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Neue Hinweistafeln informieren über wichtige Aspekte des Natur- und Artenschutzes an der Zwester Ohm – Wichtiges Schutzgebiet zwischen Ebsdorfergrund und Fronhausen

(Pressemitteilung 284/2014 vom 20.08.2014)

Marburg-Biedenkopf – Sechs neue Hinweistafeln informieren jetzt über Hintergründe und Besonderheiten des FFH-Gebietes „Zwester Ohm“ zwischen den Gemeinden Ebsdorfergrund und Fronhausen. Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow, die Bürgermeister Andreas Schulz (Ebsdorfergrund) und Reinhold Weber (Fronhausen) sowie Vertreter der Fachabteilungen des Landkreises Marburg-Biedenkopf und des Regierungspräsidiums Gießen stellten die neuen Schilder am Dienstag unweit von Ebsdorf vor.

Das FFH-Gebiet „Zwester Ohm“ ist insgesamt 31,83 Hektar groß, was der Fläche von rund 44 Fußballfeldern entspricht und umfasst das Gewässer und einen etwa zehn Meter breiten Uferrandstreifen zu beiden Seiten des Flüsschens. Das Gebiet erstreckt südlich der Ortes Ebsdorfergrund-Ebsdorf bis zur Einmündung der Zwester Ohm in die Lahn bei Fronhausen-Sichertshausen. Die Zwester Ohm ist ein rund 20 Kilometer langer Nebenfluss der Lahn.

„Wichtig ist, dass wir über die wichtigen Aspekte dieses Gebietes informieren und über die Hintergründe aufklären. Naturschutz funktioniert nur gemeinsam mit den Menschen, die Bescheid wissen“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow. Die Hinweistafeln seien daher ein gutes Instrument, um Informationen zu vermitteln, um Verständnis zu werben und das Bewusstsein für die belange des Arten- und Naturschutzes zu wecken.

Die sechs Informationstafeln stehen am Radweg nahe Ebsdorf, in Hachborn, nahe der Hassenhäuser Mühle, am Radweg kurz vor der Bellnhäuser Mühle und in Sichertshausen. Die Kosten in Höhe von rund 2.400 Euro trägt das Land Hessen.

Die Schutzgründe aus der Richtlinie für FFH-Gebiete sind die Lebensraumtypen rund um die Zwester Ohm: Magere Flachlandmähwiesen, Erlen-Eschen-Auenwälder und der dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, eine Schmetterlingsart ist dort zu Hause. FFH- und Vogelschutzgebiete bilden die Kulisse des Programms „Natura 2000“. Dessen Ziel ist die Schaffung eines europaweiten Netzes von Schutzgebieten und die Förderung der Artenvielfalt.

In Hessen werden deshalb durch die Landkreise im Auftrag des jeweiligen Regierungspräsidiums Maßnahmenpläne erstellt. Diese enthalten alle Schritte, die dazu beitragen, den guten Zustand der Schutzgüter zu erhalten oder zu verbessern. Die Pläne werden in Abstimmung mit den örtlich Aktiven wie Kommunen, Landwirtschaft, Naturschutz, Jagd und den zuständigen Fachbehörden im Fachbereich Ländlicher Raum und Verbraucherschutz erarbeitet und dienen über zehn Jahre als Handlungsgrundlage für die Umsetzung von Naturschutz- und Landschaftspflegemaßnahmen.

Ein wichtiges Umsetzungsinstrument sind dabei die Agrar-Umweltmaßnahmen. Die unterschiedlichen Schutzgüter erfordern oft eine extensivere Landbewirtschaftung. Extensiv bedeutet dabei weniger bis gar keine Düngung sowie die Einhaltung eingeschränkter Nutzungstermine. Dies führt zu Einkommensverlusten bei den Landwirten, die freiwillig diese Bedingungen einhalten. Mit dem Programm HALM (Hessische Agrarumwelt und Landschaftspflege-Maßnahmen) kann der Einkommensverlust in einen gewissen Rahmen abgemildert werden. „Die Landwirte sind ein wichtiger Partner und leisten einen großen Beitrag zum Natur- und Artenschutz“, stellte der Erste Kreisbeigeordnete fest.

Im FFH-Gebiet „Zwester Ohm“ bestehen auch Synergieeffekten zwischen der Wasserrahmenrichtlinie und der FFH-Richtlinie. So verfolgen beide Vorgaben der EU das Ziel, Gewässer in einen naturnaheren Zustand zu bringen, etwa im Hinblick auf deren Durchgängigkeit. Die meisten Gewässerbewohner wie Fische suchen im Laufe ihres Lebens verschiedene Bereiche eines Gewässers auf. So unterscheiden sich ihre Laichplätze von den Orten, an denen sie Nahrung aufnehmen. Genauso können sich ihre Winterquartiere von den Sommerquartieren unterscheiden. Daher ist auch eine Wanderbewegung für die Arterhaltung sehr wichtig. Wehre stellen dabei ein großes Wanderhindernis dar.

Bürgermeister Andreas Schulz (Ebsdorfergrund) betonte, dass die Gemeinde Ebsdorfergrund gerne bereit sei, tragfähige Konzepte zu unterstützen. „Es ist das Vermächtnis unserer Vorfahren, sich um Lebensräume zu kümmern“, so der Bürgermeister. Sein Amtskollege aus der Gemeinde Fronhausen, Reinhold Weber, lobte die unkomplizierte Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Institutionen und stellte fest, dass es bei den Themen Natur- und Artenschutz nicht nur um die Lebensräume von Tieren sondern im Ergebnis auch um den Lebensraum der Menschen gehe.

„Erklärtes Ziel ist die Beseitigung dieser Hindernisse durch verschiedene bauliche Maßnahmen am oder im Gewässer. Die beiden Gemeinden Ebsdorfergrund und Fronhausen haben schon Projekte umgesetzt, die einer naturnahen Entwicklung des Gewässers dienen und dazu geführt haben, dass die Zwester Ohm schon in weiten Teilen wieder im beiden Richtungen durchwandert werden kann“, stellte Marian Zachow fest. Das Land Hessen fördere mit einem speziellen Programm Maßnahmen an Gewässern, die die Ziele beiden EU-Richtlinien verfolgen.

So sehen die neuen Hinweistafeln aus, die Informationen vermitteln und für Verständnis werben sollen. Die Akteure des Landkreises Marburg-Biedenkopf, des Regierungspräsidiums Gießen und der Kommunen Ebsdorfergrund und Fronhausen lobten das gute Miteinander aller Beteiligten bei diesem Projekt. (Fotos: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

So sehen die neuen Hinweistafeln aus, die Informationen vermitteln und für Verständnis werben sollen. Die Akteure des Landkreises Marburg-Biedenkopf, des Regierungspräsidiums Gießen und der Kommunen Ebsdorfergrund und Fronhausen lobten das gute Miteinander aller Beteiligten bei diesem Projekt.

(Fotos: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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