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Breitbandversorgung im Landkreis Marburg-Biedenkopf unter Dach und Fach – Telekom will bis 2015 den Ausbau fertig stellen – Fast alle Haushalte im Landkreis können mit einer Internetversorgung von bis zu 100 MBit/s rechnen

(Pressemitteilung Nr. 292/2013 vom 14.08.2013)

Marburg-Biedenkopf – „Im April 2013 haben wir die Ausschreibung für eine flächendeckende Versorgung mit kabelgebundenem Internet auf den Weg gebracht. Vier Monate später, am heutigen Tag, ist der Vertrag mit der Deutschen Telekom AG unter Dach und Fach. Die Zukunftsfähigkeit unseres Landkreises ist somit in einem weiteren Punkt sichergestellt“, stellte Landrat Fischbach fest.

Der Vorstandsbeauftragte für den Breitbandausbau in Deutschland der Telekom, Ulrich Adams, der Geschäftsführer der Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH, Klaus Bernhardt und Robert Fischbach in seiner Funktion als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Breitband GmbH unterzeichneten am 14. August das umfangreiche Vertragswerk.

Die Telekom AG hat in dem Vertrag zugesichert, dass der Ausbau des kompletten Landkreises mit 25 bis 50 MBit/s innerhalb von zwei Jahren erfolgen wird. Erreicht wird das über einen Anschluss aller technisch ausbaubaren Kabelverzweiger (KVZ) die in der Regel noch über Kupferkabel angeschlossen sind. Damit wird der Landkreis Marburg-Biedenkopf im Jahr 2015 der erste Landkreis in Hessen sein, der eine wirklich flächendeckende Versorgung vorweist.

„Wir sind sehr froh, dass der Landkreis mit 21 kreisangehörigen Kommunen der Deutschen Telekom AG das Vertrauen schenkt und diesen Vertrag mit uns abschließt. Für mich stellt dieses Projekt vorbildlich dar, wie sich der Eigenausbau durch die Deutsche Telekom und der geförderte Ausbau durch die Kommunen zu einem flächendeckenden Breitbandausbau im Kreis Marburg-Biedenkopf ergänzen. Ein schöner Erfolg für alle – Bürger, Kommunen und Telekom“, sagte Telekom-Vorstandsbeauftragter Ulrich Adams.

„Allein durch den VDSL-Ausbau sind wir im Stande, mehr als 95 Prozent der Haushalte mit Bandbreiten von 25 bis 50 MBit/s zu versorgen. Dies stellt einen Quantensprung gegenüber der aktuellen Situation dar, wo wir diese Bandbreiten im ausgeschrieben Gebiet nur zu knapp zwei Prozent bereitstellen können“, betonte Telekombeauftragter Ulrich Adams.

Das Netz im Kreis wird zudem vectoringfähig gebaut, so dass bei Freigabe durch die Bundesnetzagentur sogar Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s im Download und bis zu 40 MBit/s im Upload erreicht werden können. Im Fall der Freigabe durch die Bundesnetzagentur garantiert die Telekom diese Bandbreiten für 94 Prozent aller Haushalte im Landkreis. Die Trassen sollen so geplant werden, dass auch Unternehmen in Gewerbegebieten mit einem eigenen Datenanschluss versorgt werden können. „Dadurch wird unsere positive wirtschaftliche Entwicklung nochmals einen Schub erhalten. Auch werden Gewerbegebiete damit für Neuansiedlungen noch attraktiver“, zeigte Landrat Fischbach weitere Chancen mit der Umsetzung des Vertrages auf.

Der Geschäftsführer der Breitband GmbH, Klaus Bernhardt, hat weitere Pläne auch in Zusammenhang mit der Gesundheitsregion. Es soll dann über das Internet Möglichkeiten für Ärzte und Krankenhäuser geben, Kontakt zu chronisch schwerkranken Patienten zu halten, die auf diese Weise in der häuslichen Umgebung bleiben können. Auch für die Industrie ist eine firmenübergreifende Zusammenarbeit in ganz neuen Dimensionen möglich. „Bisher denken wir, dass höhere Bandbreiten nur zum Herunterladen hochauflösender Filme oder für Spiele und Fernsehen über das Internet nützlich sind. Aber die Chancen liegen besonderes in den Innovationen im Gesundheitssystem, in der Wirtschaft und in der Forschung, die mit einer schnellen und stabilen Internetverbindung von Jahr zu Jahr steigen werden“, so Bernhardt.

Erstmalig hat damit ein Landkreis zusammen mit allen Kommunen (außer der Stadt Marburg, die mit den Stadtwerken ein eigenes Konzept verfolgt) über eine gemeinsame GmbH-Lösung von der Option in der Leerrohrrahmenrichtlinie, Erdarbeiten beizustellen, Gebrauch gemacht. Mit der jetzigen Lösung, die den Finanzrahmen von zehn Millionen Euro nicht überschreitet, ist ein guter Weg gefunden worden, der auf die sehr guten Dienstleistungen der Deutschen Telekom AG setzt. Der neue Entwurf der „Bundesrahmenregelung Leerrohre“ sieht vor, dass Zuschüsse gezahlt werden können, um die Deckungslücke für die flächendeckende Versorgung bei den Telekommunikations-Unternehmen zu schließen. Um den Nachteil der schwierigen Koordinierung zwischen Erdarbeiten und Verlegung der Kabel sowie Bau der aktiven Technik auszugleichen, hat sich die GmbH dazu entschlossen, den Bauauftrag an die Telekom AG zu übertragen. Diese wird dann von sich aus die Leistungen ausschreiben. Die Telekom hat zugesichert, soweit wie möglich, vorrangig regionale Unternehmen zu berücksichtigen.

Hintergrund:

Die ländlichen Räume sind bisher von allen Plänen des kabelgebundenen Breitbandausbaus vernachlässigt worden. Zu wenig anschließbare Haushalte sind für die Telekommunikations-Unternehmen nicht wirtschaftlich. Das Ausbauziel der Bundesregierung, 75 Prozent aller Haushalte mit 50 MBit/s zu versorgen, kann durch den Ausbau in den gewinnbringenden Ballungsgebiete und Städte erreicht werden. Viele Ortsteile im Kreis wären dagegen weiterhin von einer guten Internetverbindung abgeschnitten gewesen.

Im letzten Herbst hat der Landkreis eine Bedarfsabfrage und eine Marktabfrage bezüglich einer Breitbandversorgung durchgeführt. Bei über 10.000 Rückmeldungen wurde ein Bedarf von 25 MBit/s und mehr von 96 Prozent der Teilnehmer angemeldet. Gleichzeitig musste aber ein Marktversagen festegestellt werden. Das heißt, dass kein Telekommunikations-Unternehmen bereit war, ohne Zuschuss den kompletten Landkreis auszubauen.

Daher hat das Land Hessen über ein Bürgschaftsmodell, den Landkreisen, Städten und Gemeinden  Unterstützung für den kommunalen Eigenausbau zugesagt. Aber auch dort sind die wirtschaftlichen Risiken für die Landkreise relativ hoch. Es wären Investitionen von circa 50 Millionen Euro nötig gewesen.

Nachdem der Landkreis Marburg Biedenkopf zuerst dieses Mietmodell verfolgt hat, erfolgte nach der Vectoring-Entscheidung der Bundesnetzagentur am 12.04.2013 eine neue Ausschreibung auf Basis der Beihilfemöglichkeiten nach der Bundesrahmenregelung Leerrohre.

Im Landratsamt in Marburg wurden die Verträge zum flächendeckenden Ausbau der Breitbandversorgung im Landkreis von Frank Bothe und Ulrich Adams (beide Telekom) sowie von Landrat Robert Fischbach als Vorsitzendem der Gesellschafterversammlung der Breitband GmbH und dem Geschäftsführer dieser GmbH, Klaus Bernhardt (sitzend, v.l.n.r.) im Beisein des Projektleiters Achim Schneider (Telekom), Bürgermeister Manfred Apell, Bürgermeister Andreas Schulz, Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern, Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg, stellvertretender Bürgermeister Lothar Mücke, Bürgermeister Christoph Felkl und Bürgermeister Joachim Thiemig (v.l.n.r.) unterschrieben. Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf
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Im Landratsamt in Marburg wurden die Verträge zum flächendeckenden Ausbau der Breitbandversorgung im Landkreis von Frank Bothe und Ulrich Adams (beide Telekom) sowie von Landrat Robert Fischbach als Vorsitzendem der Gesellschafterversammlung der Breitband GmbH und dem Geschäftsführer dieser GmbH, Klaus Bernhardt (sitzend, v.l.n.r.) im Beisein des Projektleiters Achim Schneider (Telekom), Bürgermeister Manfred Apell, Bürgermeister Andreas Schulz, Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern, Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg, stellvertretender Bürgermeister Lothar Mücke, Bürgermeister Christoph Felkl und Bürgermeister Joachim Thiemig (v.l.n.r.) unterschrieben.

Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf

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