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Frühe Aufklärung kann den Sturz in die Schuldenspirale verhindern – Erster Kreisbeigeordneter Dr. McGovern fordert auch im schulischen Umfeld mehr Informationen zu Schulden- und Finanzplanung für Jugendliche
(Pressemitteilung Nr. 294/2012 vom 07.08.2012)
Marburg-Biedenkopf – Die konsequente Umsetzung des Präventionsgedankens im Schulunterricht hat der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern bei einem Besuch der Schuldnerberatungsstelle der LOK in Stadtallendorf gefordert. „Wenn die Menschen die Hilfe der Schuldnerberatung in Anspruch nehmen, ist es schon zu spät. Deshalb muss früh, also schon in der Schule damit begonnen werden, auf den verantwortungsvollen Umgang mit Geld und die Risiken von Schulden hinzuweisen“, erklärte Dr. McGovern.

Im Gespräch mit Thomas Vaterrodt von der Schuldnerberatungsstelle und Dr. Reinhard Naumann, stellvertretender Vorsitzender des Vereins für Beratung und Therapie, ist der Erste Kreisbeigeordnete außerhalb der Routine mit der Schuldnerberatungsstelle in Kontakt getreten. „Mich interessiert, was in den Beratungsstellen im Moment anliegt, ob es Probleme oder interessante aktuelle Entwicklungen gibt“, so Dr. McGovern.

Träger der Schuldnerberatungsstelle der LOK ist der Verein für Beratung und Therapie e.V. Die Schuldnerberatungsstelle ist Teil eines Beratungsangebotes der LOK, das der Trägerverein im Ostkreis vorhält. Die Beratungsstelle bietet im Auftrag des Landkreises Menschen, die wegen ihrer finanziellen Schwierigkeiten ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen oder ihren eigenen Lebensunterhalt nicht mehr sicherstellen können, passgenaue Unterstützungsmöglichkeiten an. „Wir suchen gemeinsam mit den Betroffenen nach Lösungen zur finanziellen Problembewältigung. Dazu gehört die Aufstellung eines individuellen Haushaltsplanes, die Abklärung von sozialrechtlichen Ansprüchen, eine hauswirtschaftliche Beratung, die Reduzierung der regelmäßigen Ausgaben durch Auflösung oder Kündigung von Verträgen und auch die Verhandlungen mit Gläubigern“, erläuterte Thomas Vaterrodt. Nach seiner Einschätzung nimmt der Arbeit der Beratungsstelle eher zu als ab. Er hat im vergangenen Jahr 44 neue Beratungsverhältnisse begonnen, in diesem Jahr sind es bereits 36 Fälle. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit dem KreisJobCenter, das Kunden bei Bedarf an die Schuldnerberatungsstelle vermittelt.

Gründe für eine Verschuldung gibt es viele. „Allen gemeinsam ist in der Regel ein Knick in der persönlichen Lebensplanung: Krankheit, Trennung oder Sucht können Auslöser sein“, sagte Vaterrodt. Dabei sinke das Durchschnittsalter seiner Klienten. Auch Konsumschulden durch Versandhäuser oder Handy-Verträge trieben bereits junge Menschen eine Schuldenspirale.

Hier sieht Dr. McGovern einen Ansatz durch frühzeitige Aufklärung und Vorbeugung – bereits bei Jugendlichen und im schulischen Umfeld. „Dass muss in der Grundschule beginnen und dann immer wieder aufgegriffen werden, um bereits Schüler zu sensibilisieren“, so Dr. McGovern. Es könne nicht sein, dass die Menschen ihre Krankenversicherungsbeiträge nicht mehr zahlen können, dafür aber Verträge über moderne Tablet-Computer und Smartphones abschließen. Auch werde oft in Fernsehsendungen ein falsches Bild gezeichnet, wenn ein Schuldenretter auftaucht und alle Probleme löst. „Dabei werden Erwartungen geweckt, die in der Realität meist nicht erfüllt werden können“, sind sich Dr. McGovern und Thomas Vaterrodt einig.

Die Schuldnerberatung arbeitet nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Vielmehr werden in Gesprächen Lösungen für die bestehenden Probleme gesucht. „Nach meiner Erfahrung möchten die Betroffenen meist nur Lösungen oder Teillösungen für konkrete finanzielle Probleme. Hilfestellung bei der grundsätzlichen Lebensplanung oder bei der Ursachen- und Einsichtsfindung sind weniger gefragt“, teilte Thomas Vaterrodt mit.

  Ein Sparschwein als Symbol für weitsichtigen Umgang mit Geld: Sparen kann aus der Schuldenfalle heraus helfen. Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern (v. li.), Thomas Vaterrodt von der Schuldnerberatungsstelle und Dr. Reinhard Naumann vom Verein für Beratung und Therapie sprachen über die Arbeit der Schuldnerberatungsstelle in Stadtallendorf. (Foto: Landkreis)
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Ein Sparschwein als Symbol für weitsichtigen Umgang mit Geld: Sparen kann aus der Schuldenfalle heraus helfen. Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern (v. li.), Thomas Vaterrodt von der Schuldnerberatungsstelle und Dr. Reinhard Naumann vom Verein für Beratung und Therapie sprachen über die Arbeit der Schuldnerberatungsstelle in Stadtallendorf. (Foto: Landkreis)

 

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