Link auf das Hauptmenü Link auf die Untermenüpunkte Link auf Inhaltsbereich
Erste Ehrenamtskonferenz des Landkreises Marburg-Biedenkopf in Zusammenarbeit mit der Freiwilligenagentur Marburg fand in Biedenkopf großes Interesse – Tipps, Hinweise und Diskussionen rund um das Thema Ehrenamt

(Pressemitteilung 323/2014 vom 12.09.2014)

Marburg-Biedenkopf – Rund 140 Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis kamen zur ersten Ehrenamtskonferenz des Landkreises nach Biedenkopf. Landrätin Kirsten Fründt bedankte sich für das große Interesse und verwies darauf, wie vieles inzwischen in einem Ehrenamt zu beachten sei. Das gesellschaftliche Leben könne ohne das bürgerschaftliche Engagement nicht funktionieren. Sie dankte allen, die sich hier engagieren. Mit der ersten Konferenz dieser Art will der Kreis nicht nur das Ehrenamt und das bürgerschaftliche Engagement würdigen und unterstützen, sondern auch gemeinsam über die sich verändernden Anforderungen an bürgerschaftliches Engagement diskutieren.

Nachdem Dr. Christa Perabo allgemein über die Gründung und Entwicklung der Freiwilligenagentur Marburg berichtete, war es Stephan Würz von der Landesehrenamtsagentur Hessen, der den Teilnehmern Interessantes zur allgemeinen Entwicklung im Ehrenamt vermittelte. Auf der einen Seite verwunderte es nicht, dass insgesamt weniger Menschen ehrenamtlich aktiv sind und vor allem Vorstandsposten schwer zu besetzen sind, andererseits gibt es jährlich Tausende Vereinsneugründungen in Deutschland. Das heißt, es werden neue Engagementbereiche entdeckt. Rund 36 Prozent der Bevölkerung engagiert sich ehrenamtlich und insbesondere ältere Menschen bringen sich zunehmend ein. Nach seinen Beobachtungen sollte man durchaus den Nachwuchs auch bei den älteren Menschen suchen. Überhaupt gebe es inzwischen so etwas wie einen Lebensabschnittsverein. Die Menschen suchten eher nach einer überschaubaren Tätigkeit in einem Verein, als nach einer Lebensaufgabe. Bildlich gesprochen suchen sie nach Würz eher nach der „Zehnerkarte als nach der Dauerkarte.“

Würz brachte viele weitere Empfehlungen unter, wie etwa dass sich Vorstände auch mit einer Doppelspitze anfreunden könnten, um die Arbeitslast zu verteilen oder dass sich Vereine mit ihrem jeweiligen Know-how gegenseitig helfen könnten.

Moderatorin Patricia Ortmann befragte dann fünf Ehrenamtliche auf dem Podium zu ihren jeweiligen Erfahrungen im Ehrenamt. Klaus Bösser (Vorsitzender des Fördervereins Waldschwimmbad Holzhausen), Hans-Georg Hof (Hof Sonderanlagenbau GmbH), Elfriede Köhler (Vorstandsmitglied des Hospizdienstes Immanuel) Sandra Pfeifer (stellvertretende Wehrführerin von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Endbach-Wommelshausen) und Alexander Wagner (Projektleiter „freiwillig aktiv in Dautphetal“, MPS Dautphetal) ermöglichten den Teilnehmern Einblicke in ihre Beweggründe, aktiv zu sein, aber auch in Problembereiche und verdeutlichten ihre Wünsche für die jeweilige Arbeit.

Elfriede Köhler beeindruckte mit ihren Aussagen zum Engagement im Hospizdienst: „Wenn man einmal damit angefangen hat, ist man infiziert“. Man bekomme bei dieser Arbeit sehr viel zurück, müsse jedoch zuerst eine einjährige Ausbildung durchlaufen. Sandra Pfeiffer verdeutlichte, dass sie über die Jugendfeuerwehr und auch durch die Begeisterung für die Technik und durch die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zur Freiwilligen Feuerwehr gekommen sei. Hans-Georg Hof erläuterte den Ansatz, eigene Mitarbeiter nicht nur während der Arbeitszeit für die Feuerwehr ausbilden zu lassen, sondern mit den im Betrieb beschäftigten Feuerwehrleuten auch die Tagesbereitschaft im Ort zu größten Teilen abzudecken. Klaus Bösser leitet mit seinen rund 900 Mitgliedern einen der richtig großen Vereine im Landkreis. Wenn es aber darum geht, Hilfe für die Saison vorbereitenden oder nachbereitenden Arbeiten zu bekommen, dann könnte man ruhig doppelt so viele Leute ehrenamtlich einsetzen. Alexander Wagner berichtete über die Initiative „Freiwillig aktiv in Dautphetal“ mit der Besonderheit, dass sich Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Klasse freiwillig daran beteiligen. So lernen sie früh, sich etwa in sozialen Bereichen (Altenheim oder Kindergarten) zu engagieren und bekommen Einblicke in bestimmte Berufsfelder. Alle verwiesen im Grunde auf die häufig fehlende Anerkennung für diese Arbeit. Sie machten aber auch eigentlich alle deutlich, dass freiwilliges, bürgerschaftliches Engagement sehr oft richtig Spaß macht und allen Beteiligten persönlich viel bringt.

Die zweite Ehrenamtskonferenz findet am Mittwoch, 15. Oktober 2014 in der Zeit von 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr in der Stadthalle Stadtallendorf statt.

In Biedenkopf fand die erste Ehrenamtskonferenz des Landkreises statt. Vorträge und eine Podiumsdiskussion mit fünf Ehrenamtlichen drehten sich um das Thema bürgerschaftliches Engagement. Foto: Landkreis

In Biedenkopf fand die erste Ehrenamtskonferenz des Landkreises statt. Vorträge und eine Podiumsdiskussion mit fünf Ehrenamtlichen drehten sich um das Thema bürgerschaftliches Engagement.

Foto: Landkreis

Landrätin Kirsten Fründt bedankte sich abschließend bei allen Beteiligten für die gelungene Veranstaltung und machte deutlich, dass ihr das Thema ehrenamtliches Engagement sehr wichtig ist. Foto: Landkreis

Landrätin Kirsten Fründt bedankte sich abschließend bei allen Beteiligten für die gelungene Veranstaltung und machte deutlich, dass ihr das Thema ehrenamtliches Engagement sehr wichtig ist.
Foto: Landkreis

[ schliessen ]