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Referent gibt Unternehmern Tipps für positiven Umgang mit Mitarbeitern und Bewerbern – Vortrag lockt rund 100 Zuhörer ins Gladenbacher Haus des Gastes
(Pressemitteilung Nr. 346/2012 vom 07.09.2012)
Marburg-Biedenkopf – Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer lauschten Ende August im Gladenbacher Haus des Gastes einem Vortrag von Professor Armin Trost zum Thema „Das eigene Unternehmen als Marke – attraktiv sein für Mitarbeiter und Bewerber“. Eingeladen dazu hatte der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit seiner Stabsstelle Wirtschaftsförderung. Der Vortrag fand im Rahmen der Qualifizierungsoffensive statt. Professor Trost zeigte in seinem Vortrag auf, wie Unternehmen auf den bestehenden Fachkräftemangel reagieren können und wie Fachkräfte an das Unternehmen gebunden oder neu gewonnen werden können.

Aktuelle Online-Stellenangebote wurden von Professor Trost unter die Lupe genommen und aus der Sicht eines fiktiven guten Kandidaten analysiert. Dabei wurden auch Seiten regionaler Betriebe gezeigt, die zum Teil gelobt aber auch kritisiert wurden. Trost betonte, dass sich mittlerweile die Spitzenkandidaten ihre Wunschfirmen aussuchen könnten und sich daher heutzutage die Arbeitgeber um die Fachkraft bemühen müssten und nicht umgekehrt. Daher seien lange Listen mit Anforderungen und Aufgaben der ausgeschriebenen Position nicht ansprechend und daher nicht mehr zeitgemäß.

Für den erfolgreichen Personalgewinnungsprozess schlägt er konkret vor, eine Zielgruppendefinition durchzuführen und sich genau zu überlegen, auf welche Ansprache diese Zielgruppe reagiere. Mit lebhaften Schilderungen der Erfahrungen mit seinen Studenten machte er deutlich, wie wichtig jungen Menschen Social Media für die Informationsgewinnung und Meinungsbildung ist. Daher sei es wichtig, über den Einsatz von Social Media bei der Personalgewinnung nachzudenken.

Der Referent empfahl zudem ein Arbeitgeberversprechen zu formulieren und zu kommunizieren, in dem deutlich werde, wofür das Unternehmen als Arbeitgeber konkret steht. So steht laut Professor Trost zum Beispiel McDonald’s dafür, jedem Bewerber eine Chance zu geben. Wenn Teamarbeit im Unternehmen eine Rolle spielt, dann müsse der Begriff „Teamarbeit“ mit Leben und plastischen Bildern gefüllt werden. „Was für eine Art Teamarbeit ist das? Wie ist die Stimmung und wie das Selbstverständnis der Teammitglieder?“, fragte der Referent.

Professor Trost forderte außerdem, dass das Unternehmen sich eine aktive Suchstrategie überlegen müsse, mit der es die guten Kandidaten aktiv findet statt passiv auf Bewerbungen zu warten. Das könne über Soziale Netzwerke, über Talentmessen oder über den Kontakt zu Universitäten und Schulen erfolgen. „Es kann aber auch bedeuten, ein Empfehlungsverfahren innerhalb des Unternehmens einzuführen, bei dem Mitarbeiter Kandidaten aus dem eigenen Bekanntenkreis empfehlen und bei Erfolg einen Bonus erhalten“, Trost. Oder aber man entschließe sich, Mitarbeiter gezielt bei der Konkurrenz abzuwerben.

Hat das Unternehmen interessante Kandidaten gefunden, gelte es diese über geeignete abgestufte Prozesse zu binden und den Kontakt zu halten, auch wenn es nicht gleich zu einer Zusammenarbeit käme. Dies reiche von kleinen Mailing-Aktionen über einen Zugang zu bestimmten Bereichen des Firmenintranets bis hin zu einem unerwarteten Geburtstaggeschenk für herausragende Kandidaten. Wichtig sei laut Trost vor allem, dass die Bewerber positive Erfahrungen im Kontakt mit dem Unternehmen machten. „Überprüfen Sie hierfür jede Ihrer Aktivitäten im Umgang mit Bewerbern und Mitarbeitern, ob diese wirklich wertschätzend, schnell und transparent sind“, gab Professor Trost seinen Zuhörern mit auf den Weg.


Stichwort Qualifizierungsoffensive:
Das Projekt „Qualifizierungsoffensive“ des Hessischen Wirtschaftsministeriums wird im Landkreis Marburg-Biedenkopf seit 1999 innerhalb der Stabsstelle Wirtschaftsförderung umgesetzt und aus Mitteln des Landes Hessen und des Europäischen Sozialfonds gefördert. Mit den Aktivitäten sollen in erster Linie kleine und mittlere Unternehmen für den Nutzen und die Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung sensibilisiert sowie dort beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eine fundierte Unterstützung bei Fragen zum Thema Weiterbildung geboten werden.
  Der Referemt Professor Armin Trost gab Tipps für einen positiven Umgang mit Mitarbeitern und Bewerbern. (Foto: Landkreis)
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Der Referemt Professor Armin Trost gab Tipps für einen positiven Umgang mit Mitarbeitern und Bewerbern.  (Foto: Landkreis)

 

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