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Ehrenamtliche Konflikthelfer erhalten Zertifikate / Modellprojekt soll weiterentwickelt werden – Engagement in Gladenbach und Stadtallendorf / SEAL-Projekt verbessert das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und trägt zu mehr Verständnis bei

(Pressemitteilung 261/2014 vom 22.07.2014)

Marburg-Biedenkopf – Mit den 15 neu ausgebildeten SEAL-Konflikthelfern haben nunmehr seit 2011 mehr als 50 Absolventen und Absolventinnen im Landkreis Marburg-Biedenkopf ihr SEAL-Zertifikat erworben. SEAL steht für Sicherheit, Engagement, Anerkennung und Lebensnähe und beschreibt das Integrationsprojekt „SEAL – Ausbildung zu Konflikthelfern“, das durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und unterstützt vom Landkreis Marburg-Biedenkopf gefördert wird. Die Jugendkonflikthilfe Marburg e.V. (JUKO) ist Trägerin und Ausführende dieses Projekts, das in den Regionen Stadtallendorf und Gladenbach als Kursstandorte angesiedelt ist – und das nun nach drei Jahren ausläuft.

Von den 54 Teilnehmern in drei Kursdurchgängen sind 28 Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund, also auch in Bezug auf die Beteiligung ein wirklich gelungenes Integrationsprojekt. Die 15 Absolventinnen und Absolventen des dritten und letzten Ausbildungsdurchgangs erhielten am Dienstag in einer Feierstunde im Marburger Landratsamt ihre Zertifikate überreicht. Landrätin Kirsten Fründt, Claus Schäfer (Leiter des Büros für Integration des Landkreises), Dr. Thomas Weyrauch (Regionalkoordinator des BAMF), Günter Becker (Stadt Gladenbach) und Walter Mengel (Stadt Stadtallendorf) sowie Maria Flohrschütz, Sabine Schlegel und Thorsten Kubach von der JUKO Marburg e.V. würdigten das große  und vorbildliche Engagement der neu ausgebildeten ehrenamtlichen Konflikthelferinnen und Konflikthelfer.

„Sie haben die Ausbildung in den Bereichen Konfliktlösung und Gewaltprävention erfolgreich abgeschlossen und können jetzt als ehrenamtliche Konflikthelfer in ihrer Region tätig werden. Ich freue mich, dass wir Ihnen heute in einem feierlichen Rahmen diese Zertifikate überreichen können“, betonte Maria Flohrschütz, Geschäftsführerin der JUKO Marburg e.V.

Landrätin Kirsten Fründt wies auf die Bedeutung des Projekts hin: Für den Landkreis und die beteiligten Städte sei es ein weiterer wichtiger Baustein zur Verbesserung des Zusammenlebens der Menschen unterschiedlicher Herkunft. „Mit der Ausbildung können die Teilnehmenden in ihrem Umfeld in der Nachbarschaft, in der Schule oder im Verein bei interkulturellen Konflikten vermitteln und zum gegenseitigen Verständnis beitragen“, erklärte sie.

„Mit einem Siegel bekräftigt man noch immer wichtige Entscheidungen. Heute haben wir vor uns junge Menschen, die sich entschieden haben, unserer Gesellschaft einen wichtigen Dienst zu erweisen, indem sie Konflikte zu lösen versuchen – Konflikte, die nicht selten in Gewalt enden. Diese Entscheidung wird heute durch ein Zertifikat honoriert und damit quasi besiegelt. Das englische Wort für „Siegel“ und „besiegeln“ lautet ,seal’“, sagte Dr. Thomas Weyrauch.

„Ich möchte mich sehr herzlich bei denen bedanken, die dieses innovative und in der Region einmalige Projekt ermöglicht haben“, betont Flohrschütz mit Blick auf die dreijährige Förderung durch das BAMF und auf die Kofinanzierung durch den Landkreis: „Die erfolgreiche Projektprüfung durch das BAMF im letzten Sommer hat gezeigt, dass wir mit unserem Vorhaben den richtigen Weg beschritten haben. Wir sehen uns in der Pflicht, die Weiterführung dieses Modellvorhabens zu planen und mit allen Akteuren zu beraten."

In 50 Stunden wurde die Qualifizierung umgesetzt, verteilt auf acht Seminartage sowie ein Wochenendseminar, an dem erstmals alle SEALs aus Gladenbach und Stadtallendorf gemeinsam miteinander arbeiteten. Die Ausbildung vermittelte Grundlagen und Wissen in Konfliktmanagement, Gesprächsführung und Konfliktlösung, Deeskalation und interkultureller Kompetenz.

Die SEAL-Absolventinnen des Stadtallendorfer Kurses sind Yasemin Turan, Meral Koca-Denizli, Tuğçe Aslan, Jolanthe Bulla, Simone Geisel und Jennifer Wycisk. Adar Kaerdon, Halimo Afase und Beyhan Güven haben ein Teilzertifikat erworben.

Die SEALs des Gladenbacher Kurses sind Helga Fröhling, Insa Jakobsen, Steven Fuchs, Marlene Ortmüller, Oda von Pflug, Gabriele Trenk, Petra Sinner-Bußmann, Ulrike Atzbacher-Hinz sowie Ralf Williges.

Mit dem Ende der Ausbildung beginnt für die SEALs ein neuer Abschnitt. Gemeinsam mit der JUKO, den bereits ausgebildeten SEALs und dem entstehenden Netzwerk können nun Wege und Möglichkeiten eröffnet werden, diese aufgebauten Kompetenzen in dem jeweiligen Lebensumfeld zu nutzen. Um sie dabei auch künftig gut unterstützen zu können, werden weiterhin Kontakte zwischen den SEALs und wichtigen regionalen Akteuren wie den jeweiligen Stadtverwaltungen und dem Büro für Integration des Landkreises aufrecht erhalten oder neu geknüpft. „Wir brauchen Menschen, die in ihrem Umfeld Verantwortung für die Gemeinschaft in ihrer Vielfalt übernehmen und wir unterstützen die SEALs gerne dabei“, sagte Claus Schäfer vom Büro für Integration des Landkreises.

Die JUKO entwickelt jetzt ein Integrationslotsen-Projekt als konsequente Fortführung der Konflikthelfer-Ausbildung und will damit vorhandene Strukturen und Netzwerke weiterknüpfen. Auf der Grundlage des Hessischen Landesprogramms „Wegweisende Integrationsansätze Realisieren (WIR)“, das ebenfalls im Büro für Integration des Landkreises angesiedelt ist, soll diese neue Maßnahme unter dem Titel „Konflikte gemeinsam bewältigen – durch den Einsatz von Integrationslotsen“ das Ziel verfolgen, gesellschaftliche Integration und gelingende interkulturelle Vielfalt zu fördern.

Freudiger Anlass: Dr. Thomas Weyrauch (re.) vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und Landrätin Kirsten Fründt (2. v. re.) überreichten gemeinsam Mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugendkonflikthilfe (JUKO) Marburg den neuen Konflikthelöfern ihre Zertifikate. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Freudiger Anlass: Dr. Thomas Weyrauch (re.) vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und Landrätin Kirsten Fründt (2. v. re.) überreichten gemeinsam Mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugendkonflikthilfe (JUKO) Marburg den neuen Konflikthelöfern ihre Zertifikate.

(Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Auch diese neuen Konflikthelfer erhielten ihre Zertifikate. (Foto: JUKO Marburg e.V.)

Auch diese neuen Konflikthelfer erhielten ihre Zertifikate.

(Foto: JUKO Marburg e.V.)

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