Link auf das Hauptmenü Link auf die Untermenüpunkte Link auf Inhaltsbereich
Fachtagung „Frühe Hilfen“ fand im Landratsamt statt – Frühe Hilfen sind ein wichtiger Schlüssel, um die Chancen von Eltern und Kindern für eine gesellschaftliche Teilhabe zu verbessern

(Pressemitteilung 365/2013 vom 02.10.2013)

Marburg-Biedenkopf – Unter dem Stichwort „Frühe Hilfen“ werden zahlreiche Angebote zusammengefasst, die der Landkreis Marburg-Biedenkopf selbst (unter anderem in Zusammenarbeit mit der Universitätsstadt Marburg und anderen Trägern) Schwangeren und jungen Familien macht. Im Landratsamt fand jetzt eine Tagung dazu statt, zu der 110 Fachkräfte kamen, die mit Kindern, Jugendlichen und Familien arbeiten.

Mit der Fachveranstaltung wollte der Landkreis fachgebietsübergreifend seine Angebote im Bereich der Frühen Hilfen vorstellen und zur Weiterentwicklung von Netzwerken beitragen. Denn entscheidend für die Umsetzung früher Hilfen ist eine enge Vernetzung und Kooperation von Institutionen und Angeboten aus den Bereichen der Schwangerschaftsberatung, des Gesundheitswesens, der interdisziplinären Frühförderung, der Kinder- und Jugendhilfe und weiterer sozialer Dienste.

„Mit seinem Engagement im Bereich der Frühen Hilfen steht der Landkreis Marburg-Biedenkopf nicht erst am Anfang, sondern verfügt bereits über zahlreiche Angebote. Frühe Hilfen, das sind lokal und regional koordinierte Hilfsangebote für Eltern und Kinder ab Beginn der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren des Kindes. Mit Hilfe von früher Unterstützung und Begleitung von Eltern soll eine gelingende Lebens- und Bildungsbiografie von Kindern gefördert werden“, erläuterte Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern. Dabei böten ‚Frühe Hilfen’ Unterstützung im Alltag und förderten die Beziehungs- und Erziehungskompetenz von Schwangeren, Müttern und Vätern.

Im Bereich der Frühen Hilfen setzt sich immer mehr ein präventives Verständnis durch. Auch der Landkreis Marburg-Biedenkopf möchte mit seinen Angeboten im Bereich der Frühen Hilfen alle werdenden bzw. jungen Eltern beraten und begleiten, ohne vorherige Klassifizierung in `Risikofamilien’ und ‚Nicht-Risikofamilien’. „Unser erklärtes Ziel ist es, Familien und Kinder von Anfang optimal zu begleiten und nicht erst zu reagieren, wenn etwas passiert ist“, so Dr. McGovern.

Sei es durch die Unterstützung von zugewanderten Familien in Form einer aufsuchenden Elternschule oder durch das Beratungsangebot NULL bis SECHS, welches landkreisweit allen Eltern, Erzieherinnen oder Tagespflegepersonen mit Kindern zwischen null und sechs Jahren offen steht, der interdisziplinären Frühförder- und Beratungsstelle für Familien, die Unterstützung und Beratung suchen, weil sie sich Sorgen um die Entwicklung ihres Kindes machen oder dem Projekt Menschenskind, ein niedrigschwelliges Präventionsangebot aus einem Tandem von Hebammen und sozialpädagogischen Fachkräften sowie dem Projekt „StarKids“, ein Angebot für Kinder und Jugendliche, die mit einem pflegebedürftigen Elternteil bzw. Geschwisterkind aufwachsen. Im Bereich der Verwaltung sind Frühe Hilfen in die Jugendhilfe als praktisches Leistungsfeld und soziales Frühwarnsystem eingebettet.

In Kurzvorträgen wurden den Interessierten die zahlreichen Angebote, die der Landkreis Marburg-Biedenkopf, zum Teil in Zusammenarbeit mit der Universitätsstadt Marburg und anderen Trägern, Schwangeren und jungen Familien macht, vorgestellt. Das Hauptaugenmerk der Veranstaltung richtete sich aber darauf, zu verdeutlichen, dass frühe Hilfen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sind, zu der es vieler Akteure bedarf.

„Es gilt, ein starkes Netzwerk für Eltern und Kinder zu knüpfen, so dass kein Kind und keine Familie im Landkreis mehr durchs Netz fallen“, merkte Uwe Pöppler, Fachbereichsleiter Familie, Jugend und Soziales, an. Hierzu bedürfe es der Weiterentwicklung und des Ausbaus eines verbindlichen Netzwerkes zwischen dem Gesundheitswesen, dem Sozialwesen, der Kinder- und Jugendhilfe, den Schwangerschaftsberatungsstellen, weiteren Beratungsstellen und Institutionen für Familien und Kinder sowie der Justiz und der Polizei.

Aus Sicht des Landkreises sind alle Fachkräfte, die mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien arbeiten, sind eingeladen an diesem Prozess aktiv und tatkräftig mitzuwirken. Der Landkreis unterstützt und begleitet diesen Prozess durch die Koordinierungsstelle „Frühe Hilfen“ im Fachbereich Familie, Jugend und Soziales. Die Koordinierungsstelle bietet ein breites Wissensspektrum über die im Landkreis verfügbaren Hilfen und versteht sich als Lotse im Hilfesystem. Sie vernetzt die örtlichen Angebote mit dem Ziel einer möglichst frühen Hilfestellung für die Eltern, um so die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern frühzeitig und nachhaltig zu verbessern.

------------------------------------------------------------------------------------------------

Hintergrund – Übersicht über die einzelnen Angebote in diesem Bereich:

Menschenskind. Ein Angebot des Fachbereichs Gesundheit in Kooperation mit den Jugendämtern des Landkreises und der Universitätsstadt Marburg. Ein niedrigschwelliges Präventionsangebot aus einem Tandem von Hebammen und sozialpädagogischen Fachkräften.

NULL bis SECHS. Das Angebot des Landkreises in Trägerschaft des Kinderzentrums Weißer Stein Marburg-Wehrda e.V. bietet für Eltern, Kindertagestätten und Tagespflegepersonen eine präventive Beratung hinsichtlich Vorbeugung, Früherkennung und frühe Förderung für 0 bis 6-jährige an.

VIP-Verbund Integration und Prävention. Unterstützung von zugewanderten Eltern mit Kindern bis zu Einschulung durch eine aufsuchende Elternschule seitens des Büros für Integration mit dem Kinderzentrum Weißer Stein e.V..

STARkids. Ein Projekt des Landkreises in Zusammenarbeit mit dem Kinderzentrum Weißer Stein e.V. für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 14 Jahren, die mit einem pflegebedürftigen Elternteil bzw. Geschwisterkind aufwachsen.

Interdisziplinäre Frühförder- und Beratungsstelle. Eine Beratungsstelle für Familien, die Unterstützung und Beratung suchen, weil sie sich Sorgen um die Entwicklung ihres Kindes machen. Für Kinder bis zur Einschulung.

Allgemeiner Sozialer Dienst. Entwicklung passgenauer Hilfen des Jugendamtes zur Verbesserung bestehender Hilfsangebote, beispielsweise auch mit Familienhebammen.

Team Kindertagesbetreuung, Frühe Hilfen und Elternbildung. Koordination der Frühen Hilfen sowie Kindertagesbetreuung und Elternbildung als frühpräventive Angebote.

Tagung zum Thema "Frühe Hilfen" im Landratsamt in Marburg


Auf einer Tagung zum Thema "Frühe Hilfen" im Landratsamt in Marburg zeigten die Referenten auf, wie sinnvoll das Zusammenspiel unterschiedlicher Träger und Fachbereiche des Landkreises bei diesem Themenfeld sein kann (v.l.n.r.): Gisela Gerken (Fachbereich Gesundheit), Claus Schäfer (Stabsstelle Integration), Markus Brück (Kinderzentrum Weißer Stein), Christian Vos, Brigitta Opdenhövel (beide Fachbereich Familie, Jugend und Soziales), Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern, Uwe Pöppler (Fachbereich Familie, Jugend und Soziales) und Lisa Konur (Kinderzentrum Weißer Stein).
 
Tagung im Landratsamt zum Thema "Frühe Hilfen". Foto: Landkreis

Auf der Tagung zum Thema "Frühe Hilfen" im Landratsamt in Marburg konnten über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren, dass dass Zusammenspiel unterschiedlicher Träger und Fachbereiche des Landkreises bei diesem Themenfeld sehr hilfreich und effizient ist. Frühe Hilfen können auch bereits sehr zeitig bei möglichen Problemen ansetzen und Rahmen- und Ausgansbedingungen zum Teil deutlich verbessern.
Fotos: Landkreis Marburg-Biedenkopf

[ schliessen ]