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Exponate des Monats August 2012 im Schlossmuseum Biedenkopf: Tanzkarte aus dem Jahre 1886 und Karte der Vereinigten Burschenschaft von 1907 zum Grenzgangsfest in Biedenkopf
(Pressemitteilung Nr. 295/2012 vom 03.08.2012)
Marburg-Biedenkopf – In der beliebten Reihe der Museumsexponate des Monats im Schloss Biedenkopf werden im Grenzgangsfestmonat August natürlich Exponate im Zusammenhang mit dem Grenzgang gezeigt. Hierbei handelt es sich um eine Tanzkarte aus dem Jahre 1886 und um eine Karte der Vereinigten Burschenschaft aus dem Jahre 1907. Die kleinen Papierkärtchen wurden anlässlich vergangener Grenzgangsfeste gedruckt und ausgegeben. 

An das Hinterlandmuseum übergeben wurden die Karten von Karl Heinz Schneider aus Biedenkopf, dem Vorsitzenden des Schlossvereins Biedenkopf e.V. Herr Schneider ist zugleich Ehrenmitglied des Grenzgangskomitees.

Das ältere der beiden Kärtchen, das violette Tanzkärtchen, wurde zum Grenzgangsfest im Jahre 1886 gedruckt. Der Anlass sowie Verwendungszweck und Gebrauchshinweis werden in vier verschiedenen Schriftarten in schwarzer Druckfarbe genannt: „Grenzgangsfest./ Tanzkarte/ gültig am 20. August 1886/ (Sichtlich zu tragen)“.

Tanzkarten, die auch bei anderen gesellschaftlichen Festlichkeiten ausgegeben wurden, berechtigten in diesem Fall zur Teilnahme am Tanz auf dem damaligen Festplatz am Seewasem. Der Verkauf der Tanzkarten diente der Finanzierung des Grenzgangsfestes und erbrachte Ende des 19. Jahrhunderts etwa zehn Prozent der Einnahmen.

Das Grenzgangsfest des Jahres 1886 markiert einen besonderen Punkt in der Festgeschichte. Da der Grenzgang seit dem ersten „Grenzgangsfest“ im Jahre 1839 nur in unregelmäßigen Abständen gefeiert worden war, setzte sich ein im Jahre 1881 gegründetes „Comité“ für den Erhalt des Festes ein und ließ die Tradition im Jahre 1886 wieder aufleben.

Die Anschaffung einer Fahne zum Grenzgang 1886, die heute als „Stadtfahne“ dem Festzug vorangetragen wird, kennzeichnet die historische Besonderheit des Jahres. Bereits im März 1887 wurde auf Betreiben des „Comité“ der Grenzgangsverein Biedenkopf e.V. gegründet.

Das andere Kärtchen ist auffallend beige und grün gestreift. Es handelt sich um eine Karte, die von allen Mitgliedern der Burschenschaft beim Grenzgang 1907 sichtbar getragen wurde. In drei verschiedenen Schriftarten lässt sich in hellbrauner Druckfarbe „Vereinigte Burschenschaft/ Biedenkopf./ Grenzgang 1907“ lesen. Eine Karte dieser Art identifizierte die „unter einer Fahne stehenden“ Mitglieder der Burschenschaften an den Grenzgangstagen.

Bereits vor den Grenzgangsfesten wurden und werden eine Reihe von Erinnerungsstücken produziert, welche mit einer speziellen Widmung auf das Grenzgangsfest und das Jahr des Festes weisen. Ein besonderes  Andenken wurde mit einem kleinen Tabakpfeifenkopf geschaffen, der im August ebenfalls in der Ausstellung des Museums zu sehen ist.
Der kleine Pfeifenkopf mit der Aufschrift „Grenzgang/ 1894/ Biedenkopf“ misst nur wenige Zentimeter und ist wohl nicht für den Gebrauch bestimmt.

Zu sehen sind die Exponate des Monats in einer Vitrine in der Schlossküche, wo Besucher jeden Monat ein besonderes Exponat besichtigen können, das üblicherweise im Depot gelagert ist und sonst nur zu passenden Sonderausstellungen gezeigt werden kann (Öffnungszeiten: 1. April bis 15. November, dienstags bis sonntags: 10 bis 18 Uhr).
 

Karl Heinz Schneider, Ehrenmitglied des Grenzgangskomitees, stiftete diese beiden Karten zu den Grenzgängen aus den Jahren 1886 und 1907. Foto: Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf
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Karl Heinz Schneider, Ehrenmitglied des Grenzgangskomitees, stiftete diese beiden Karten zu den Grenzgängen aus den Jahren 1886 und 1907.
Foto: Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf

Karl Heinz Schneider, Ehrenmitglied des Grenzgangskomitees, stiftete diese beiden Karten zu den Grenzgängen aus den Jahren 1886 und 1907. Foto: Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf
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