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Märchenforscher aus Japan interessieren sich für die Illustrationen Ubbelohdes zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm – Gruppe besichtigt neben dem Landratsamt auch das Ubbelohde-Haus und Amönau mit dem Rapunzelturm

(Pressemitteilung 288/2015 vom 31.07.2015)

Marburg-Biedenkopf – Bereits zum 22 Mal seit 1994 ist eine Gruppe von Märchenforschern unter der Leitung von Prof. Dr. Toshio Ozawa am 29. Juli in den Landkreis gekommen, um sich thematisch vor allem mit Otto Ubbelohdes Märchenzeichnungen auseinanderzusetzen. 1992 hatte Prof. Ozawa in Japan eine Märchen-Akademie gegründet, die mittlerweile rund 3.000 Mitglieder in ganz Japan zählt. Einmal im Jahr kommt er mit einer Gruppe nach Deutschland und folgt der Märchenstraße. Einer seiner Anlaufpunkte ist dann immer das Landratsamt in Marburg. Außerdem besucht die Gruppe den Rapunzelturm in Wetter-Amönau, der Ubbelohde als Motiv für das in Japan bekannte Rapunzel-Märchen diente, das Ubbelohde-Haus in Goßfelden und die Elisabeth-Kirche in Marburg.

Die 27-köpfige Gruppe wurde vom Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow empfangen. Dieser erfuhr dabei, dass die Märchen der Brüder Grimm in Japan einen recht hohen Bekanntheitsgrad haben, nicht zuletzt durch die Illustrationen Ubbelohdes. „Ich finde es spannend, dass die Zeichnungen Ubbelohdes in Japan bekannt sind und damit auch Motive aus unserem Landkreis in Japan indirekt bekannt gemacht werden“, sagte Zachow.

In Japan sei es nicht so leicht vorstellbar, dass in einem öffentlichen Gebäude Märchenzeichnungen zu sehen sind. Die Tatsache dass der Landkreis auf verschiedenen Etagen der Kreisverwaltung gute gemachte Kopien der Originale dauerhaft ausstellt, ist für Japaner überraschend, weil die Märchen eher für das Volkstümliche und die Verwaltungen eher für den Staat stehen.

Begeistert sprach der Märchenforscher beim Betrachten der Illustrationen von der Detailtreue in den Darstellungen von Landschaften, Gebäuden oder Personen, die Ubbelohde in seinen Zeichnungen als Motivvorlagen gewählt hatte. „Erst durch die Zeichnungen werden die Märchen für mich lebendig“, so Professor Ozawa, dem man die echte Freude über die Illustrationen immer abnimmt und der die Gruppe bei seinen Erläuterungen vielfach zu begeisterten Oh- und Ah-Rufen animiert.

Interessiert betrachten die Besucher aus Japan die Kopien. Die 444 Originalzeichnungen aus dem Nachlass Otto Ubbelohdes befinden sich im Besitz des Landkreises und werden teilweise im Ubbelohde-Haus in Goßfelden ausgestellt.

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat im Jahr 2000 die Märchenillustrationen Ubbelohdes der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm als CD-ROM veröffentlicht und fand in Professor Ozawa den wichtigsten Partner zur Realisierung dieses Projekts, der die CD-ROM samt einen schön gemachten Buch in Japan vertreibt.

Nicht nur deswegen, sondern vor allem durch seine herzliche Art und sein großes Wissen ist Prof Ozawa immer ein gerne gesehener Gast im Landratsamt in Marburg.

Hintergrundinfos zu Toshio Ozawa

Der 1930 geborene Toshio Ozawa hat Germanistik studiert und promovierte 1956 über die Märchen der Brüder Grimm. Später wurde er Professor für Germanistik, vergleichende Literaturwissenschaften sowie Kinder- und Jugendliteratur. Von 1971 bis 1973 übernahm er eine Gastprofessur am Institut für Europäische Ethnologie der Marburger Philipps-Universität. Dabei lernte er auch die Schönheiten dieser Region und auch die Ubbelohde-Illustrationen im Marburger Landratsamt kennen, die seitdem immer wieder Anlaufpunkt seiner Besuche waren.

Professor. Ozawa hat unzählige Veröffentlichungen zu Märchen in Deutschland und in Japan herausgegeben und sich durch seine intensive Feldforschung große Verdienste für internationale Märchenforschung erworben. Als Herausgeber der Vierteljahresschrift „Kodomo to makashibanashi“ (Kinder- und Volksmärchen) stellt er immer wieder Märchen der Brüder Grimm und natürlich Zeichnungen von Otto Ubbelohde in den Mittelpunkt des Interesses.

In Würdigung und Anerkennung seines jahrelangen Engagements für die Völkerverständigung zwischen Japan und Deutschland ist Professor Dr. Toshio Ozawa auf Betreiben des Landkreises Marburg-Biedenkopf im Jahr 2011 mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet worden.

Eine Gruppe japanischer Märchenforscherinnen unter der Leitung von Prof. Dr. Toshio Ozawa wurde in der Kreisverwaltung von Erstem Kreisbeigeordneten Marian Zachow empfangen. Foto: Landkreis

Eine Gruppe japanischer Märchenforscherinnen unter der Leitung von Prof. Dr. Toshio Ozawa wurde in der Kreisverwaltung von Erstem Kreisbeigeordneten Marian Zachow empfangen.

Foto: Landkreis

So sehen die Märchen der Brüder Grimm mit japanischem Text aus (aus dem gemeinschaftlichem CD_ROM-Projekt des Kreises mit Prof Ozawa).

So sehen die Märchen der Brüder Grimm mit japanischem Text aus (aus dem gemeinschaftlichem CD_ROM-Projekt des Kreises mit Prof Ozawa).

So sieht die Titelgestaltung der japanischen Ausgabe der Illustrationen Otto Ubbelohdes zu den Kinder und Hausmärchen der Brüder Grimm des  gemeinschaftlichem CD-ROM-Projekts des Kreises mit Prof Ozawa  aus. Ubbelohde wählte als Motivvorlage für das Märchen Rapunzel das Teehäuschen in Wetter-Amönau (Foto: Landkreis).

So sieht die Titelgestaltung der japanischen Ausgabe der Illustrationen Otto Ubbelohdes zu den Kinder und Hausmärchen der Brüder Grimm des  gemeinschaftlichem CD-ROM-Projekts des Kreises mit Prof Ozawa aus. Ubbelohde wählte als Motivvorlage für das Märchen Rapunzel das Teehäuschen in Wetter-Amönau

(Foto: Landkreis).

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