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Bund fördert Demokratieprojekte im Landkreis Marburg-Biedenkopf mit 245.000 Euro – Marburg-Biedenkopf mischt mit: Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit

(Pressemitteilung 268/2015 vom 20.07.2015)

Marburg-Biedenkopf – Der Landkreis Marburg-Biedenkopf erhält Fördermittel des Bundes in Höhe von 245.000 Euro zur Stärkung von Demokratieprojekten. Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ werden Projekte gefördert, die zur Stärkung demokratischen Verhaltens und zivilgesellschaftlichen Engagements für Vielfalt und Teilhabe beitragen. „Misch mit! Miteinander Vielfalt (er)leben“ ist der Titel eines innovativen Projekts, mit dem das Büro für Integration des Landkreises Marburg-Biedenkopf gemeinsam mit dem Verein bsj e.V. Impulse für eine lebendige, vielfältige und starke „Partnerschaft für Demokratie“ im Landkreis Marburg-Biedenkopf setzen will.

Insgesamt 18 Kommunen in Hessen stellt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in den kommenden fünf Jahren Projektmittel zur Verfügung, um die Bildung lokaler „Partnerschaften für Demokratie“ zu stärken. Diese verstehen sich als nachhaltig zu entwickelnde Bündnisse zwischen Akteuren aus Vereinen, Initiativen und Organisationen, aus Religionsgemeinschaften, aus Politik, Verwaltung und Medien, aus Bildungsinstitutionen sowie Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit. Dabei wird eine breite Beteiligung auch von Kindern und Jugendlichen angestrebt.

„Um das Projekt erfolgreich umsetzen zu können, ist eine breite Vernetzung und Mitwirkung wesentlich. Wenn wir uns alle als ein Teil dieser Gesellschaft verstehen und eine vielfältige Nachbarschaft im Landkreis beleben wollen, dann brauchen wir eine offene, wertschätzende und vertrauensvolle Kultur des Miteinanders“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow. Das Projektmotto „Misch mit!“ solle alle ansprechen, hierfür Ideen einzubringen, Zeichen zu setzen, dabei zu sein, miteinander Vielfalt zu leben und zu erleben. Dem Engagement des Büros für Integration sei es zu verdanken, dass der Landkreis Marburg-Biedenkopf als Förderregion berücksichtigt wurde. „Das macht auch deutlich, dass wir hier in Marburg-Biedenkopf gute Arbeit leisten, die auch in Berlin anerkennt wird“, stellte der Erste Kreisbeigeordnete fest.

„Die Projektidee überschneidet sich mit den im hessischen Landesprogramm WIR (Wegweisende Integrationsansätze realisieren) gesetzten Schwerpunkten und bieten vielfältige Anknüpfungspunkte für eine ideenreiche und wirkungsvolle Zusammenarbeit“, freuen sich die WIR-Koordinatorinnen des Landkreises Franziska Engelhardt und Julia Hettenhausen, mit deren fachlicher Unterstützung das Projekt für den Landkreis eingeworben werden konnte.

Ziel des bis zum Ende 2019 laufenden und mit einem Gesamtfördervolumen von 245.000 Euro ausgestatteten Projektes „Misch mit!“ ist es, demokratisches Verhalten sowie zivilgesellschaftliches Engagement für Vielfalt und Teilhabe anzustoßen und zu verstetigen.

Für die Koordinierung des Projektes hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf den Verein bsj e.V. (Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit e.V.) mit Katharina Seyfferth gewonnen. Katharina Seyfferth hat im „beratungsNetzwerk hessen – Mobile Intervention gegen Rechtsextremismus“ Erfahrungen im Bereich der Extremismusprävention und Demokratieförderung gesammelt. Im Rahmen der vom Kreis in Auftrag gegebenen Studie „Rechtsextreme Tendenzen bei Jugendlichen im Landkreis Marburg-Biedenkopf“ hat sie auf vereinzelte rechtsextreme Haltungen und Handlungen und auf weit verbreitete alltagsrassistische Einstellungen und Verhaltensweisen aufmerksam gemacht. „Damit rückt die ganze Gesellschaft in den Fokus wenn es um die Frage geht, wie wir ein vorurteilsbewusstes Zusammenleben gestalten können“, so Projektleiterin Seyfferth. Auch Jochem Schirp, Geschäftsführer des bsj e.V., bekräftigt die Wichtigkeit des Projektes, das „großartige Chancen der Beteiligung insbesondere auch für Kinder und Jugendliche bietet und uns allen neuen Schwung gibt, den Demokratiegedanken für die Einwanderungsgesellschaft auszugestalten“.

Aufgabe der nun bundesweit entstehenden „Partnerschaften für Demokratie“ wird es sein, demokratische Entwicklungsprozesse zu fördern, Strategien im Umgang mit lokalen Problemen bezüglich verschiedener Formen „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ wie Rassismus, Antisemitismus oder Abwertung von Asylsuchenden weiterzuentwickeln, die Wirksamkeit der integrativen Arbeit auszubauen, öffentliche Unterstützung für die Förderung von Teilhabe und die Sensibilisierung für Diskriminierung zu gewinnen sowie das Bewusstsein für die Potenziale und Herausforderungen von sprachlicher, religiöser, kultureller Vielfalt zu schärfen.

Bei der Umsetzung von konkreten Projektideen streben Kreis und bsj drei Handlungsziele an: Zunächst soll eine Willkommens- und Anerkennungskultur für Flüchtlinge etabliert werden. Dazu sollen ablehnende Einstellungen und Ängste der Bevölkerung gegenüber Flüchtlingen abgebaut sowie Strukturen des Engagements für Vielfalt gefördert werden. Ein zweites Projektziel stellt die Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe von Eingewanderten in den Kommunen dar. Unterstützung finden hierbei Projekte, die Begegnung und Teilhabe in sprachlicher, religiöser oder kultureller Vielfalt anregen. Als drittes Ziel wird eine Sensibilisierung für Diskriminierung, Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit angestrebt. Darüber hinaus nimmt das Projekt auch demokratie- und rechtsstaatsfeindliche islamistische Orientierungen und Handlungen im Landkreis in den Blick, um geeignete Maßnahmen der Prävention und Intervention zu entwickeln.

Kontakt:

Koordinierungs- und Fachstelle (bsj e.V): Katharina Seyfferth, E-Mail: seyfferth@bsj-marburg.de Telefon: 06421 68533-13

Büro für Integration des Landkreises Marburg-Bieenkopf: Franziska Engelhardt, E-Mail: engelhardtfr@marburg-biedenkopf.de ; Telefon: 06428 447-2212


Weitere Informationen im Internet:

https://www.demokratie-leben.de/bundesprogramm/ueber-demokratie-leben/partnerschaften-fuer-demokratie.html

Sie freuen sich über die Förderung des Bundes (v. li.) Projekt-Koordinatorin Katharina Seyfferth (bsj Marburg e.V.), der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow, Simona Lison (bsj Marburg e.V.), Claus Schäfer (Büro für Integration des Landkreises) und Franziska Engelhardt, Koordinatorin des WIR-Projekts im Büro für Integration. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Sie freuen sich über die Förderung des Bundes (v. li.) Projekt-Koordinatorin Katharina Seyfferth (bsj Marburg e.V.), der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow, Simona Lison (bsj Marburg e.V.), Claus Schäfer (Büro für Integration des Landkreises) und Franziska Engelhardt, Koordinatorin des WIR-Projekts im Büro für Integration.

(Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)


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