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Kreis gibt Startschuss für Klimaschutz-Masterplan – Projekt läuft über vier Jahre mit Zuschuss des Bundes / Landrat Fischbach: „Wir spielen beim Klimaschutz in der Champions-League!“
(Pressemitteilung Nr. 322/2012 vom 22.08.2012)
Marburg-Biedenkopf – Mit einer erfolgreichen Auftaktveranstaltung hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf seinen „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“ auf den Weg gebracht. Landrat Robert Fischbach hat dazu am Montagabend rund 140 Gäste im Tagungsgebäude des Landratsamtes begrüßt. „Mit dem Masterplan gehen wir einen weiteren, großen Schritt bei der Bewältigung eines großen Zukunftsthemas“, erklärte der Landrat. Informative Vorträge rundeten die Veranstaltung ab.

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf ist einer von bundesweit drei Landkreisen, die die Bundesregierung für das Modellprojekt Masterplan ausgewählt hat. Ziel des Masterplanes ist es, aufzuzeigen, wie bis zum Jahr 2050 eine Halbierung des Energiebedarfs und eine Verringerung der klimaschädlichen Treibhausgase erreicht werden kann. Dafür erhält der Landkreis Marburg-Biedenkopf für die kommenden vier Jahre von der Bundesregierung eine Fördersumme in Höhe von fast 700.000 Euro.

„Die Entscheidung, den Landkreis Marburg-Biedenkopf als eine Modell- und Projektregion auszuwählen, macht deutlich, dass wir in der Vergangenheit in den Bereichen Klimaschutz und Erneuerbare Energien sehr gute Arbeit geleistet haben. Wir spielen beim Klimaschutz in der Champions-League mit“, erklärte Landrat Fischbach nicht ohne Stolz. Der Masterplan baue nun auf dem Klimaschutzkonzept des Kreises auf und erweitert die daraus gewonnenen Erkenntnisse. „Neben den Faktoren Strom- und Wärmeverbrauch, die bereits im Klimaschutzkonzept beleuchtet wurden, werden nun auch die Bereiche Verkehr, Forst- und Landwirtschaft, die Stoffströme und auch Fragen des Lebensstils betrachtet“, sagte der Landrat.

„Die Frage dabei ist aber nicht, ob wir die gesetzten Ziele im Jahr 2050 oder zwei Jahre früher oder später erreichen. Entscheidend ist, dass wir uns auf den Weg machen, dass wir ein Bewusstsein für den Klimaschutz und die Erneuerbaren Energien entwickeln und dass wir die Bürgerinnen und Bürger auf diesem Weg mitnehmen“, unterstrich der Landrat. Alle Anstrengungen in diesem Bereich zahlten sich für den Kreis, die Kommunen und die Menschen direkt aus. „Wir können uns vom internationalen Energiemarkt unabhängig werden: Energie bleibt bezahlbar, das Geld für Energie bleibt in der Region“, betonte Robert Fischbach.

Er stellte auch die beiden neuen Mitarbeiter vor, die das Projekt Masterplan betreuen und vorantreiben werden: Sonja Minke und Stefan Franke. Sonja Minke als Klimaschutzmanagerin und Stefan Franke als Masterplanmanager werden den Masterplan erstellen, eine tragfähige Projektstruktur aufbauen und koordinieren und das bestehende Klimaschutzkonzept des Kreises umsetzen. Lioba Kucharczak, Mitarbeiterin des Instituts dezentrale Energietechnologien (Kassel) stellte nochmals die Eckpunkte des Masterplans und die vorgesehenen Handlungsfelder vor. Mit dem Institut dezentrale Energietechnologien arbeitet der Kreis beim Projekt Masterplan eng zusammen.

Intensiver beleuchtet wurde das Thema Klimaschutz durch Fachvorträge von Dr. Hans-Joachim Ziesing (Ecologic Institute, Berlin), ein ausgewiesener Experte auf diesem Themenfeld. Er sprach thematisierte die Frage „100 % Klimaschutz – utopisch oder machbar?“. Seine Kern-Thesen: Bund, Länder und Kommunen müssen zusammenwirken, um die Energiewende zu schaffen und eine zentrale Rolle nimmt die Energieeffizient ein, der Einsatz Erneuerbarer Energieträger alleine reicht nicht aus. Aber: „100 Prozent Klimaschutz sind machbar“, betonte Dr. Ziesing.

Guido Vollmari von der Ferrero Deutschland GmbH beleuchtete das Thema „Klimaschutz und Großunternehmen – passt das zusammen?“. Er schilderte, wie Ferrero, ein Unternehmen mit großem Energiebedarf, sinnvolle Schritte gehen kann, um Energie zu sparen. Als Beispiele nannte er die Isolierung von Rohrleitungen. Dadurch könne die Temperatur der warmen Schokolade länger und gleichmäßig gehalten werden – wie in einer Thermoskanne. Entsprechend weniger Wasserdampf und Energie würden benötigt. Ein weiterer Schritt seien neu programmierte Hallenbeleuchtungen und Bewegungsmelder in einigen Produktionsbereichen. Das Licht wird auf das wirklich erforderliche Maß reduziert, um Energieverschwendung zu vermeiden. Schließlich wurde eine Kältemaschine durch ein Gerät mit höherer Effizienz ausgetauscht. „Alleine durch diese drei Maßnahmen wird der vergleichbare Jahresenergieverbrauch für Strom und Wärme von rund 275 Einfamilienhäusern eingespart“, erläuterte Guido Vollmari.
 

Diskutierten über die Ziele des Masterplans und waren sich einig, dass 100 Prozent Klimaschutz machbar sind: (v. re.) Landrat Robert Fischbach, Dr. Hans-Joachim Ziesing und Guido Vollmari von der Ferrero Deutschland GmbH.
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Diskutierten über die Ziele des Masterplans und waren sich einig, dass 100 Prozent Klimaschutz machbar sind:
(v. re.) Landrat Robert Fischbach, Dr. Hans-Joachim Ziesing und Guido Vollmari von der Ferrero Deutschland GmbH.

Klimaschutzmanagerin Sonja Minke und Masterplanmanager Stefan Franke koordinieren künftig beim Kreis die Anstrengungen in Sachen Klimaschutz.
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Klimaschutzmanagerin Sonja Minke und Masterplanmanager Stefan Franke koordinieren künftig beim Kreis die Anstrengungen in Sachen Klimaschutz.

Fotos: Landkreis

 

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