Link auf das Hauptmenü Link auf die Untermenüpunkte Link auf Inhaltsbereich
Hinterlandhalle ist jetzt für den Kampf gegen den plötzlichen Herztod gerüstet – Herzsportgruppe und AED-Projekt Angelburg e.V. stellen Defibrillator zur Verfügung
(Pressemitteilung Nr. 253/2013 vom 03.07.2013)

Marburg-Biedenkopf – In der kreiseigenen Hinterlandhalle in Friedensdorf ist ein Lebensretter eingezogen: Seit wenigen Tagen steht dort ein automatisierter externer Defibrillator (AED) zur Verfügung, der bei lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen und im Kampf gegen den plötzlichen Herztod zum Einsatz kommt. Die Herzsportgruppe Dautphetal hat das Gerät dem Verein „AED-Projekt Angelburg“ gespendet, der es wiederum dem Landkreis Marburg-Biedenkopf für die Hinterlandhalle zur Verfügung gestellt hat.

Das AED-Projekt Angelburg e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich im Kampf gegen den plötzlichen Herztod für die Verbreitung von automatisierten externen Defibrillatoren (AED), umgangssprachlich auch „Laien-Defibrillatoren“ oder „Defis“ genannt, einsetzt. Das Hauptziel des Vereins ist es, zur flächendeckenden Versorgung mit AED-Geräten beizutragen. Der Verein vermittelt AEDs und nimmt diese in Betrieb; darüber hinaus bietet er Schulungen für die Gerätebeauftragten und potenzielle Anwender der AEDs an. Ein weiteres Ziel ist die Schulung der Bevölkerung im Bereich Erste Hilfe und Früh-Defibrillation.

Der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Dr. Karsten McGovern, der gemeinsam mit Vertretern der Herzsportgruppe und des AED-Projekts das Gerät in Betrieb genommen hat, dankte für das Engagement der beiden Gruppen. „Wir hoffen alle, dass dieses Gerät nie gebraucht wird. Es ist aber ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass es im Notfall zur Verfügung steht“, betonte Dr. McGovern

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf stellt der Herzsportgruppe Dautphetal die Hinterlandhalle kostenfrei für Trainings- und Übungsstunden zur Verfügung. „Mit der Spende möchten wir dem Kreis dafür etwas zurückgeben“, erläuterte der Vorsitzende Gerhard Teutsch.

Das AED-Gerät steht aber nicht nur den Mitgliedern der Herzsportgruppe für Notfälle zur Verfügung. Vielmehr ist es für alle Nutzer der Halle zugänglich. Eine Besonderheit ist auch, dass dieses Gerät nicht nur bei Erwachsenen sondern auch bei Kindern eingesetzt werden kann. Ein grünes Schild mit einem weißen Herz- und einem Blitzsymbol an einer Tür in Der Halle weist den Weg zu dem Lebensretter, der in einem Kasten angebracht ist.

Um Pflege und Wartung kümmern sich die Hausmeister der Halle, die dazu eine spezielle Einweisung bekommen haben. Der Aufwand ist gering: Die Batterie hält garantiert fünf Jahr, die Klebeelektroden müssen nach drei Jahren ausgetauscht werden. Das AED-Gerät ist zudem so programmiert, dass es sich in regelmäßigen Abständen selbst überprüft und bei Störungen ein akustisches Signal abgibt. So wird sichergestellt, dass der Defibrillator immer einsatzbereit ist.

Plötzlicher Herzstillstand ist eine der häufigsten Todesursachen in vielen Ländern der Welt. „Im Gegensatz zu Defibrillatoren aus dem Rettungsdienst oder in Kliniken sind AEDs speziell für den Einsatz durch Laienhelfer entwickelt worden“, erklärte Rettungsassistent Jürgen Hoffmann, Gründer des AED-Projekts und 1. Vorsitzender.

Defibrillatoren kommen dann zum Einsatz, wenn das Herz plötzlich aus dem Takt gerät und mit sehr hoher Geschwindigkeit schlägt. Herzkammerflimmern wird dieser Rhythmusstörung genannt. Das Problem dabei: Durch die hohe Schlagfrequenz pumpt das Herz kein Blut mehr, lebenswichtige Organe – vor allem das Gehirn – werden nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Durch einen gezielten Elektroschock („Defibrillation“) kann das Herz wieder zu einer normalen Schlagweise angeregt werden oder zumindest das Kammerflimmern unterbrochen werden. Durch Wiederbelebungsmaßnahmen wie Herzdruckmassage und Beatmung kann dann die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes und des Rettungsdienstes überbrückt werden.

„Anwender brauchen keine Angst davor zu haben. Die Geräte analysieren automatisch den Herzrhythmus und geben den Elektroschock nur dann ab, wenn es auch erforderlich ist“, erläuterte Jürgen Hoffmann. „Über zwei Elektroden, die auf den Brustkorb geklebt werden, fließt dann Strom durch das Herz. Die Geräte haben außerdem ein Sprachmodul und sagen dem Anwender genau, was als nächstes zu tun. Man kann also auch in der Aufregung eigentlich keine Fehler machen“, beruhigt Hoffman.

Die Herzsportgruppe Dautphetal trifft sich immer dienstags um 18:30 Uhr in der Hinterlandhalle; der Vorsitzende Gerhard Teutsch steht unter der Telefonnummer 06464 7383 für Informationen zur Verfügung.

Informationen zum AED-Projekt Angelburg im Internet unter
www.aed-projekt.com

Nahmen den neuen Defibrillator in der Hinterlandhalle in  Betrieb: (v. li.) Gerhard Teutsch (Vorsitzender der Herzsportgruppe Dautphetal), Jürgen Hoffmann (Vorsitzender AED-Projekt Angelburg e.V.), der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Dr. Karsten McGovern sowie Christian Reifert (2. Vorsitzender AED-Projekt Angelburg e.V.). (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)
Download Druckversion

Nahmen den neuen Defibrillator in der Hinterlandhalle in  Betrieb: (v. li.) Gerhard Teutsch (Vorsitzender der Herzsportgruppe Dautphetal), Jürgen Hoffmann (Vorsitzender AED-Projekt Angelburg e.V.), der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Dr. Karsten McGovern sowie Christian Reifert (2. Vorsitzender AED-Projekt Angelburg e.V.).
(Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

[ schliessen ]