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Exponat des Monats ist Kaufmannsladen für Puppen aus den 1930er Jahren – Ausstellungsstück erweitert Spielzeugsammlung des Hinterlandmuseums im Schloss Biedenkopf

(Pressemitteilung 270/2016 vom 14.07.2016)

Marburg-Biedenkopf – Das Exponat des Monats Juli 2016 im Hinterlandmuseum im Schloss Biedenkopf ist ein kleiner Kaufmannsladen für Puppen aus den 1930er Jahren. Das Einzelhandelsgeschäft in Miniaturgröße aus farbig lackiertem Holz wurde vermutlich handgefertigt. „Eingekauft“ wurde mit einer übergroßen Tasche.

Noch heute kennen viele Kinder das Einkaufenspielen in einem kleinen Verkaufsraum. Das Exponat des Monats Juli 2016 aus den 1930 Jahren im Hinterlandmuseum war allerdings für Puppen gedacht. Der offene Verkaufsraum hat drei Außenwände und einen Fußboden, jedoch kein Dach. Die Wände und ein Teil der Inneneinrichtung wurden mit dunkelgrüner Farbe lackiert. Einen farbigen Kontrast bilden die rot lackierten Schubladen sowie der kleine, ebenfalls rot lackierte Verkaufstisch.

Zur Ausstattung gehören noch eine Waage und Gewichte sowie verschiedene Verkaufsverpackungen. „Eingekauft“ wurde mit einer überproportional großen Tasche. Vollständig ist der Kaufmannsladen aus den 30ern nicht mehr, da sich nicht mehr alle Waren aus der Auslage erhalten haben und mit späteren ergänzt wurden.

Miniaturräume für Puppen wurden zunächst zum Anschauen gefertigt. Das älteste bekannte Puppenhaus wurde 1558 als Anschauungsobjekt für Herzog Albrecht V. von Bayern gebaut. In den folgenden Jahrhunderten fertigte man Puppenstuben mit großem Aufwand als detailgetreue Nachbauten der Wohnräume der Oberschicht. In den Puppenstuben des Biedermeier (1815 bis 1848) konnte dann schließlich auch gespielt werden.

Die Zielgruppe der späteren Puppenstuben und -häusern waren Mädchen, die beim Puppenspiel nach der damals gängigen Vorstellung geschlechtertypisch auf ihre spätere Aufgabe als Hausfrau vorbereitet wurden. In vielen Familien wurden die Stuben in Handarbeit von den Eltern gefertigt. Mit zunehmender Nachfrage produzierten die Spielzeughersteller die Stuben oder Küchen in Serie. Neben der kleinen Puppenküche aus den 1930ern besitzt das Hinterlandmuseum noch weitere solche selbst gebauten Exemplare.

Das Spielzeug gehörte ursprünglich Elli Homrighausen, die 1927 in Wallau an der Lahn geboren wurde und im Alter von nur 17 Jahren im Oktober 1944 an den Folgen eines Bombenangriffes auf Wallau starb. Gestiftet wurde der Verkaufsstand von Monika Strohmann aus Biedenkopf. Sie gab bereits einige Gegenstände an das Museum, die aus dem Besitz der seit den 1920er Jahren in Wallau ansässigen Familie Homrighausen stammen. Die aktuelle Stiftung erweitert den Bestand an Kinderspielzeug des Hinterlandmuseums. Wozu bisher beispielsweise ein Schaukelpferd, ein Puppenwagen, Kartenspiele oder ein Legespiel mit Robinson Crusoe gehören. Die Sammlung wird weiter stetig erweitert.

Öffnungszeiten des Hinterlandmuseums: 1. April bis 15. November Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr. Am Oster- und Pfingstmontag ist das Museum geöffnet. Nach telefonischer Voranmeldung kann das Hinterlandmuseum auch während der Winterpause vom 16. November bis 31. März von Gruppen ab 10 Personen besichtigt werden.

Monika Strohmann aus Biedenkopf stiftete dem Hinterlandmuseum im kreiseigenen Schloss Biedenkopf das Ausstellungsstück. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Monika Strohmann aus Biedenkopf stiftete dem Hinterlandmuseum im kreiseigenen Schloss Biedenkopf das Ausstellungsstück. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Monika Strohmann aus Biedenkopf stiftete dem Hinterlandmuseum im kreiseigenen Schloss Biedenkopf das Ausstellungsstück.

(Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf) 

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