Link auf das Hauptmenü Link auf die Untermenüpunkte Link auf Inhaltsbereich
Gemeinsame Pressemitteilung der Universitätstadt Marburg und des Landkreises Marburg-Biedenkopf: „Gemeinsam Chancen schaffen“ – Die Region Marburg-Biedenkopf geht als gutes Beispiel bundesweit voran

(Pressemitteilung Nr. 266/2013 vom 15.07.2013)

Gemeinsam Chancen schaffen: Unter diesem Motto steht die Zusammenarbeit zwischen sechs Migranten-Organisationen sowie einem vereinsunabhängigem Multiplikator, dem Internationalen Bund/Jugendmigrationsdienst (IB/JMD), dem Ausländerbeirat Marburg, der Universitätsstadt Marburg und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf. Nach erfolgreicher Durchführung des Projektes „Mit MigrantInnen für MigrantInnen“ (MMfM) trafen sich die Netzwerkpartner im Marburger Rathaus, um gemeinsam im offiziellen Rahmen den interkulturellen Arbeitskreis „Gemeinsam Chancen schaffen“ zu gründen. MMfM war ein Begleitprojekt des Regionalen Übergangsmanagements Marburg-Biedenkopf (RÜM) zur Verbesserung der Bildungssituation von Migrantinnen und Migranten. RÜM wurde im Rahmen des Bundesprogramms "Perspektive Berufsabschluss" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Ziel des Projektes „MMfM““ war es, Migrantenorganisationen als Akteure in der beruflichen Integration beziehungsweise in der Bildungsintegration im Programm „Perspektive Berufsabschluss“ im Sinne des Intercultural Mainstreaming einzubeziehen und zu einer Erhöhung der (Aus-) Bildung- und Arbeitsmarktintegration beizutragen. In nur fünf Pilotprojekten bundesweit wurde das Programm „Regionales Übergangsmanagement“ durch das Begleitprojekt „MMfM“ unterstützt. Wie man in der Region Marburg-Biedenkopf sieht, mit Erfolg.

In enger Kooperation mit dem Projektträger MOZAIK gGmbH und dem Büro für Integration des Landkreises Marburg-Biedenkopf ist es RÜM gelungen, regionale Migrantenorganisationen für die aktive Teilnahme als Netzwerkpartner zu gewinnen sowie Migrantinnen und Migranten für die bildungspolitischen Themen des Förderprogramms zu sensibilisieren und zu sogenannten Bildungsbeauftragten (BB) zu schulen. Mit deren Unterstützung soll die Bekanntheit von und der Zugang zu Bildungsberatungsstellen bei Eltern mit Migrationshintergrund verbessert werden. Es sollen aber auch das Empowerment und die Selbsthilfepotentiale von Migrantenorganisationen und deren Mitgliedern gestärkt werden.

„Für die berufliche Zukunft von jungen Migrantinnen und Migranten ist eine gute Ausbildung sehr wichtig. Durch die Kooperation mit den Migrantenvereinen konnten wir dem Ziel durch Aufklärung, Information und Beratung näher kommen. Den Vereinen ist es zu verdanken, dass unsere Kooperationsvereinbarung mit Leben gefüllt wurde“, resümierte Erster Kreisbeigeordneter Dr. McGovern.

Auch aus Sicht der Universitätsstadt Marburg wird das Projekt sehr positiv eingeschätzt: „Es freut mich, dass es gelungen ist, so viele Beteiligte zu diesem Thema an einen Tisch zu holen. Entscheidend ist für mich die Einbeziehung der Migrantenorganisationen. Nur gemeinsam mit ihnen als Kooperationspartner ist das gesteckte Ziel, Verbesserung der Bildungs- und Berufschancen von Migrantinnen und Migranten, zu erreichen“, betonte Oberbürgermeister Egon Vaupel.

Hinzu kommt, dass die beteiligten Migrantenorganisationen den Arbeitskreis als eine gemeinsame Plattform begrüßen, die auch für weitere Interessierte offen ist. Die Projektleiterin des RÜM, Evelyne Rößer ist davon überzeugt, dass das Projektziel erreicht und das entstandene Netzwerk verstetigt werden konnte: „Ohne das ehrenamtliche Engagement der Bildungsbeauftragten und deren persönliche Motivation sich für das Thema Bildung einzusetzen, wäre dies nicht möglich.“

Die strukturelle Einbeziehung von Migrantenorganisationen in die kommunale Bildungsarbeit ist ein bedeutender Schritt in der Region, der nur durch die Öffnung von Vereinen und Institutionen ermöglicht werden kann. Nach Ansicht des Geschäftsführers der MOZAIK gGMBH, Cemalettin Özer ist ein Qualitätssprung in den Migrantenvereinen festzustellen, von der reinen Kultur- hin zur Bildungsarbeit: „Die Weiterführung des Arbeitskreises wird die Struktur noch weiter verändern. Die nächste Stufe besteht darin, dass die Vereine selbst Träger eigener Projekte werden und der Fokus auf die Öffnung und Einbindung von Einheimischen gelegt wird.“

Die Aufgabe ist und bleibt groß. Es ist wichtig, diese in verschiedene Hände zu legen. Darin sind sich Oberbürgermeister Vaupel und Dr. McGovern einig. So wird der interkulturelle Arbeitskreis jetzt vom Internationalen Bund/Jugendmigrationsdienst, in Kooperation mit dem Büro für Integration des Landkreis Marburg-Biedenkopf und mit Unterstützung durch den Ausländerbeirat, koordiniert. Die ersten Treffen des Netzwerkes fanden bereits statt, in denen unter anderem ein gemeinsamer Flyer und Plakate entworfen wurden, die nun der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Damit können die Bildungsbeauftragten weitere Migrantinnen und Migranten und auch Organisationen ansprechen und auf ihr Angebot zur Information und Vermittlung im Bildungsbereich aufmerksam machen. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Universitätsstadt Marburg stehen dem Arbeitskreis beratend und organisierend zur Seite.

So wird der interkulturelle Arbeitskreis jetzt vom Internationalen Bund/Jugendmigrationsdienst, in Kooperation mit dem Büro für Integration des Landkreis Marburg-Biedenkopf und mit Unterstützung durch den Ausländerbeirat, koordiniert. Auch der Bereichsleiter des IB, Christopf Stock befürwortet die neue Aufgabe und freut sich über die gezielte gemeinsame Arbeit.

Zusätzlich ist es gelungen, über eine Förderung durch das Integrationsministerium des Landes Hessen, die ehrenamtliche Tätigkeit der Bildungsbeauftragten zur Information, Beratung und Begleitung von Jugendlichen und deren Eltern in Bildungsfragen, mit dem Schwerpunkt im Übergang Schule – Beruf, und zur Vernetzung mit einer Aufwandsentschädigung anzuerkennen. Özer hält fest: „Der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Universitätsstadt Marburg gehen als gutes Beispiel bundesweit voran.“

Das nächste Treffen des Arbeitskreises findet am 20. August 2013 um 18 Uhr beim Internationalen Bund in Marburg, Biegenstraße 3 statt. Interessierte Migrantenorganisationen sind herzlich eingeladen, sich am Arbeitskreis zu beteiligen.


Download Druckversion

[ schliessen ]