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Unterstützung für Landesbehörden: Landkreis Marburg-Biedenkopf hält weiterhin den Betrieb im Flüchtlings-Camp in Stadtallendorf aufrecht – Vielfältige Hilfe durch haupt- und ehrenamtliches Personal des Kreises

(Pressemitteilung 363/2015 vom 18.09.2015)

Marburg-Biedenkopf – Mit vielfältigen Unterstützungsleistungen für das Land Hessen sorgt der Landkreis Marburg-Biedenkopf seit nunmehr fast einer Woche für einen reibungslosen Betrieb des Flüchtlings-Camps in Stadtallendorf. „Das Engagement des Kreises geht weit über den Einsatz der Katastrophenschutzkräfte hinaus“, sagte Landrätin Kirsten Fründt am Freitag in Marburg. Derzeit sind rund 675 Menschen in dem Camp untergebracht, darunter 177 Kinder. Die Menschen kommen aus 19 verschiedenen Nationen, die meisten von ihnen aus Syrien, aus Afghanistan und aus dem Irak. Der Betrieb in dem Camp läuft bislang ohne Probleme und ohne Zwischenfälle.

Gemeinsam mit der Stadt Stadtallendorf organisiert und koordiniert die Kreisverwaltung eine Vielzahl von logistischen Aufgaben und unterstützt das zuständige Gießener Regierungspräsidium (RP). Die Gießener Behörde ist seit Donnerstagnachmittag mit einigen Mitarbeitern in Stadtallendorf und wird das Camp jetzt Schritt für Schritt übernehmen. Bis dahin muss der Betrieb aber weiterhin organisiert werden, was der Kreis jetzt mit eigenen Mitarbeitern tut.  

„Ich habe am Dienstagabend den Verwaltungsstab des Kreises einberufen – insbesondere auch, um die ehrenamtlichen Kräfte, die seit dem vergangenen Wochenende im Einsatz sind, zu entlasten und die Arbeit des Krisenstabes des Katastrophenschutzes zu ergänzen“, teilte die Landrätin mit. Aus dem Verwaltungsstab heraus organisiert der Kreis für das RP die verwaltungsmäßige Struktur für das Camp, beschafft Waschmaschinen und Wäschetrockner, damit die Bewohnerinnen und Bewohner des Camps ihre Kleidung waschen können oder sorgt für weitere Duschmöglichkeiten.  

Unter der Woche waren Betreuungseinheiten des Katastrophenschutzes aus dem Vogelsbergkreis und dem Kreis Waldeck-Frankenberg in Stadtallendorf im Einsatz. Sie hatten die rund 600 Einsatzkräfte aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf abgelöst, die das Camp am vergangenen Wochenende aufgebaut, eingerichtet und einen Notbetrieb organisiert hatten.

„Der komplette Betrieb des Camps wurde zunächst von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des Katastrophenschutzes sichergestellt“, schilderte Kirsten Fründt. Dies könne aber keine Dauerlösung sein. Deshalb hatte der Kreis beim Land und beim RP immer wieder darauf gedrungen, nun schnellstmöglich eine Übernahme des Camps durch hauptamtliche Mitarbeiter des RP herbeizuführen. Gleichwohl werden an diesem Wochenende nochmals ehrenamtliche Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf dem RP unter die Arme greifen, damit den Bewohnern im Camp auch am Wochenende Hilfe und Betreuung zur Verfügung steht. „Wir haben dem RP klar gemacht, dass wir die Unterstützung mit ehrenamtlichen Einsatzkräften aber nur noch bis Sonntagabend garantieren können“, betonte die Landrätin.  

„Im Moment sind auch mehrere hauptamtliche Mitarbeiter des Kreisverwaltung nahezu dauernd vor Ort und koordinieren für das RP alles, was nötig ist“, so die Landrätin. Das reiche von der Abfallentsorgung und einem permanenten Reinigungsdienst über die Beschaffung von Containern für die Waschmaschinen und Trockner, die Beschaffdung von Verbrauchsmaterial und Treibstoff für Stromgeneratoren und Zeltheizungen, Hygieneartikeln bis hin zu Steckdosen oder Getränken. Zudem sorge der Kreis vorübergehend auch dafür, dass das Camp auch verwaltungstechnisch einschließlich einer Anbindung an Kommunikationsstrukturen wie Internet durch das RP gemanagt werden kann.  

Auch die Bundeswehr ist immer noch im Einsatz und sorgt für die Verpflegung der Menschen im Camp. „Die Unterstützung durch die Bundeswehr ist sehr wichtig und die Zusammenarbeit funktioniert reibungslos und völlig unkompliziert“, lobte die Landrätin die Arbeit der Soldatinnen und Soldaten.  

„Die Stadt Stadtallendorf hat mit Unterstützung einer Vielzahl verschiedener ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer außerdem die Ausstattung der Flüchtlinge mit sauberer Kleidung, die auch der Witterung angepasst ist, übernommen. Auch das klappt super“, stellte die Landrätin anerkennend fest.  

Was im Moment noch geklärt werden muss, ist die Frage, wo die Flüchtlinge mittelfristig untergebracht werden sollen. „Die Unterbringung von mehr als 650 Menschen in Zelten darf, auch angesichts des Wetters, keine Dauerlösung sein. Die zunächst vom Land geplante Nutzung von Hallen auf dem Gelände des ehemaligen Mobilmachungs-Stützpunktes der Bundeswehr ist aus unserer Sicht keine Option“, stellte die Landrätin fest. Fachleute des Kreises hätten sich diese Hallen angeschaut und seien zu dem Schluss gekommen, dass sie für die Unterbringung von Menschen völlig ungeeignet seien. Hier müsse das Land jetzt schnell eine Alternative aufzeigen, zum Beispiel in Form von festen Wohn-Containern.  

Eine solche Lösung soll jetzt, vorbehaltlich einer letzten technischen Prüfung durch das Land in Angriff genommen werden. Bei einem Vor-Ort-Termin am Freitagnachmittag hat das RP dem Kreis bestätigt, dass nun Wohncontainer beschafft und aufgestellt werden sollen. „Ich begrüße ausdrücklich, dass das Land jetzt diesen, auch von mir favorisierten Weg eingeschlagen hat“, teile die Landrätin mit.  

Sie dankte nochmals allen ehrenamtlichen Einsatzkräften des Katastrophenschutzes, die in der zurückliegenden Woche rund um die Uhr einen störungsfreien und reibungslosen Betrieb in der Zeltstadt organisiert und ermöglicht haben. „Was dort auf kommunaler Seite geleistet wurde, war erstklassig. Ohne diese hochmotivierten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer wäre diese Herausforderung nur sehr schwer zu lösen gewesen. Der Dank der Landrätin gilt auch den Arbeitgebern, die den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer erst möglich machen. „Mit diesem Verständnis leisten die Arbeitgeber einen wichtigen Beitrag“, betonte die Landrätin.  

Spenden und ehrenamtliche Unterstützungsangebote organisiert und koordiniert die Stadt Stadtallendorf. Ansprechpartner dort ist Markus Hader. Er ist telefonisch unter der Nummer 06428 707-330 erreichbar.

Konrad Bier (li.) und Aleksander Krähling gehören zu den hauptamtlichen  Mitarbeitern der Kreisverwaltung, die dem Regierungspräsidium Gießen beim  Betrieb des Flüchtlings-Camps in Stadtallendorf vorübergehend unter die  Arme greifen. Sie haben unter anderem mehrere Arbeitsplätze für die  Verwaltungsarbeiten direkt in Stadtallendorf eingerichtet.

Konrad Bier (li.) und Aleksander Krähling gehören zu den hauptamtlichen Mitarbeitern der Kreisverwaltung, die dem Regierungspräsidium Gießen beim Betrieb des Flüchtlings-Camps in Stadtallendorf vorübergehend unter die Arme greifen. Sie haben unter anderem mehrere Arbeitsplätze für die Verwaltungsarbeiten direkt in Stadtallendorf eingerichtet.

Auf dem Gelände des ehemaligen Mobilmachungsstützpunktes des Bundeswehr  sollen jetzt Wohn-Container für die Flüchtlinge aufgebaut werden.

Auf dem Gelände des ehemaligen Mobilmachungsstützpunktes des Bundeswehr sollen jetzt Wohn-Container für die Flüchtlinge aufgebaut werden.

Seit dem vergangenem Wochenende stehen unweit der Stadtallendorfer  Herrenwaldkaserne fast 60 Zelte. Mehr als 670 Flüchtlinge sind dort bislang  notdürftig untergebracht. Auch an diesem Wochenende halten wieder  ehrenamtliche Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes den Betrieb in dem  Camp aufrecht. Das zuständige Regierungspräsidium Gießen wird das Camp  jetzt Schritt für Schritt mit eigenem Personal übernehmen.

Seit dem vergangenem Wochenende stehen unweit der Stadtallendorfer  Herrenwaldkaserne fast 60 Zelte. Mehr als 670 Flüchtlinge sind dort bislang  notdürftig untergebracht. Auch an diesem Wochenende halten wieder  ehrenamtliche Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes den Betrieb in dem  Camp aufrecht. Das zuständige Regierungspräsidium Gießen wird das Camp  jetzt Schritt für Schritt mit eigenem Personal übernehmen.


(Fotos: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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