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Holz, Glas, Pappe und Textil erinnert an persönliches Schicksal im Ersten Weltkrieg – Andenken an Gefallenen und Feldpostkarten sind Exponat des Monats August im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf

(Pressemitteilung 314/2016 vom 29.07.2016)

Marburg-Biedenkopf – Das Exponat des Monats August 2016 im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf ist ein Andenken an den jungen Soldaten Karl Müller aus Bad Endbach-Wommelshausen (Hütte), der vor 100 Jahren im Ersten Weltkrieg fiel.

Inge Klingelhöfer aus Bad Endbach hat dem Hinterlandmuseum das Exponat gemeinsam mit zwei Feldpostkarten gestiftet. Das Andenken von 1916 befindet sich in einem verglasten Rahmen mit Aufhänger und besteht selbst aus einem gelochten Karton, der oben und unten mit Text bestickt und in der Mitte mit Fotografien versehen ist. Im Zentrum befindet sich eine Fotografie eines Soldaten in Paradeuniform. Sie ist durch einen eigenen silbernen Rahmen hervorgehoben, der oben mit einer Girlande, unten mit einer Kartusche und Rosenstöcken geschmückt ist und an dessen beiden Seiten jeweils ein Medaillon mit einem Engel angebracht ist. Links und rechts davon sind Fotografien der beiden für das Kriegsgeschehen wohl entscheidendsten Persönlichkeiten angebracht: dem damaligen Oberbefehlshaber, Kaiser Wilhelm II. in Felduniform sowie dem Chef der Obersten Heeresleitung Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg.

Der Name des Soldaten ist auf dem Andenken nicht angegeben, allerdings durch die Stifterin überliefert. Und auch der aus Wommelshausen stammende Heimatforscher Horst W. Müller konnte ihn aufgrund des Fotos eindeutig identifizieren. Es handelt sich um den 1891 in Wommelshausen-Hütte geborenen Karl Müller, dessen Dienstzeit bereits 1911 beim ‚Alexander Garde Regiment‘ in Berlin begann. Sein Einsatz im Ersten Weltkrieg kam am 4. August 1914 mit der Einberufung zum 6. Reserve Garde Infanterie Regiment, mit dem er bereits am 6. August 1914 an die Westfront verlegt wurde. Zwei Jahre darauf, am 26. Mai 1916, wurde er in der Nähe des belgischen Douaumont schwer verwundet und starb schließlich am 3. Juli 1916 an den Folgen der Verletzungen. Beerdigt wurde er in Wommelshausen.

Das Andenken ist keine individuelle Schöpfung, sondern ein allgemeiner Vordruck, das damals mit einem Bild des jeweiligen Gefallenen versehen wurde. Gefallenenandenken wie diese sind allerdings noch immer wenig erforscht. Heimatforscher Horst W. Müller geht davon aus, dass in Wommelshausen „in allen Familien, die einen Gefallenen zu beklagen hatten, solche oder ähnliche Gedenkblätter in der ‚guten Stube’ hingen.“ Bei den beiden Karten handelt es sich um Originalfotografien, die wie damals üblich als Postkarte reproduziert und verschickt wurden. Müller schickte sie dessen Freund, Heinrich Happel und an seine Schwester Emilie. Beide Karten zeigen das gleiche Foto, mit einem Motiv, das für den Ersten Weltkrieg symbolisch ist: eine Gruppe von Soldaten beim Ausheben eines Schützengrabens.

Öffnungszeiten des Hinterlandmuseums: 1. April bis 15. November Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr. Am Oster- und Pfingstmontag ist das Museum geöffnet. Nach telefonischer Voranmeldung kann das Hinterlandmuseum auch während der Winterpause vom 16. November bis 31. März von Gruppen ab 10 Personen besichtigt werden.

Ein Motiv, das sinnbildlich für den Ersten Weltkrieg steht: der Bau von Schützengräben. Diese Aufnahme verschickte der junge Soldat Karl Müller als Feldpostkarte von der Westfront.

Ein Motiv, das sinnbildlich für den Ersten Weltkrieg steht: der Bau von Schützengräben. Diese Aufnahme verschickte der junge Soldat Karl Müller als Feldpostkarte von der Westfront.

Das Exponat des Monats, ein „Gefallenenandenken“, zeigt den Gefallenen Karl Müller in Paradeuniform, umgeben von Kaiser Wilhelm II. und Paul von Hindenburg.

Das Exponat des Monats, ein „Gefallenenandenken“, zeigt den Gefallenen Karl Müller in Paradeuniform, umgeben von Kaiser Wilhelm II. und Paul von Hindenburg.

(Fotos: Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf)

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