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Menschen machen Heimat! Offenes Forum berät über politische Beteiligung von Migrantinnen und Migranten

(Pressemitteilung 289/2016 vom 13.07.2016)

Marburg-Biedenkopf – Wie können Menschen mit Migrationshintergrund ihre Sicht auf die Kreispolitik verdeutlichen und aktiv mitgestalten? Wie soll die Arbeit der neuen Kommission zur Beteiligung von Migrantinnen und Migranten aussehen? So lauteten nur zwei Fragen von vielen, die am Montag (11. Juli 2016) beim offenen Forum für Migrantinnen und Migranten im Marburger Landratsamt unter dem Motto „Menschen machen Heimat“ diskutiert wurden.

„Wir wollen Menschen ermöglich, dass sie mitreden und mitgestalten. Das gilt ganz selbstverständlich auch für die Teilhabe von Migrantinnen und Migranten“, erläuterte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow die Zielsetzung des Landkreises. Gemeint sei eine Teilhabe, die nicht an dem Status eines Menschen gekoppelt sei: „Demokratische Mitbestimmung endet nicht bei der Frage des Aufenthaltsrechts“, verdeutlichte Zachow.

Knapp 60 Menschen, darunter auch Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden oder Vereinen, folgten der Einladung der Kreisverwaltung. Zu Beginn stellte Julia Hettenhausen vom Büro für Integration des Kreises die grundsätzliche Planung des Landkreises zur Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund und eigener Migrationsgeschichte vor.

Im Mittelpunkt stand dabei die Etablierung einer Kommission, die zukünftig den Kreisausschuss beraten soll. Mitglieder dieser Kommission seien neben Vertreterinnen und Vertretern der Politik vor allem sachkundige Bürger, also Einwohner des Landkreises, die aufgrund ihres privaten oder beruflichen Engagements die notwendigen Perspektiven in das Gremium einbringen.

Die Entwicklung dieser Kommission – Aufgabenbeschreibung, Arbeitsweise, Besetzungsvorschläge – stehe „noch am Anfang“, so Hettenhausen. Sie verwies auf verschiedene Möglichkeiten, die Antworten auf die noch offenen Fragen mitzugestalten.

Den inhaltlichen Einstieg machte Emese Tömösvári vom Integrationsbeirat Tübingen. Sie erläuterte die Zusammensetzung, Funktionsweise und Möglichkeiten des Gremiums und beantwortete im Anschluss die Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Von besonderem Interesse war dabei die Zusammenarbeit des Beirats mit der Tübinger Stadtverwaltung sowie die Gestaltungsrechte in der schwäbischen Kommune.

Hierüber wurde im Plenum ebenso ausgiebig diskutiert, wie zur Frage, welche Themen zukünftig von der Kreiskommission bearbeitet und wie die konkrete Arbeit ausgestaltet werden sollten. Zu diesen Fragen gab es eine intensive Auseinandersetzung in zwei Workshops. Deren Ergebnisse: Es brauche intensive Kommunikation und Zeit – Migrantinnen und Migranten müssten befragt werden, was ihre Wünsche und Ideen seien. So diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie die Kommission nachhaltige Strukturen der politischen Beteiligung etablieren kann, um langfristig die Erfahrungen und Meinungen von Migrantinnen und Migranten hörbar zu machen. Neben den Schwerpunkten „Partizipation“ und „Antidiskriminierung“ waren aber auch solche Themen im Gespräch, die allgemein auf eine verbesserte Infrastruktur im ländlichen Raum abzielen. Auch wurde vorgeschlagen, dass die Kommission politische Bildungsarbeit betreibt, um die vorhandenen Teilhabemöglichkeiten und unser politisches System bewusst zu machen.

Nach dem Offenen Migrant/-innenforum können Ideen in den nächsten Tagen auch auf der kreiseigenen Beteiligungsplattform www.mein-marburg-biedenkopf.de diskutiert werden. Dann werden alle gesammelten Vorschläge in einen Entwurf münden, der dann dem Kreisausschuss vorgelegt wird.

Hintergrund
Hintergrund des Offenen Migrant/-innenforums ist der Beschluss des Kreistages, eine Kommission zum Thema Vielfalt und Einwanderungsgesellschaft einzurichten, die den Kreisausschuss beraten soll, um die Teilhabe von Migrantinnen und Migranten an der Kreispolitik zu verbessern. Das jetzige Forum sollte zunächst zur breiten Beteiligung aller Interessierten beitragen und zudem konkret diskutieren, wie diese neue Kommission arbeiten könnte, wer ihr angehören und zu welchen Themen sie arbeiten soll.

In Workshops wurden die Ideen zu den Aufgaben, der Zusammensetzung und den Themen der kommenden Kommission beraten.

In Workshops wurden die Ideen zu den Aufgaben, der Zusammensetzung und den Themen der kommenden Kommission beraten.

Kreistagsvorsitzender Detlef Ruffert und Julia Hettenhausen vom Büro für Integration sammeln die Vorschläge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Forums zur politischen Beteiligung von Migrantinnen und Migranten.

Kreistagsvorsitzender Detlef Ruffert und Julia Hettenhausen vom Büro für Integration sammeln die Vorschläge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Forums zur politischen Beteiligung von Migrantinnen und Migranten.

(Fotos: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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