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Von „Einzelkämpfern“ zu einem erfolgreichen Netzwerk – „Runder Tisch Integration“ des Landkreises Marburg-Biedenkopf feiert zehnjähriges Bestehen

(Pressemitteilung 371/2014 vom 07.10.2014)

Marburg-Biedenkopf – Im Saal der Richtsberggemeinde, einem bedeutsamen Zentrum des kulturell vielfältigen Marburger Stadtteils, hat der „Runde Tisch Integration“ des Landkreises Marburg-Biedenkopf sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Was als ein Treffen von einzelnen Gleichgesinnten im gleichen Gebäude im September 2004 begann, entwickelte sich zu einem erfolgreichen Netzwerk der Integrationsarbeit im Landkreis, das jetzt bereits mehr als 100 verschiedene Organisationen umfasst.

Seitdem hat das Büro für Integration des Landkreises Marburg-Biedenkopf jährlich im Schnitt fünf Treffen des „Runden Tisches Integration“ geplant, organisiert und veranstaltet. Die Treffen dienen dem Austausch von Informationen und Erfahrungen, die Beteiligten stellen neue Ideen und Projekte vor und beraten sie oder erörtern Probleme in der Arbeit und suchen gemeinsam nach Lösungen dafür.

Bei der Tagung „Leben und Arbeiten in Vielfalt – Horizonte erweitern, Integration fördern“ von Arbeit und Bildung vor mehr als zehn Jahren wurde das Bedürfnis deutlich, sich auszutauschen und mit Anregungen und Ideen gegenseitig zu unterstützen. Viele hätten sich damals in ihrem jeweiligen Arbeitsfeld als Einzelkämpfer gefühlt, wie es Dr. Eckhardt Koch, Migrations-Beauftragter der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Marburg in seinem Rückblick auf den Punkt brachte. Der Austausch mit Gleichgesinnten bei den regelmäßigen Treffen sei für ihn bis heute sehr wichtig.

Die über 80 Gäste aus Politik und den verschiedenen Zusammenhängen der Integrationsarbeit machten die Jubiläumsfeier des Runden Tisches Integration zu einem lebendigen Fest. So nutzten nicht nur viele Gäste den Abend, um sich mit älteren wie jüngeren Mitgliedern des Runden Tisches auszutauschen, sondern auch um bei fröhlicher Musik und einem köstlichen Buffet gemeinsam zu feiern.

Ganz im Zeichen der Freude über die gelungene Vernetzung von Mitgliedern aus Politik, Verwaltung, Bildungsinstitutionen, freien Trägern, Vereinen und weiteren interessierten Bürgerinnen und Bürgern begann das Abendprogramm mit der Eröffnung des vom Islamischen Kulturverein Hadara zubereiteten Buffets mit zahlreichen arabischen Spezialitäten. Musikalisch begleitet wurde die kulinarische Eröffnung von Schülerinnen der Musikschule „Modern-R“ von Rudolf Mahmudow.

Die folgenden Grußworte waren so vielfältig wie die Mitglieder des Runden Tisches. Marian Zachow, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Marburg-Biedenkopf, lobte die bisherige Arbeit des Runden Tisches: „Die Vernetzung funktioniert so gut und selbstverständlich, dass man denken kann, heute wird bereits das 25-jährige Bestehen des Runden Tisches gefeiert.“ In seinem Ausblick stellte er sowohl den angestoßenen Prozess der Interkulturellen Öffnung der Verwaltung als auch die Integration von Flüchtlingen als bedeutsame Handlungsfelder heraus.

Oberbürgermeister Egon Vaupel und Bürgermeister Franz Kahle betonten, dass der Runde Tisch Integration, der Mitglieder aus Stadt und Landkreis zusammenbringt, auch in Zukunft von hoher Bedeutung sei, da Integration kein Selbstläufer sei und die Ausprägung einer solidarischen Gesellschaft weiterhin Anstöße brauche. Der Kreistagsvorsitzende Detlef Ruffert begrüßte das Engagement der Anwesenden, die maßgeblich dazu beitrügen, Integration als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verankern. Said Shahtout, Vorsitzender von Hadara e.V., verwies auf das vielfältige ehrenamtliche Engagement im Bereich der Integration und damit auf den wichtigen Beitrag der am Runden Tisch Integration beteiligten Vereine. Shérif Korodowou, Stellvertretender Vorsitzender des Ausländerbeirats Marburg, bekräftigte das einhellige Resümee, dass sich – auch als Ergebnis erfolgreicher Arbeit des Runden Tisches Integration – im Hinblick auf die gesellschaftliche Teilhabe von Eingewanderten in den vergangenen Jahren Vieles verbessert habe. Gleichwohl sei aber auch künftig ein breites Engagement in diesem Bereich unabdingbar.

Der Leiter des Büros für Integration des Landkreises Marburg-Biedenkopf, Claus Schäfer, Hauptorganisator des Runden Tisches Integration und Moderator des Abends schloss die Begrüßungsrunde mit kurzen Einblicken in die Entstehungsgeschichte des Runden Tisches Integration ab. „Diese Vernetzung hat sich als notwendig und nützlich erwiesen“, betonte er. Anschließend lud er weitere Gäste auf das Podium, um sowohl deren persönliche Eindrücke in ihrem Rückblick auf zehn Jahre Austausch und Vernetzung zu schildern als auch den Ausblick auf zukünftige Herausforderungen anzuregen.

Dabei wies Christian Meineke, Integrationsbeauftragter der Stadt Marburg, auf die gute Zusammenarbeit der Einrichtungen in der Stadt Marburg und im Landkreis hin und freute sich über die vielen entstandenen Kooperationen. Evelyne Rösser, Mitarbeiterin des Fachbereichs Familie, Jugend und Soziales des Landkreises Marburg-Biedenkopf, erinnerte sich dabei vor allem an die Lebendigkeit und Offenheit des Runden Tisches und wünschte sich für die Zukunft eine stetige Vergrößerung der Runde. Mit diesem Ausblick schloss auch Bilal El-Zayat, Vorsitzender der Islamischen Gemeinde Marburg, der die Notwendigkeit unterstrich, dass Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt aus der gesamten Gesellschaft kommen sollte.

Im Saal der Richtsberggemeinde hat der „Runde Tisch Integration“ des Landkreises Marburg-Biedenkopf sein zehnjähriges Bestehen gefeiert.

Im Saal der Richtsberggemeinde hat der „Runde Tisch Integration“ des Landkreises Marburg-Biedenkopf sein zehnjähriges Bestehen gefeiert.

Akteure des Rundes Tisches und Gäste der Feier stellten sich gemeinsam zu einem Gruppenbild.

Akteure des Rundes Tisches und Gäste der Feier stellten sich gemeinsam zu einem Gruppenbild.
 
(Fotos: Peter Geiger im Auftrag des Landkreises Marburg-Biedenkopf)

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