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Auf des Spuren eines kleinen Schmetterlings – Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling war Ziel einer Exkursion bei Oberhörlen

(Pressemitteilung 372/2016 vom 13.09.2016)

Marburg-Biedenkopf – Mit großem Interesse folgten die Teilnehmer der Schmetterlingsexkursion den Ausführungen des Experten Alexander Wenzel. Objekt der Neugierde waren die Raupen des etwa drei Zentimeter kleinen Schmetterlings mit dem Namen Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling, oder wissenschaftlich: Maculinea nausithous. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hatte in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Lahn-Dill-Bergland zu dieser Schmetterlingsexkursion ins FFH-Gebiet „Extensivgrünland bei Oberhörlen“ eingeladen.

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist eine nach EU-Recht geschützte Art, für die Deutschland, und insbesondere Hessen eine besondere Verantwortung trägt. „Sein Lebenszyklus ist so spannend wie ein Krimi“, erläuterte der Zoologe Alexander Wenzel. Viele Faktoren müssten zusammenspielen, um das Überleben des Falters zu gewährleisten. „Diese Faktoren spiegeln sich zum Teil schon in seinem Namen wieder: Zum einen benötigt er als Eiablagepflanze den Großen Wiesenknopf. In dessen Blütenköpfchen entwickelt sich die Raupe. Zum anderen benötigt er die Rote Knotenameise, die die Raupen in ihr Nest trägt. Dort überwintern sie als Parasiten“, erläuterte der Fachmann.

Aber noch ein weiterer Aspekt ist wesentlich für das Überleben des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings: die Landwirtschaft. Für die Erhaltung der Population sind die Nutzungszeitpunkte entscheidend. „Und damit wird deutlich, wie wichtig die Landwirtschaft für die Umsetzung naturschutzfachlicher Ziele ist“, so die Gebietsmanagerin Heidrun Hess-Mittelstädt. Auf freiwilliger Basis nehmen dort wirtschaftende Landwirte am Hessischen Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen(HALM) teil und treffen Vereinbarungen mit dem Land Hessen über Nutzungsintensität und Nutzungszeitpunkte. „Und so kommt es, dass dieses Gebiet zu einem der bedeutendsten Maculinea-Gebieten zählt“, freut sich Heidrun Hess-Mittelstädt.

Auch das nach der hessischen Roten Liste vom Aussterben bedrohte Braunkehlchen als Wiesenbrüter profitiert von der extensiven landwirtschaftlichen Nutzung. „Auch in diesem Jahr konnten wieder mehre Bruten erfolgreich aufgezogen werden, berichtete Erich Sänger von Naturpark Lahn-Dill-Bergland.

Hintergrund:

Mit der EU-Richtlinie zum Schutz von Tieren-Pflanzen und ihrer Lebensräume (FFH= Fauna-Flora-Habitate) hat die EU alle Mitgliedsstaaten verpflichtet, Schutzgebiete von überregionaler Bedeutung für den Naturschutz auszuweisen. Zusammen mit den europäischen Vogelschutzgebieten stehen die FFH-Gebiete für Natura 2000. Ziel ist der Aufbau eines zusammenhängenden Netzes von Schutzgebieten auf europäischer Ebene. Die Mitgliedsstaaten haben dafür Sorge zu tragen, dass die für die Ausweisung maßgebenden Schutzgüter durch geeignete Maßnahmen einen guten Erhaltungszustand aufweisen. In Hessen wurde diese Aufgabe von den Regierungspräsidien auf die Landkreise übertragen.

Mit großem Interesse folgten die Teilnehmer der Schmetterlingsexkursion den Ausführungen des Experten Alexander Wenzel. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Mit großem Interesse folgten die Teilnehmer der Schmetterlingsexkursion den Ausführungen des Experten Alexander Wenzel.

(Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Dieser kleine Schmetterling war das Ziel der Exkursion: Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling – eine geschützte Art. (Foto: Heidrun Hess-Mittelstädt/Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Dieser kleine Schmetterling war das Ziel der Exkursion: Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling – eine geschützte Art.

(Foto: Heidrun Hess-Mittelstädt/Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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