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(Pressemitteilung Nr. 372/2013 vom 30.09.2013)

Marburg-Biedenkopf – Das Exponat des Monats Oktober hat Wilhelm F. Hundsdörfer aus Kirchhain dem Hinterlandmuseum im Schloss Biedenkopf gestiftet. Es ist eine Schuhschnalle, die vermutlich aus dem 19. Jahrhundert stammt. Die Schuhschnallen dieser Zeit waren aus Messing. Sie wurden von dem eigenen Handwerk der Schnallengießer und Schnallenmacher hergestellt.

Die Schnalle ist in der Grundform quadratisch mit einem rechteckigen Loch und funktionierte wie eine Gürtelschnalle. In der Rahmenmitte ist auf einem dünnen eisernen Stift beweglich angebracht ein Halbmond aus Eisenblech zur Befestigung der Schnalle im Schuh, auch „Herz“ genannt. Auch auf dem Stift aufgezogen ist der Dorn, auch „Zunge“ genannt. Der Dorn fixierte die durch die Schnalle gezogene lederne Riemenzunge, die ebenfalls verziert war und als „Ohr“ bezeichnet wurde. Die Schnallen waren gewölbt und passten sich damit dem gewölbten Spann des Fußes an. Bei der Exponatschnalle ist die Wölbung in der Mitte 1,2 Zentimeter hoch.

In der Mitte der Rahmenseiten sind rechteckige Kupferauflagen aufgelötet. Am Widerlager des Dorns fehlte die Auflage. Neben Resten von Lötzinn sind dort auch mechanische Gebrauchsspuren des Dorns zu finden. Weitere Kupferauflagen waren vermutlich an allen vier Ecken aufgelötet. Diese dreieckigen Auflagen sind an nur einer Ecke erhalten. An zwei weiteren Ecken erkennt man nur noch die ausgesparten Auflageflächen mit Resten von Lötzinn. An der vierten Ecke sind weder Aussparung noch Auflage zu erkennen. Der Rahmen der Schnalle wurde vermutlich mit zwei Formenstempeln gepunzt: Das erste Motiv ist ein Vierstern mit von der Mitte ausgehenden doppelten Strahlen in einem gewundenen Girlandenrand. Das zweite Motiv zeigt vier runde, je zwei Millimeter große Vertiefungen, ähnlich den vier Augen eines Würfels, die mit einer Linie umrandet sind.

Diese Schuhschnallen wurden auf dem Hinterländer althessischen Bauernschuh getragen und im Sprachgebrauch auch „Rinke“ (wahrscheinlich von Rink = Ring herrührend) genannt. Der Beruf des Schnallenmachers hieß in Biedenkopf „Rinkemacher“. Eine Bezeichnung, die noch lange Zeit von älteren Leuten auf die Nachkommen eines solchen Biedenkopfer Handwerkers angewendet wurde.

Nach Angaben des Stifters fand seine Mutter die Schuhschnalle vor etwa vierzig Jahren auf dem Dachboden ihres damaligen Hauses in der Stadtgasse in Biedenkopf. Noch 1938 befand sich in diesem Haus eine Schuhmacherei.

Im Hinterlandmuseum können Besucher jeden Monat ein Exponat besichtigen, das üblicherweise im Depot gelagert ist und sonst nur zu passenden Sonderausstellungen gezeigt werden kann (Öffnungszeiten: 1. April bis 15. November, dienstags bis sonntags: 10 bis 18 Uhr).

Eine Schuhschnalle - vermutlich aus dem 19. Jahrhundert - ist das Exponat des Monats Oktober. (Foto: Landkreis)

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Eine Schuhschnalle - vermutlich aus dem 19. Jahrhundert - ist das Exponat des Monats Oktober. (Foto: Landkreis)



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