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Exponat des Monats August im Hinterlandmuseum ist ein Wandteller aus der Zeit des Ersten Weltkrieges – Darstellung und Wortspiel erinnern an die Rationierung von Lebensmitteln

(Pressemitteilung 273/2014 vom 04.08.2014)

Marburg-Biedenkopf – Bei dem Exponat des Monats August im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf handelt es sich um einen flachen mit einem Bildmotiv versehenen Teller. Er kann mit einer Kordel an die Wand gehängt werden. Der Wandteller stammt von 1916. Die bildliche Darstellung zeigt ein Mädchen in Schwälmer Tracht, das in der linken Hand einen großen Laib Brot und in der rechten Hand ein großes Brotmesser hält. Signiert ist die Darstellung unten rechts mit „Joh. Ga. Mohr“.

Oberhalb der bildlichen Darstellung wurde umlaufend handschriftlich: „Lieber „K“ Brot als „kaa“ Brot!“ aufgebracht, unterhalb des Bildes die Jahreszahlen „1914/16.“ Außerdem ist ein zum Teil mit einer Schablone angefertigtes Blumenmuster zu finden, das an gleichmäßig verteilt an vier Stellen aufgemalt wurde.

In der Umschrift wird das im Dialekt für „kein“ stehende „kaa“ zum Wortspiel mit der Bezeichnung „K“ Brot. Das „K“ steht für Kommiss-, aber auch Kriegs- oder sogar Kartoffelbrot.

Kommissbrot, meist ein grobes Roggenbrot, das als Kastenbrot ohne Kruste gebacken wurde, diente als einfaches, haltbares Brot zur Versorgung der Soldaten. Unter dem Begriff Kommiss versteht man ursprünglich die dem Soldaten vom Staat gelieferte Ausrüstung und Verpflegung.

Als im Laufe des Ersten Weltkrieges Brot und Mehl immer stärker rationiert wurden und nur gegen Brotmarken oder aber auch gar nicht zu erwerben waren, wusste man, dass selbst dieses „Kriegsbrot“ besser als gar kein Brot war. Da auch mit Kartoffelmehl gebacken wurde, könnte das „K“ auch für Kartoffeln stehen.

Bei dem Künstler handelt es sich wohl um den Maler Johann Georg Mohr (1846 bis 1943). Der gebürtige Frankfurter studierte an der Städelschule und in Berlin. Mohr stand in engem Kontakt zur Kronberger Malerkolonie.

Der handgemalte Teller war kein Einzelstück und wurde in verschiedenen Versionen herausgegeben. Allen gemein ist die Darstellung eines Mädchens, das Brot in der Hand hält. Es handelt sich dabei entweder um ein oder zwei Laibe, die Art und Weise, in der das Mädchen das Brot hält, unterscheidet sich. Allein die Darstellung des Schwälmer Mädchens existiert mit unterschiedlichen Jahreszahlen.

Gefertigt wurde der Brotteller in der Steingutfabrik Wächtersbach in Brachtal-Schlierbach. Auf der Unterseite wurden in blauer Farbe ein Wappen als Markenzeichen der Firma Wächtersbach sowie die Zahlen „30“ und „35“ aufgebracht. Daneben wurde außerdem in das während der Herstellung noch nicht ausgehärtete Material wiederum das Wappen sowie die Zahlenfolge „6“ gefolgt von einer spiegelverkehrten „3“ sowie „51KYS“ gedrückt. In dem relativ hohen Standring befinden sich darüber hinaus Kordellöcher zum Aufhängen des Tellers.

Die Firma Wächtersbach wurde im gleichnamigen Ort im Jahre 1832 gegründet und schloss ihren Produktionsstandort mit Ausnahme einer Schauproduktion vor drei Jahren.

Informationen zum Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf:

Öffnungszeiten:

Die Ausstellungen und der Bergfried können vom 1. April bis 15. November dienstags bis sonntags von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr besichtigt werden. Am Oster- und Pfingstmontag ist das Museum geöffnet.

Eintrittspreise:

Erwachsene: 2,50 Euro

Kinder bis 14 Jahre: 1,30 Euro

Gruppen pro Person jeweils: 2,00 Euro

Schulgruppen pro Person: 1,00 Euro

Inhaber der Ehrenamtscard: frei

Führungen: Nach Voranmeldung unter der Telefonnummer 06461 924651

Anschrift:

Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf

Im Schloss 1, 35216 Biedenkopf

E-Mail: hinterlandmuseum@t-online.de

Bei dem Exponat des Monats August im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf handelt es sich um einen flachen mit einem Bildmotiv versehenen Teller. Der Wandteller stammt von 1916 und greift die Rationierung von Lebensmitteln in der Zeit des Ersten Weltkrieges auf. (Fotos: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Bei dem Exponat des Monats August im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf handelt es sich um einen flachen mit einem Bildmotiv versehenen Teller. Der Wandteller stammt von 1916 und greift die Rationierung von Lebensmitteln in der Zeit des Ersten Weltkrieges auf.

(Fotos: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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