Klärung bedürfen“, erläuterte der Ärztliche Leiter Dr. Erich Wranze-Bielefeld. „Wir sind sehr froh, dass nach bisherigem Erkenntnisstand kein Patient zu Schaden gekommen ist“, betonte Landrat Robert Fischbach.

Detailliertere Angaben zu den Fällen machte der Kreis aus Gründen des Datenschutzes und mit Hinweis auf mögliche weitere Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht.

„Wir haben die entsprechenden handschriftlichen Protokolle aus dieser Zeit sehr intensiv und kritisch überprüft. Die Ergebnisse sind also nach reiner Aktenlage zustande gekommen. Zur Klärung noch offener Fragen sind in sechs Einzelfällen jetzt weitere Prüfungen, Nachforschungen und Gespräche erforderlich“, erklärte Dr. Wranze-Bielefeld. Der Landkreis als Träger des Rettungsdienstes werde die fraglichen Fälle nun dem Universitätsklinikum übermitteln und in Zusammenarbeit mit dem Klinikum prüfen, ob durch die Behandlung des mutmaßlich falschen Arztes außerhalb des Krankenhauses tatsächlich Patienten geschädigt worden sind.
„Wir können mit den vorliegenden Protokollen nur den kurzen Zeitraum beurteilen, in dem der Rettungsdienst Kontakt zu Patienten hatte. Wie sich der Zustand der Patienten nach deren Übergabe an das Klinikum weiter entwickelt hat und ob durch die vorherige Behandlung im Rettungswagen Schäden entstanden sind, können wir anhand dieser Protokolle nicht erkennen. Deshalb leiten wir die entsprechenden Fälle an das Klinikum, damit der weitere Verlauf mit Hilfe der im Krankenhaus vorhandenen Unterlagen beurteilt werden kann“, erklärte der Mediziner.

Gleichzeitig sicherte der Landrat auch weiterhin ein transparentes Verfahren und enge Zusammenarbeit mit anderen betroffenen Institutionen und insbesondere auch mit den Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden zu. „Es geht jetzt darum, diesen Vorfall umfassend aufzuklären“, so Landrat Fischbach. Er ist sich gemeinsam mit dem Ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes darüber einig, dass sehr hohe Qualitätsstandards und vereinheitlichte Abläufe im Rettungsdienst in Kombination mit den nun vorhandenen organisatorischen Strukturen des Zentrums für Notfallmedizin am Universitätsklinikum und einer hochqualifizierten Ausbildung des Rettungsdienstpersonals derartige Vorfälle heute nach menschlichem Ermessen ausschließen.

Der mutmaßlich falsche Arzt, gegen sich die erhobenen Vorwürfe richten, war 2003 und 2004 vom Marburger Universitätsklinikum zum Notarztdienst eingeteilt worden, obwohl offenbar die Voraussetzungen dafür nicht vorgelegen hatten.
   

 

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