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Quelle der Trinkwasserverunreinigung liegt im Wasserwerk Wohratal – Empfehlung zum Abkochen des Trinkwassers besteht weiter

(Pressemitteilung 273/2016 vm 04.07.2016)

Marburg-Biedenkopf – Am heutigen Vormittag haben die beteiligten Gesundheitsämter der Landkreise Marburg-Biedenkopf, Gießen und Lahn-Dill-Kreis mit den Experten der Wasserverteiler in den betroffenen Versorgungsgebieten die über das Wochenende gewonnenen Ergebnisse der intensiven Untersuchungen und der eingeleiteten Maßnahmen bewertet. Im Ergebnis konnte übereinstimmend festgestellt werden, dass über einen von acht Brunnen des Wasserwerkes Wohratal die Verunreinigung eingetragen wurde. Dieser Brunnen wurde unverzüglich am Samstag vom Netz genommen.

Die bereits am Freitag eingeleitete Desinfektion mit Chlor wird weiter aufrechterhalten. Aufgrund des sehr großen und weit verzweigten Rohrnetzes benötigt die Verteilung des gechlorten Wassers je nach Abnahmestruktur mehrere Tage.

Eine Aufhebung der Abkochempfehlung kann erst erfolgen, wenn an allen Endsträngen des Rohrnetzes ein ausreichender Chlornachweis geführt ist und unbedenkliche Probenergebnisse vorliegen. Aufgrund der Rohrnetzstruktur ist zu erwarten, dass die Abkochempfehlung dann landkreisweise von Nord nach Süd in Abstimmung mit den jeweiligen Gesundheitsämtern aufgehoben werden kann. Hierüber wird die Öffentlichkeit unverzüglich informiert werden.

Auffälligkeiten im Sinne eines Anstiegs von Durchfallerkrankungen sind dem Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf bisher nicht bekannt geworden.

Wegen der Verunreinigung des Trinkwassers und der Chlorung gelten folgende Empfehlungen bis auf weiteres:

Leitungswasser nur im abgekochten Zustand trinken!

Das Leitungswasser sollte für folgende Zwecke sprudelnd aufgekocht werden:
- Zubereitung von Nahrung bzw. Essen und von Getränken, sofern die Speisen bzw. Getränke nicht ohnehin gekocht werden
- Zubereitung und Waschen von Rohkost (Salat, Obst, Gemüse)
- Zähneputzen

Alternativ kann auch abgepacktes Wasser (z.B. in Flaschen) genutzt werden; kohlensäurehaltiges Wasser ist jedoch für die Säuglingsernährung nicht geeignet ist.

Körperpflege / Wäsche:
Für die Körperpflege (Waschen, Duschen, Baden) und auch für das Waschen der Wäsche kann das Leitungswasser ohne Bedenken weiter genutzt werden. Der Kontakt mit offenen Wunden sollte vermieden werden.

Der Genuss des gechlorten Wassers ist unbedenklich. Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist das Wasser während der Chlorungsmaßnahme jedoch nicht geeignet!


Fragen und Antworten:

Welche E.Coli-Bakterien sind es?

E.coli ist ein Darmkeim. Wie bei allen Erregern oder Schadstoffen gilt, dass die Menge darüber entscheidet, wie groß die Gefahr einer Erkrankung ist. Da es sich um eine geringe Verkeimung handelt, ist die Gefahr gering, zu erkranken.

Ist es ansteckend?

Jeder, der an einem durch Keime hervorgerufenen Durchfall erkrankt ist, kann während der Krankheitsphase andere Menschen anstecken. Maßnahmen, um in diesem Fall eine Weiterverbreitung zu verhindern, sind sogenannte Maßnahmen der Basishygiene, insbesondere gründliches Händewaschen vor dem Essen und nach dem Toilettengang.

Was sind die Symptome?

E.Coli kann Durchfallerkrankungen und eine Wundinfektion auslösen, falls verunreinigtes Wasser auf eine offene Wunde gelangt. Wegen der geringen Keimbelastung ist das Risiko gering, zu erkranken.

Ab wann sollte man zum Arzt?

Die Notwendigkeit für einen Arztbesuch unterscheidet sich nicht von anderen Erkrankungen.

Gibt es besondere Situationen für Kinder?

Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist Wasser während der Chlorungsphase nicht geeignet. Es sollte abgekochtes oder abgepacktes Wasser verwendet werden.

Kann man bedenkenlos Geschirr spülen?

Wir empfehlen, Geschirr mit abgekochtem Wasser zu spülen.

Reicht es, wenn das Wasser in einer Kaffeemaschine zum Aufbrühen erhitzt wird?

Das Aufbrühen des Wassers in der Maschine reicht nicht aus. Kaffee sollte daher mit abgekochtem Wasser oder abgepacktem Wasser gekocht werden.

Kann ich eine Geschirrspülmaschine benutzen?

Geschirrspülmaschinen spülen in der Regel nach dem eigentlichen Reinigungsvorgang das Spülgut nochmals mit klarem Wasser nach. Daher ist eine Verunreinigung nicht auszuschließen. Das Spülgut sollte daher mit abgekochtem oder verpacktem Wasser nachgespült werden.

Empfehlung der Landeszahnärztekammer für Zahnarztpraxen:

1.         Grundsätzlich soll keine Abgabe des verkeimten Wassers über Behandlungseinheiten, welche an die Trinkwasserinstallation angeschlossen sind und keine Aufbereitung besitzen, erfolgen. Die Kühlung soll über externe Geräte, die Spülungen über abgekochtes bzw. Flaschenwasser erfolgen.

2.         Je nach Behandlungseinheit sind verschiedene technische Maßnahmen zur permanenten Entkeimung verbaut (vorgeschalteter Filter, Zugabe von Wasserstoffperoxid) .Die betroffenen Praxen sollen über den Hersteller in Erfahrung bringen, ob das System geeignet ist die vorliegende Verkeimung zu beseitigen.


Für Fragen der Bevölkerung sind erreichbar:
- Der Zweckverband Mittelhessiche Wasserwerke (ZMW), Telefon: 06428 9340 (24 Stunden erreichbar)
- Stadtwerke Marburg: 06421 205-505; Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8:00 bis 18:00 Uhr


Folgende Gebiete sind betroffen:

Landkreis Marburg Biedenkopf

Dautpehtal-Buchenau

Dautpehtal-Dautphe

Dautpehtal-Friedensdorf

Dautpehtal-Herzhausen

Dautpehtal-Holzhausen

Dautpehtal-Hommertshausen

Dautpehtal-Mornshausen

Dautpehtal-Silberg

Dautpehtal-Wolfgruben


Ebsdorfergrund Beltershausen-Frauenberg

Fronhausen-Kerngemeinde

Fronhausen-Bellnhausen

Fronhausen-Hassenhausen

Fronhausen-Holzhausen

Fronhausen-Oberwalgern

Fronhausen-Sichertshausen


Gladenbach-Kernstadt

Gladenbach-Bellnhausen

Gladenbach-Diedenshausen

Gladenbach-Erdhausen

Gladenbach-Friebertshausen

Gladenbach-Frohnhausen

Gladenbach-Kehlnbach

Gladenbach-Mornshausen

Gladenbach-Rachelshausen

Gladenbach-Rüchenbach

Gladenbach-Runzhausen

Gladenbach-Sinkershausen

Gladenbach-Weidenhausen

Gladenbach-Weitershausen


Kirchhain-Großseelheim

Kirchhain-Kleinseelheim

Kirchhain-Niederwald

Kirchhain-Schönbach


Lahntal-Goßfelden

Lahntal-Sarnau

Lahntal-Sterzhausen


Lohra-Kerngemeinde

Lohra-Altenvers

Lohra-Damm/Etzelmühle

Lohra-Kirchvers

Lohra-Nanz-Willershausen

Lohra-Reimershausen

Lohra-Rodenhausen

Lohra-Rollshausen

Lohra-Seelbach

Lohra-Weipoltshausen


Stadt Marburg

Weimar-Allna

Weimar-Argenstein

Weimar-Kehna

Weimar-Nesselbrunn

Weimar-Niederwalgern

Weimar-Niederweimar

Weimar-Oberweimar

Weimar-Roth

Weimar-Stedebach

Weimar-Weiershausen

Weimar-Wenkbach

Weimar-Wolfshausen


Lahn Dill Kreis

Lahnau

Wetzlar, nur die Gebiete Dalheim, Naunheim, Niedergirmes und Teile der Kernstadt sowie ein kleiner Teil in Hermannstein.


Landkreis Gießen

Biebertal Krumbach

Stadt Gießen

Heuchelheim

Wettenberg

Derzeit muss das Trinkwasser in Teilen des Landkreises vor dem Verzehr abgekocht werden. (Foto: Landkreis)

Derzeit muss das Trinkwasser in Teilen des Landkreises vor dem Verzehr abgekocht werden. (Foto: Landkreis)

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