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Rechtliche Vorsorge und Betreuung sollte frühzeitig bedacht werden! – Bürgersprechstunden des S.u.B. ab September in 14 Städten und Gemeinden im Landkreis Marburg-Biedenkopf
(Pressemitteilung Nr. 355/2012 vom 11.09.2012)
Marburg-Biedenkopf – „Es kann Menschen jeden Alters sehr schnell passieren, dass sie auf Hilfe und Betreuung angewiesen sind. Zum Beispiel ein Unfall, eine plötzliche Erkrankung oder ein Demenzschub, können dazu führen, dass man plötzlich Entscheidungen nicht mehr alleine treffen kann. Viele Menschen möchten verständlicherweise über eine solche einschneidende, persönliche Situation nicht nachdenken und doch möchte jeder, dass im Ernstfall so weit wie möglich die eigenen Vorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse Berücksichtigung finden. Diese Selbstbestimmung in gesunden Zeiten ist durch Erklärungen wie Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung möglich“, sagte Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern bei einem Pressetermin in Münchhausen.

In diesem Zusammenhang lobte er besonders die Arbeit des Marburger Vereins für Selbstbestimmung und Betreuung e. V. (S.u.B.), der jetzt ab September 2012 sein Beratungsangebot auf nunmehr 14 Städte und Gemeinden im Landkreis ausweitet. Das sind die Städte und Gemeinden Amöneburg, Cölbe, Ebsdorfergrund, Fronhausen, Kirchhain, Lahntal, Lohra, Münchhausen, Neustadt, Rauschenberg, Stadtallendorf, Weimar, Wetter und Wohratal. Bislang war der Verein in den Gemeinden Ebsdorfergrund, Fronhausen, Rauschenberg, Stadtallendorf und Wetter präsent. Der Betreuungsverein S.u.B und die Betreuungsbehörde des Landkreises haben dieses Vorortangebot gemeinsam initiiert.

Münchhausen Bürgermeister Peter Funk sieht das ähnlich: „Für eine Gemeinde wie Münchhausen ist das ein gutes und hilfreiches Angebot, denn viele Fragen zur rechtlichen Betreuung und Vorsorge können nun auch einmal monatlich direkt in den Gemeinden geklärt werden. Das ist ein Thema, mit dem man sich nicht erst auseinandersetzen sollte, wenn eine Erkrankung erkannt wird, sondern schon präventiv!“

„Private Vorsorge und bürgerschaftliches Engagement haben einen sehr hohen Stellenwert und sind angesichts der demografischen Entwicklung unverzichtbar“, betonte Michaela Weickelt, Geschäftsführerin des S.u.B. Wenn rechtsverbindliche Erklärungen oder Entscheidungen notwendig sind, können weder die (Ehe)-Partnerin oder der Ehepartner noch die Kinder automatisch die gesetzliche Vertretung übernehmen. Angehörige sind nur in zwei Fällen befugt, rechtliche Entscheidungen füreinander zu treffen oder Erklärungen abzugeben. Entweder aufgrund einer rechtsgeschäftlichen Vollmacht als Bevollmächtigte oder wenn sie gerichtlich bestellte/r Betreuerin oder Betreuer sind.

Im Landkreis Marburg-Biedenkopf und in der Universitätsstadt Marburg müssen etwa 4.600 Personen gesetzlich betreut werden. Der Großteil dieser Betreuungen wird durch ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer geführt. Meist sind dies Familienangehörige. Aber auch sozial engagierte Bürgerinnen und Bürger übernehmen diese verantwortungsvolle Aufgabe für familienfremde Personen.

Erklärtes Ziel ist es, mehr Menschen für das Thema zu sensibilisieren, denn kein Mensch kann ohne schriftliche Vollmacht einen anderen rechtlich vertreten, selbst nahe Angehörige können das gegenseitig nicht. Wird eine rechtliche Betreuung notwendig oder kommt eine Vollmacht zum Einsatz, entsteht oft eine Vielzahl von Fragen. Diese Fragen zur rechtlichen Betreuung und Vorsorge können nun auch einmal monatlich direkt in den Gemeinden geklärt werden. Der Betreuungsverein ist darüber hinaus im Beratungszentrum BiP Am Grün 16 in Marburg von Montag bis Freitag erreichbar. Für den S.u.B. e.V. werden Werner Englert und Heinz-Jürgen Stump die Bürgersprechstunden durchführen.

S.u.B. bietet zu Fragen rund um rechtliche Vorsorge und rechtliche Betreuung kostenfreie Beratung, Informationsveranstaltungen, Einführung in die Betreuung, thematische Betreuertreffen und Schulungen nach dem Hessischen Curriculum für ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer an. Fortlaufend werden Menschen gesucht, die sich engagieren und ehrenamtlich Betreuungen übernehmen möchten. Der S.u.B. nimmt auch durch eigene Mitarbeiter Vereinsbetreuungen wahr. Ziel ist, diese Betreuungen so weit wie möglich nach einiger Zeit an ehrenamtlich Tätige abzugeben.

Der S.u.B ist ein anerkannter Betreuungsverein und seit 20 Jahren tätig. Mehr als 200 Mitglieder unterstützen und fördern die Ziele des Vereins. Enger Kooperationspartner sind der Landkreis und die Amtsgerichte Marburg und Kirchhain. Die gesamte Arbeit des Betreuungsvereins wird wesentlich durch den Kreis Marburg-Biedenkopf, das Land Hessen und durch die Universitätsstadt Marburg gefördert.

  Ab September 2012 erweitert der Marburger Verein für Selbstbestimmung und Betreuung e. V. (S.u.B.) sein Beratungsangebot auf insgesamt 14 Städte und Gemeinden im Altkreis Marburg, so z.B. in Münchhausen, wo dieses hilfreiche Angebot vorgestellt wurde (v.l.n.r.): Bürgermeister Peter Funk, Heinz-Jürgen Stump, Almuth Schauer und Michaela Weickelt (alle S.u.B.) sowie Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern und Werner Englert (S.u.B.). Foto: Landkreis
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Ab September 2012 erweitert der Marburger Verein für Selbstbestimmung und Betreuung e. V. (S.u.B.) sein Beratungsangebot auf insgesamt 14 Städte und Gemeinden im Altkreis Marburg, so z.B. in Münchhausen, wo dieses hilfreiche Angebot vorgestellt wurde (v.l.n.r.): Bürgermeister Peter Funk, Heinz-Jürgen Stump, Almuth Schauer und Michaela Weickelt (alle S.u.B.) sowie Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern und Werner Englert (S.u.B.).
Foto: Landkreis

 

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