Link auf das Hauptmenü Link auf die Untermenüpunkte Link auf Inhaltsbereich
Puppen aus dem Kaspertheater sind Exponat des Monats im Hinterlandmuseum: Figuren sind 100 Jahre alt – Mehrere Generationen hatten Spaß mit den Puppen

(Pressemitteilung 258/2015 vom 03.07.2015)

Marburg-Biedenkopf – Die Exponate des Monats Juli im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf sind sechs Kaspertheaterpuppen mit geschnitzten und farbig lackierten Holzköpfen, Gliedmaßen und Kleidung. Von einer weiteren Puppe ist nur der Kopf – ein Totenkopf – erhalten. Mit den Figuren wurde fast hundert Jahre gespielt. Vermutlich um die Puppen für die nächste Generation attraktiv und spielbar zu halten, wurden ihnen mehrmals neue Kleider genäht.

Irmgard Widdra-Spieß hat die Puppen an das Hinterlandmuseum gestiftet. Der Name „Spieß“ ist im Hinterland nicht unbekannt und eng verbunden mit der Geschichte des Museums. Irmgard Widdra-Spieß ist die Enkeltochter des in Bottenhorn und Hatzfeld tätigen Pfarrers Karl Spieß (1873 bis 1921), Mitbegründer des Museums und des Geschichtsvereines sowie Schriftleiter der Hinterländer Geschichtsblätter. Anneliese Spieß (1902 bis1990), die Tante der Stifterin, ist unter anderem durch ihre Dokumentation und Pflege der Hinterländer Stickereien bekannt.

Von Irmgard Widdra-Spieß stammen die Informationen zur Geschichte der Puppen: Sie wurden vor dem Ersten Weltkrieg von den Großeltern der Stifterin für deren Kinder gekauft. Es handelte sich wohl um bekannte Markenpuppen, die laut Stifterin mit den typischen Kaspertheatercharakteren „Kaspar“, „Polizist“, „Hexe“ sowie zwei Herren, „Teufel“ und „Tod“ besetzt wurden. Einer der beiden Herren trägt einen Zylinder, die Figur mit der karierten Pelerine wurde von dem Vater der Stifterin als „der Engländer“ bezeichnet.

Die Eltern der Stifterin ließen dann die Puppen in den 1950er Jahren für ihre Kinder umarbeiten und neue Kleider nähen. Irmgard Widdra-Spieß erinnert sich, dass sie als Kind oft mit den Puppen spielte und immer neue Stücke erfand. Auch ihre Kinder spielten schließlich mit den Puppen ihrer Urgroßeltern.

In dieser letzten Umgestaltungsphase in den 1980er Jahren bekamen die meisten Puppen ihre heutigen Kleider; die „Hexe“ behielt allerdings ihr Kleid der 1950er Jahre. Der bis dahin auch „im Einsatz“ gewesene „Tod“, der ein weißes Gewand hatte, wurde nicht wieder spielfertig hergestellt.

Informationen zum Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf:

Öffnungszeiten:

Die Ausstellungen und der Bergfried können vom 1. April bis 15. November dienstags bis sonntags von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr besichtigt werden. Am Oster- und Pfingstmontag ist das Museum geöffnet.

Eintrittspreise:

Erwachsene: 2,50 Euro

Kinder bis 14 Jahre: 1,30 Euro

Gruppen pro Person jeweils: 2,00 Euro

Schulgruppen pro Person: 1,00 Euro

Inhaber der EhrenamtsCard: frei

Führungen: Nach Voranmeldung unter der Telefonnummer 06461 924651

Anschrift:

Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf

Im Schloss 1, 35216 Biedenkopf

E-Mail: hinterlandmuseum@marburg-biedenkopf.de

Die Exponate des Monats Juli im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf sind sechs Kaspertheaterpuppen mit geschnitzten und farbig lackierten Holzköpfen. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Die Exponate des Monats Juli im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf sind sechs Kaspertheaterpuppen mit geschnitzten und farbig lackierten Holzköpfen.

(Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

[ schließen ]