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Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern besucht das Übergangswohnheim für wohnungslose Männer von Hephata in Marburg – Das Ziel der Hilfe: „Runter von der Straße“
((Pressemitteilung Nr. 253/2012 vom 26.06.2012)
Marburg-Biedenkopf – Bei einem Besuch des Sozialtherapeutischen Übergangswohnheims für wohnungslose Männer in Marburg hat sich der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent des Landkreises Marburg-Biedenkopf, Dr. Karsten McGovern in Begleitung des Leiters des Fachbereichs Familie, Jugend und Soziales, Uwe Pöppler, über die Arbeit dieser Einrichtung informiert. Das Übergangswohnheim, im Volksmund „Männerwohnheim“ genannt, ist eine Einrichtung des Hessischen Diakoniezentrum e.V. – Hephata. Seit 1995 befindet sich die Einrichtung im Marbacher Weg in Marburg. Vorher war sie in der Niedlingsmühle, einer ehemaligen Gaststätte an der Bundesstraße 3, beheimatet.

Persönliche Schicksalsschläge, der Verlust der Wohnung – dies führt manchmal für Menschen zu einem Leben auf der Straße. Die häufigsten Gründe für die Inanspruchnahme der Hilfe: Arbeitslosigkeit, Trennung vom Partner, Schulden, Abhängigkeitserkrankungen oder auch eine Haftstrafe. Oftmals liegt eine Kombination mehrerer Faktoren vor.

Persönliche Schicksalsschläge ließen auch Dieter Laubsch (68) den Halt verlieren. Dann kam er zunächst in das Übergangswohnheim und ordnete sein Leben neu. Er fasste wieder Fuß und lebt jetzt in einer Wohnung des betreuten Wohnens. „Ich bin froh, dass es diese Einrichtung gibt“, sagte er im Gespräch mit Dr. McGovern und lobte das Hephata-Team. „Ich fühle mich gut aufgehoben“, sagte Dieter Laubsch. Er machte aber auch klar, dass der eigene Wille vorhanden sein müsse, an seiner persönlichen Lebenssituation etwas zu ändern. „Man muss mitmachen und die Hilfe annehmen“, bekräftigt der Mann, der seine gute Laune nicht verloren hat.

18 Wohnplätze werden im Marbacher Weg für Männer vorgehalten, die nach einem Leben auf der Straße wieder einen Neuanfang wagen wollen. Hier werden sie auf ein Leben in den eigenen „vier Wänden“ vorbereitet. Dabei haben sie ohne die Sorge um Obdach und die nächste Mahlzeit die Möglichkeit, das bisherige Leben zu überdenken und neue Perspektiven zu entwickeln. „In dem Übergangswohnheim werden die Männer dabei unterstützt, wieder die Verantwortung für ihre Gesundheit, ihren Lebensunterhalt, ihre Finanzen, ihren Haushalt, ihre Wäsche, also für ihren Alltag zu übernehmen“, beschreibt Dr. McGovern die Arbeit der Einrichtung und lobt das Engagement der Mitarbeiter. „Hier wird sehr wichtige Arbeit geleistet“, betonte Dr. McGovern.

Hephata-Direktorin Pfarrerin Barbara Eschen, Sprecherin des Vorstands der Hephata Diakonie ergänzt: „Die Soziale Rehabilitation Hephatas mit ihren Einrichtungen vor Ort will dafür Sorge tragen, dass niemand abgehängt oder abgedrängt wird, sich niemand ausgeschlossen fühlt, sondern seinen Platz in der Gesellschaft findet und auch bekommt. Ganz gleich, welche Biografie sie oder er hat. Mit guten und schlechten Phasen. Psychisch krank, von einer Abhängigkeitserkrankung betroffen oder ohne solche Erfahrungen. Einen für alle Menschen gangbaren Weg in der Gesellschaft zu finden, darum geht es uns.“

Die Hilfen werden gemeinsam von den Mitarbeitern des Hauses mit den betroffenen Männern geplant. Dabei wird sich immer an den vorhandenen Fähigkeiten jedes Einzelnen orientiert und im Vordergrund steht die Hilfe zur Selbsthilfe. Zentrales Ziel der Hilfen ist das Leben in einer eigenen Wohnung.

Zwischen dem Übergangswohnheim und dem Landkreis besteht eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Aus Mitteln des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen finanziert der Kreis die Arbeit der Einrichtung.

Die Einrichtung bietet 20 Plätze im Heimbereich, davon zwei Plätze extern in einer Zwei-Zimmer-WG sowie neun Wohnungen im Betreuten Wohnen. Im vergangenen Jahr lebten hier 44 Männer sowie zwölf Männer im Betreuten Wohnen. Aktuell leben  18 Menschen im Wohnheim und neun im Betreuten Wohnen. Die Hälfte der Klienten ist zwischen 20 und 30 Jahren. Knapp die Hälfte der Betroffenen ist zwischen 31 und 50 Jahren. Der Rest der Klienten ist über 50 Jahren. Ein Drittel der Bewohner wird an andere Fachhilfen wie Nachsorgeeinrichtungen und Altenheime vermittelt. Ein weiteres Drittel zieht in ein der neun Wohnungen, die als Betreutes Wohnen von der Wohnungslosenhilfe betreut werden oder in eine eigene Wohnung. Ein weiteres Drittel wird wieder wohnungslos.

Bestandteile der Unterstützung sind unter anderem auch die Begleitung bei Arztbesuchen und Behördengängen, die Vermittlung von ergänzenden Hilfen oder auch einfach Gesprächspartner sein. Im Vordergrund steht die Hilfe zur Selbsthilfe.
 

Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern (Mitte) sprach Hephata-Direktorin Pfarrerin Barbara Eschen und (v. li.) Rainer Fritsch (Heimleitung), Ulrich Ackermann (Mitarbeiter) und Fachbereichsleiter Uwe Pöppler über die Arbeit des Übergangswohnheims für wohnungslose Männer.
Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern (Mitte) sprach Hephata-Direktorin Pfarrerin Barbara Eschen und (v. li.) Rainer Fritsch (Heimleitung), Ulrich Ackermann (Mitarbeiter) und Fachbereichsleiter Uwe Pöppler über die Arbeit des Übergangswohnheims für wohnungslose Männer.
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Dieter Laubsch (v. li.) berichtete Rainer Fritsch (Heimleitung), Dr. Karsten McGovern und Pfarrerin Barbara Eschen über sein Leben und die erfolgreiche Hilfe, die ihm die Mitarbeiter des Übergangswohnheims geleistet haben.
Dieter Laubsch (v. li.) berichtete Rainer Fritsch (Heimleitung), Dr. Karsten McGovern und Pfarrerin Barbara Eschen über sein Leben und die erfolgreiche Hilfe, die ihm die Mitarbeiter des Übergangswohnheims geleistet haben.
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