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Bundesverdienstkreuz an Edith Martin aus Stadtallendorf: Finanzminister Dr. Thomas Schäfer würdigt jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit

Pressemitteilung 258/2013 vom 04.07.2013)

„Edith Martin hat unsere Bewunderung für ihre unglaubliche Stärke verdient. Sie hat im Zuge ihres ehrenamtlichen Einsatzes hunderten von Familien mit schwerkranken Kindern mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen, vor allem aber mit ihrer Menschlichkeit geholfen“, erklärte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer anlässlich der Überreichung des Bundesverdienst­kreuzes heute in Marburg. Zusammen mit dem Marburger Landrat Robert Fischbach übergab der Finanzminister Edith Martin den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland in der Ordensstufe „Verdienstkreuz 1. Klasse“ für ihr soziales und ehrenamtliches Engagement. Beide dankten Martin im Namen des Bundespräsidenten für ihren vorbildlichen uneigennützigen Einsatz. „Wenn man liest, was Sie, Frau Martin, geleistet haben, kann man eine Gänsehaut bekommen. Das verdient unseren allerhöchsten Respekt, der sich auch in der selten verliehenen Ordensstufe `Verdienstkreuz Erster Klasse´ des Bundespräsidenten widerspiegelt“, sagte Landrat Robert Fischbach bei der Aushändigung.

Edith Martin, geboren 1942 in Bransdorf, absolvierte nach Abschluss der Volksschule 1957 eine Ausbildung zur Friseurin. Nach einer beruflichen Pause aufgrund der Pflege ihrer beiden Elternteile nahm sie die Tätigkeit als Friseurin 1963 wieder auf. Ihr jüngerer Sohn Christoph verstirbt 1985 nach schwerer Krankheit. Nach dem Tod ihres Ehemannes Hans 1993 arbeitete sie als Verkäuferin für Handarbeits- und Bastelzubehör. 2005 ging Edith Martin in den beruflichen Ruhestand.

Die Geehrte engagiert sich aufopferungsvoll als Mitbegründerin und Vorsitzende der Elterninitiative Leukämie- und Tumorkranke Kinder Marburg e.V. zum Wohle schwerkranker Kinder und ihrer Eltern sowie der professionell Pflegenden. Aufgrund eigener leidvoller Erfahrung gründet Edith Martin 1984 die Elterninitiative. Diese begleitet und unterstützt Familien mit schwerkranken Kindern und setzt sich für eine Verbesserung ihrer Lebensumstände ein. Martin hat durch ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit maßgeblich dazu beigetragen, dass die krebskranken Kinder der Region am Klinikum der Philipps-Universität Marburg in einem weitestgehend vertrauten Umfeld und in größtmöglicher Nähe zu ihren Eltern gepflegt werden. Sie sucht das Gespräch mit betroffenen Familien, spendet Trost und leistet mit der Elterninitiative Hilfe. Ein großes Projekt der Elterninitiative war außerdem die stationäre Aufnahme und Kostenübernahme für ein russisches Kind aus Ivanovo zur Krebstherapie in Marburg 1992 sowie eine anschließende mehrjährige Unterstützung der dortigen Kinderonkologie. Für ihr großes Engagement erhielt Edith Martin bereits 2003 den Ehrenbrief des Landes Hessen.

Landrat Fischbach betonte: „Viele Menschen sind eher hilflos im Umgang mit schwer erkrankten Menschen, die eigentlich die meiste Hilfe und die größte Aufmerksamkeit benötigen würden. Es ist gut, dass es Menschen wie Frau Martin gibt, die dort helfen können, wo andere versagen.“

Der Finanzminister erklärte, dass der Umgang mit schwerkranken und sterbenden Kindern auch stets eine enorme psychische Belastung für Angehörige und Pflegende sei. „Hier nicht wegzusehen, sondern sich aufmerksam und liebevoll den Betroffenen mit all ihren Sorgen und Nöten zuzuwenden, erfordert eine große innere Stärke. Mitmenschen wie Edith Martin, die diese Kraft immer wieder aufbringen, verdienen unseren herzlichen Dank und unsere Anerkennung“, sagte Schäfer abschließend.

Für ihr großes Engagement erhielt Edith Martin das Bundesverdienstkreuz. Foto: Landkreis

Für ihr großes Engagement erhielt Edith Martin das Bundesverdienstkreuz.

Foto: Landkreis

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