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Klimaschutz: Gesamtschule in Niederwalgern heizt jetzt auch mit Holz – Kreis setzt Holzpellets zur Wärmegewinnung ein und spart dadurch 15.000 Euro pro Jahr / Neue Anlage stößt jährlich 120 Tonnen weniger CO2 aus
(Pressemitteilung Nr. 257/2012 vom 27.06.2012)
Marburg-Biedenkopf – Die bislang größte Holzfeuerungsanlage in einem kreiseigenen Gebäude hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf an der Gesamtschule in Niederwalgern in Betrieb genommen. Durch den Einsatz von Holzpellets als Brennstoff werden dort jetzt jährlich rund 120 Tonnen des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid (CO2) eingespart. Der Kreis muss außerdem nun jährlich etwa 15.000 Euro weniger für Brennstoffe ausgeben. Gekostet hat die Anlage 246.000 Euro. Davon werden 60.000 mit Fördermitteln der EU bestritten. Die neue Heizungsanlage hat der Kreis im Rahmen des Projekts „BioRegio-Holz Lahn“ auf den Weg gebracht.

„Mit dieser neuen Heizungsanlage leisten wir einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz: Wir pusten weniger CO2 in die Atmosphäre und sparen fossile Energieträger ein“, erklärte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern. Dies sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum 100-Prozent-Zeil des Kreises, also bis zum Jahr 2040 unabhängig von fossilen Energieträgern wie Öl oder Gas und unabhängig von der Atomenergie zu sein sowie die im Kreis benötigte Energie vor Ort zu produzieren.

Da die vorhandene Anlage ausgetauscht werden musste, bot es sich an, hier einen nachhaltigen und Klima schonenden Weg einzuschlagen. Versorgt werden damit die Turnhalle und der Gebäudekomplex „Nord“ mit zwei Gebäudeteilen. Die neue Holzheizung hat eine Leistung von 300 Kilowatt (kW). Für den Notfall und zur Abdeckung von Spitzenlasten steht noch ein Gasheizkessel zur Verfügung.

Nach Außen sichtbares Zeichen der neuen Heizungsanlage ist der rote Siloturm auf dem Schulgelände, in dem Holzpellets gelagert werden. Das Herz der Anlage schlägt jedoch im Keller der Schule. Das Silo, das bis zu zehnmal pro Jahr befüllt werden muss, ist problemlos zu erreichen und hat eine Füllkapazität von 50 Kubikmetern oder 32,5 Tonnen. Vom Silo werden die Holzpellets automatisch über eine Förderschnecke zur Heizungsanlage transportiert. Regionale Anbieter liefern die Pellets und sie garantieren, dass das Holz, aus dem die Pellets gemacht werden, aus Wäldern in einem maximalen Umkreis von 150 Kilometern stammt.

Für Dr. McGovern ist es wichtig, dass die alternative Heizmethode durch das rote Silo auf dem Schulhof auch für die Schülerinnen und Schüler erkennbar ist. „So können sie sich gedanklich mit dem Thema Klimaschutz und Erneuerbare Energien auseinandersetzen. Und gerade die Schüler von heute spielen auf diesem Sektor eine wichtige Rolle: Sie sind die nächste entscheidende Generation, für die der Einsatz alternativer Energiequellen fast schon alltäglich ist“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete.

Neben der Gesamtschule Niederwalgern werden bereits die Grundschulen in Gladenbach-Weidenhausen, Dautphetal-Holzhausen, Münchhausen und Angelburg-Lixfeld sowie die Mittelpunktschulen Bad Endbach-Hartenrod und Wohratal mit Holzpellets beheizt. Weitere Anlagen in Lohra und Steffenberg-Niedereisenhausen sind in Planung und sollen im Laufe dieses Jahres auf den Weg gebracht werden.

Hintergrund BioRegio-Holz Lahn:
Die BioRegio-Holz Lahn ist ein Projekt, für das das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV) den Anstoß gegeben hat. Selbstständig getragen wird es von den beteiligten Landkreisen Lahn-Dill, Gießen, Marburg-Biedenkopf sowie der Stadt Marburg. Das Ziel: die Förderung von heimischem Holz als Energieträger. Das Projekt begann im Jahr2008. Bislang wurden mehr als 30 Holzheizanlagen in kreiseigenen Liegenschaften unter Gewährleistung einer wirtschaftlichen Betriebsweise von Öl oder Gas auf Holzenergie umgerüstet. Dadurch werden jährlich mehr als 2000 Tonnen CO2 eingespart. Weitere Umrüstungen im kommunalen, gewerblichen und privaten Bereich schreiten voran.
 

Nahmen im Heizungskeller der Schule das Herzstück der neuen Anlage in Augenschein (v. li.): Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern,  Eckhard Schmerberg (Ingenieur- und Planungsbüro Becker, Wohratal-Halsdorf),  Schulleiter Dr. Horst Tritschler, Sascha Lemmer (Heizungsbaufirma Lemmer, Weimar-Roth), Patrick Gerber (Energiebeauftragter des Landkreises Marburg-Biedenkopf), Winfried Becker (Ingenieur- und Planungsbüro Becker, Wohratal-Halsdorf) und Karl Lemmer (Heizungsbaufirma Lemmer, Weimar-Roth).
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Nahmen im Heizungskeller der Schule das Herzstück der neuen Anlage in Augenschein (v. li.): Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern,  Eckhard Schmerberg (Ingenieur- und Planungsbüro Becker, Wohratal-Halsdorf),  Schulleiter Dr. Horst Tritschler, Sascha Lemmer (Heizungsbaufirma Lemmer, Weimar-Roth), Patrick Gerber (Energiebeauftragter des Landkreises Marburg-Biedenkopf), Winfried Becker (Ingenieur- und Planungsbüro Becker, Wohratal-Halsdorf) und Karl Lemmer (Heizungsbaufirma Lemmer, Weimar-Roth).

Deutliche erkennbares Zeichen der neuen Heiztechnik an der Gesamtschuile Niederwalgern ist der Silo für die Holzpellets mitt einem Fassungsvermögen von rund 32 Tonnen.
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Deutliche erkennbares Zeichen der neuen Heiztechnik an der Gesamtschuile Niederwalgern ist der Silo für die Holzpellets mitt einem Fassungsvermögen von rund 32 Tonnen.

Fotos: Landkreis

 

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