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Alevitischer Glaube in Deutschland - die gelungene Integration der Aleviten – Veranstaltung am 1. Oktober 2014 im Alevitischen Gemeindehaus Stadtallendorf

(Pressemitteilung 349/2014 vom 29.09.2014)

Marburg-Biedenkopf – Die in der deutschen Öffentlichkeit immer noch wenig bekannte Religionsgemeinschaft der Aleviten stellt in Stadtallendorf die viertgrößte religiöse Gruppe, nach den beiden christlichen Kirchen und den sunnitischen Muslimen. Dass sie so wenig bekannt sind, liegt sicherlich auch an ihrer Geschichte, die bis ins 12. Jahrhundert und bis nach Anatolien zurückgeht.

In der Türkei wurden sie Jahrhunderte nicht als eigenständige Religionsgemeinschaft akzeptiert sondern als (sunnitische) Muslime betrachtet. Bis ins letzte Jahrhundert hinein gab es Phasen der Verfolgung und Unterdrückung. Das hat Spuren hinterlassen: eigene Organisationen waren nicht möglich, versteckte Ausübung der eigenen Glaubenspraxis und Anpassung an sunnitisch-muslimische Alltagspraxis der Umgebung. Schätzungen gehen von einem Anteil der Aleviten an der türkischen Bevölkerung von circa 20 Prozent aus, während die offiziellen Zahlen zur Religionsangehörigkeit in der Türkei noch immer von 98 Prozent sunnitischen Muslimen sprechen.

So kamen sie mit der Anwerbung der Arbeiter ab 1961 auch als vermeintliche Muslime nach Deutschland. Hier aber konnten sie sich frei von Unterdrückung auf Ihre Wurzeln besinnen, ihren Glauben leben und in den letzten 30 Jahren in Vereinen organisieren. Die alevitische Gemeinde in Stadtallendorf war eine der ersten in Deutschland und hat vor mehr als 25 Jahren zusammen mit anderen örtlichen Gemeinden den Bund der Alevitischen Gemeinden in Deutschland gegründet. Inzwischen sind sie als anerkannte Glaubensgemeinschaft etabliert, die eigenen Religionsunterricht an den Schulen anbieten darf.

Mit der Veranstaltung wollen der Landkreis durch seinBüro für Integration zusammen mit dem Verein Interkulturelle Begegnung in Stadtallendorf und der Alevitischen Gemeinde Stadtallendorf über Aleviten und ihren Glauben informieren. Gleichzeitig möchte die alevitische Gemeinde stärker mit den Bürgerinnen und Bürgern und der Öffentlichkeit in Stadtallendorf ins Gespräch kommen. Dazu haben sie mit Yilmaz Kahraman, Islamwissenschaftler und Bildungsbeauftragter der Alevitischen Gemeinde in Deutschland e.V. (AABF) einen kompetenten und auch schon in Fernsehdiskussionen bekannten Referenten eingeladen. In seinem Vortrag werden folgende Punkte behandelt: Alevitischer Glaube, Entwicklung und zentrale Inhalte; Wichtige Rituale und Gebote; Unterschiede zum sunnitischen und schiitischen Islam; Organisation der alevitischen Gemeinden. Natürlich gibt es auch Gelegenheit zu Fragen und zum Gespräch.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 1. Oktober 2014 um 18.00 Uhr im Alevitischen Gemeindehaus Stadtallendorf, Niederrheinische Str. 15 statt. Sie ist in das Programm der Interkulturellen Wochen in Stadtallendorf eingebunden. In diesem Zusammenhang beteiligt sich die Alevitische Gemeinde auch am Tag der offenen Tür in Stadtallendorf und lädt Besucher am 3. Oktober in der Zeit von 12 bis 18 Uhr zur Besichtigung ihres Gemeindehauses und zu Gesprächen über ihren Glauben ein.

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