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Gemeinsame Pressemitteilung: Das Projekt VOICE bietet Integrationsperspektiven für Flüchtlinge – Flüchtlinge berichten von ihren Erfahrungen der Arbeitsmarkterkundung bei Integral

(Pressemitteilung 291/2015 vom 04.08.2015)

Marburg-Biedenkopf – „Wir wollen die Entwicklung einer Miteinanderkultur, einer Kultur, die es Menschen ermöglicht, sich erfolgreich ihren eigenen Weg in unserer Gesellschaft aufzubauen, wenn sie hier bleiben möchten“, hob der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow im Zusammenhang mit einem Termin zum neuen Integrationsprogramm VOICE hervor. VOICE steht hierbei als Abkürzung für die englischen Begriffe „vocational“ im Sinne des Kennenlernens von Berufen, „orientation“, im Sinne von Orientierung, „information“ und „experience“ im Sinne von Information, Erlebnis und Erfahrung.

Mit VOICE möchte der Landkreis Marburg-Biedenkopf die Flüchtlinge dabei unterstützen, berufliche und persönliche Zukunftsperspektiven in ihrer neuen Heimat zu entwickeln. Spracherwerb, Arbeitsmarkterkundung oder auch kulturelle Angebote stehen für ein offenes und vielfältiges Konzept, welches Flüchtlingen bei ihrer Ankunft frühzeitige Unterstützung gibt. Dazu zählen beispielsweise auch Informationsveranstaltungen und Beratungsangebote in arabischer Sprache. Für eine möglichst effektive Umsetzung des Projektes arbeiten die beteiligten Fachbereiche des Landkreises Büro für Integration, Fachbereich Ordnung und Verkehr, Stabsstelle Wirtschaftsförderung, das KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf und auch die Arbeitsagentur Marburg eng zusammen. 

Aus Sicht der Arbeitsagentur ist dieses Projekt wichtig, sowohl aus gesellschaftlicher sowie arbeitsmarktlicher Perspektive. Volker Breustedt, der Leiter der Arbeitsagentur Marburg, stellt klar: „Unser Ziel ist es, das Können und Wissen von Flüchtlingen und Migranten schnell nutzbar zu machen für eine qualifizierte Tätigkeit. Wir wissen, dass viele Flüchtlinge gerne so schnell wie möglich arbeiten wollen, und wir möchten Unterstützung bieten, damit sie ihre Kompetenzen zeigen und am Arbeitsmarkt umsetzen können. Das forciert Selbstvertrauen, Leistungsvermögen und schnelles Einfädeln von Flüchtlingen und Migranten in unsere (Arbeits)gesellschaft.“

Für alle Flüchtlinge bietet darüber hinaus das Arbeitsmarktbüro, das die Bundesagentur für Arbeit zusammen mit dem KreisJobCenter bereithält, eine individuelle Arbeitsmarktberatung und Informationen zum Arbeitsmarkt.

Auch weitere Partner konnten für das Projekt gewonnen werden. Seit Juni nehmen bei dem Kooperationspartner Integral 15 Flüchtlinge an einem Arbeits- und Qualifizierungsprojekt teil. Im kommenden Herbst wird ein weiterer Kurs mit 15 Teilnehmern beginnen. Dabei wird Arbeit und Spracherwerb verknüpft, um künftige Arbeits- und Lebensperspektiven zu erweitern.

Helge Micklitz, der Geschäftsführer der gemeinnützigen Integral GmbH machte deutlich, warum es von so großer Bedeutung ist, den Flüchtlingen eine Arbeitsmöglichkeit zu bieten: „Ich habe von einigen der Schicksale dieser Menschen erfahren und hinter jedem Mensch, der zu uns kommt, steckt eine eigene und nicht selten heftige Geschichte. Deswegen bin ich sehr froh darüber, dass wir den Flüchtlingen mit diesem Angebot etwas Halt und Orientierung bieten können.“

Zwei Flüchtlinge erläuterten aus ihrer Sicht, die Teilnahme an dieser Maßnahme. Sie hoben hervor, dass sie durch den Arbeitsalltag viele Menschen kennen lernen. Das wiederum bringe sie auch im Alltag weiter, so ein 26-jähriger Flüchtling, der zurzeit in der von Integral betriebenen Kantine in der Kreisverwaltung eingesetzt ist. Es sei leichter zu arbeiten, wenn man die Sprache spreche, und durch die Arbeit lerne man Deutsch besser als nur durch die Schule. Zudem sei der Umgang mit den Menschen für ihn wichtig, so der ehemalige Lehrer.

Ein zweiter Geflüchteter machte deutlich, dass er durch diese Arbeit einen geregelten Alltag erfährt, was vorher nicht der Fall war. Der ehemalige Bauarbeiter betont, wie wichtig es für ihn ist, vor allem handwerklich tätig zu sein und mit Menschen zusammen zu arbeiten.

Beide sind seit dem 1. Juni im Rahmen des Projekts tätig und beiden macht die jeweilige Arbeit viel Spaß. Sie haben zudem klare Vorstellungen zu ihren Zukunftsperspektiven. Der eine möchte gerne wieder irgendwann als Lehrer arbeiten und der andere hat das Ziel, zuerst eine Automechaniker-Ausbildung zu absolvieren und danach will er am liebsten studieren, um Bauingenieur zu werden.

Insgesamt sind die bislang 15 Geflüchteten bei Integral wie folgt eingesetzt: Vier Personen im Recyclingcenter, zwei Personen im Garten- und Landschaftsbau, sieben Personen in Schulkiosken und zwei Personen im Schul- und Lieferservice. Gern gesehen seien sie sowohl in den Schulen, wie auch in den anderen Einsatzorten und sie zeichnen sich durch großes Engagement aus, wie von allen Seiten betont wird.

„Dieses Projekt hat eine große Bedeutung für unseren Landkreis. Die ersten Erfahrungen zeigen deutlich, dass unser Programm von den Flüchtlingen gerne angenommen wird und auch bei den ersten Schritten zur Integration sehr hilfreich ist“, sagte Zachow zum bisherigen Projektverlauf abschließend.

In einem gemeinsamen Projekt zwischen Landkreis und Arbeitsagentur, das in dieser Form wahrscheinlich bundesweit einzigartig ist, bekommen Flüchtlinge, die Möglichkeit der Arbeitsmarkterkundung. So sammelt einer der insgesamt 15 Geflüchteten im Rahmen des Projekts Erfahrungen in der von Integral betriebenen Kantine der Kreisverwaltung, ein anderer ist in der Demontage im Recyclingcenter von Integral tätig.  Fotos: Landkreis

In einem gemeinsamen Projekt zwischen Landkreis und Arbeitsagentur, das in dieser Form wahrscheinlich bundesweit einzigartig ist, bekommen Flüchtlinge, die Möglichkeit der Arbeitsmarkterkundung. So sammelt einer der insgesamt 15 Geflüchteten im Rahmen des Projekts Erfahrungen in der von Integral betriebenen Kantine der Kreisverwaltung, ein anderer ist in der Demontage im Recyclingcenter von Integral tätig.  Fotos: Landkreis

In einem gemeinsamen Projekt zwischen Landkreis und Arbeitsagentur, das in dieser Form wahrscheinlich bundesweit einzigartig ist, bekommen Flüchtlinge, die Möglichkeit der Arbeitsmarkterkundung. So sammelt einer der insgesamt 15 Geflüchteten im Rahmen des Projekts Erfahrungen in der von Integral betriebenen Kantine der Kreisverwaltung, ein anderer ist in der Demontage im Recyclingcenter von Integral tätig.

Fotos: Landkreis

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