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Kreis baut innerhalb weniger Stunden Notunterkunft für 750 Flüchtlinge in Stadtallendorf – Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes sind seit Samstag rund um die Uhr im Einsatz

(Pressemitteilung 351/2015 vom 13.09.2015)

Marburg-Biedenkopf – Innerhalb weniger Stunden hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit Einsatzkräften des Katastrophenschutzes am Wochenende eine Notunterkunft für bis zu 750 Flüchtlinge in Stadtallendorf aufgebaut. Seit Samstagvormittag waren rund 600 Helferinnen und Helfer des Katastrophenschutzes dafür im Einsatz. Die ersten Flüchtlinge sind in der Nacht zu Sonntag in Stadtallendorf angekommen. Bisher (Stand: Sonntag, 16:00 Uhr) wurden 150 Menschen untergebracht. Die Verantwortlichen des Kreises rechnen damit, dass die freien Plätze ebenfalls in relativ kurzer Zeit belegt sein werden.


Fast 60 Zelte, 750 Feldbetten, Hunderte Decken, 56 Toilettenhäuschen, mobile Duschen, mehrere Hundert Meter Bauzaun und Elektrokabel oder dutzende Scheinwerfer und Verpflegung für mehrere Hundert Menschen – das sind die groben Eckdaten dessen, was die Einsatzkräfte innerhalb weniger Stunden organisieren und aufbauen mussten. Hinzu kamen Logistische Aufgaben von A wie Abfalleimer bis Z wie Zahnbürsten, die es zu besorgen galt. Zusätzlich müssen die Flüchtlinge mit Essen versorgt werden.


„Wir standen vor einer sehr großen Herausforderung und wir haben sie mit Erfolg gemeistert“, stellte Landrätin Kirsten Fründt am Sonntagnachmittag zufrieden fest. „Unsere Einsatzkräfte haben bis zu Erschöpfung gearbeitet und wir sind rechtzeitig mit dem Aufbau der Notunterkunft fertig geworden“, so die Landrätin weiter. Sie dankte allen Einsatzkräften und auch den Soldaten der Bundeswehr, die die Arbeiten unterstützt haben. „Die Einsatzkräfte haben Hand in Hand gearbeitet“, so die Landrätin. Auch die Zusammenarbeit mit den Kräften der Bundeswehr habe reibungslos und völlig unbürokratisch funktioniert


Der Auftrag des Landes für den Aufbau der Notunterkunft war beim Landkreis Marburg-Biedenkopf am Samstagmorgen eingegangen. „Wir haben dann zunächst eine Logistik- und Kommunikationsstruktur in Stadtallendorf aufgebaut. Als dann am frühen Nachmittag die Lastwagen mit den Zelten und Feldbetten ankamen, die das Land organisiert hatte, konnten wir sofort mit dem Aufbau der Zelte beginnen“, sagte Kreisbrandinspektor Lars Schäfer, der den Einsatz leitete. Rund um die Uhr sind seit Samstagmorgen Einsatzkräfte damit beschäftigt, die gestellten Aufgaben zu meistern.


Neben den technischen Arbeiten zum Aufbau von Zelten, Beleuchtung, Stromversorgung oder Sanitäranlagen kümmerten sich das Rote Kreuz und der Malteser-Hilfsdienst um die Versorgung, Verpflegung und medizinische Betreuung. Der Krisenstab des Kreises organisierte und koordinierte zusammen mit der Zentralen Leitstelle den Einsatz der Hilfskräfte und die Materialbeschaffung.


„Es sind unglaublich viele Kleinigkeiten, die wir bedenken und organisieren müssen: Handtücher, Zahnbürsten, Windeln, Babynahrung, Fläschchen, Hygieneartikel und vieles mehr mussten kurzfristig am Samstag und Sonntag beschafft werden“, erklärte Lars Schäfer. Hinzu kam Treibstoff für die Stromerzeuger und Zeltheizungen.


Zum Einsatz kamen die Katastrophenschutz-Löschzüge die Freiwilligen Feuerwehren aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf, beide Betreuungszüge des Deutschen Roten Kreuzes, das Technische Hilfswerk aus Marburg und Biedenkopf, der Malteser-Hilfsdienst, der Rettungsdienst des Roten Kreuzes, Notärzte, der Krisenstab und die Technische Einsatzleitung des Kreises, der Kriseninterventionsdienst und Soldaten der Bundeswehr.


Die Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden im Schichtbetrieb nach Stadtallendorf geholt, um dort die anstehenden Aufgaben zu erledigen oder Material zu transportieren.


Im Laufe der kommenden Woche wird das Land den Betrieb der Flüchtlingsunterkunft übernehmen. Bis dahin wird der Landkreis den Betrieb der Einrichtung organisieren. Zur Ablösung der eingesetzten Betreuungskräfte des Roten Kreuzes übernehmen am Sonntagabend Einsatzkräfte aus dem Vogelbergkreis zunächst die Aufgaben der Betreuung und Versorgung. Die Bundeswehr versorgt am Montag die Flüchtlinge mit Essen.


„Wir können mit den ehrenamtlichen Kräften des Katastrophenschutzes den Betrieb nicht dauerhaft organisieren. Deshalb muss das Land jetzt hier möglichst schnell eine Struktur schaffen und den Betrieb organisieren“, betonte die Landrätin.


Der Kreis wird in der kommenden Woche Möglichkeiten organisieren, um Hilfsangebote aus der Bevölkerung zu koordinieren.

Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf bauten innerhalb weniger Stunden eine Zeltstadt für bis zu 750 Flüchtlinge auf einem Gelände der Bundeswehr in Stadtallendorf. Foto: Landkreis

Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf bauten innerhalb weniger Stunden eine Zeltstadt für bis zu 750 Flüchtlinge auf einem Gelände der Bundeswehr in Stadtallendorf.

Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf bauten innerhalb weniger Stunden eine Zeltstadt für bis zu 750 Flüchtlinge auf einem Gelände der Bundeswehr in Stadtallendorf. Foto: Landkreis

Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf bauten innerhalb weniger Stunden eine Zeltstadt für bis zu 750 Flüchtlinge auf einem Gelände der Bundeswehr in Stadtallendorf.

Soldaten der Bundeswehr packten tatkräftig mit an und unterstützten die Arbeit der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, auch mit schwerem technischem Gerät. Foto: Landkreis

Soldaten der Bundeswehr packten tatkräftig mit an und unterstützten die Arbeit der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, auch mit schwerem technischem Gerät.

In fast 60 Zelten können bis zu 750 Menschen notdürftig untergebracht werden. Foto: Landkreis

In fast 60 Zelten können bis zu 750 Menschen notdürftig untergebracht werden.

Fotos: Landkreis Marburg-Biedenkopf

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