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Zuwanderfamilien erhalten Urkunden für erfolgreiche Teilnahme an aufsuchender Elternschule – Projekt wird fortgesetzt – Zusammenarbeit zwischen Landkreis und „Kinderzentrum Weißer Stein e.V.“

(Pressemitteilung Nr. 252/2013 vom 04.07.2013)

Marburg-Biedenkopf – Zum Abschluss des „Schuljahres“ der Aufsuchenden Elternschule für Zuwandererfamilien im Projekt VIP – Verbund Integration und Prävention – hat der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern jungen türkeistämmigen und russlanddeutschen Eltern die Urkunden für ihre erfolgreiche Teilnahme überreicht. Dies wurde im Rahmen eines Grill-Nachmittags und mit vielen Spielen für Kinder und Eltern am Grillplatz Kirchhain-Betziesdorf gefeiert. Die Beteiligten hatten noch einen weiteren Grund zum Feiern: Aus dem bisher zeitlich begrenzten Projekt wird nun ein Regelangebot des Kinderzentrums Weißer Stein Marburg-Wehrda e.V., das durch den Landkreis finanziert wird.

Seit September vergangenen Jahres hatten 44 junge Eltern am regelmäßigen Kernprogramm der Aufsuchenden Elternschule in Stadtallendorf und Breidenbach teilgenommen. In wöchentlichen Hausbesuchen und parallelen Mutter-Kind-Gruppen erhielten sie eine Hilfestellung und Beratung bei der Erziehung und Förderung ihrer Vorschulkinder. Dazu wurde ein Programm mit wöchentlichen Übungen und Spielanleitungen umgesetzt. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Sprachentwicklung (Muttersprache und Zweitsprache Deutsch). Diese individuelle Hilfestellung erfolgte durch zweisprachige Familienberaterinnen und Familienberater.

Die unterschiedlichen Bausteine der Aufsuchenden Elternschule sind nach dem Alter der Kinder gestaffelt und reichen von den Willkommensbesuchen nach der Geburt bis zur Vorschulgruppe, die Eltern mit den Anforderungen der Schule an ihre Kinder vertraut macht. Weiterhin wurden Kurse, Seminare und Informationsveranstaltungen, ein Eltern-Café und Mutter-Kind Turnen angeboten und damit die Eltern in ihrer Erziehungsarbeit und bei der Förderung ihrer Kinder vertiefend unterstützt.

Dabei wurde auch mit vielen andere Einrichtungen kooperiert und diese vorgestellt. Diese Einrichtungen bieten ebenfalls Hilfs- und Unterstützungsangebote für junge Familien an, die aber bei den Zuwandererfamilien noch nicht so bekannt sind und selten genutzt werden. Diese Kooperationspartner waren auch eingeladen und freuten sich über die gute Resonanz des Angebots bei den jungen Familien.

Mütter, Väter und Kinder waren stolz über die Teilnahmeurkunden und die Anerkennung durch Dr. McGovern. Mit den Urkunden wird den Eltern bescheinigt, regelmäßig und erfolgreich am Programm teilgenommen zu haben. „Es freut mich, dass Sie sich intensiv am Programm der Aufsuchenden Elternschule beteiligt und für sich und die Zukunft Ihrer Kinder gelernt haben“, sagte Dr. McGovern zu den Mütter, Vätern und mitgekommenen Familienangehörigen. „Sie haben gelernt, Ihre Kinder zu fördern und auf die Anforderungen in unserer Gesellschaft vorzubereiten, das ist auch für unsere Gesellschaft insgesamt sehr wertvoll“, betonte er. Zur Integration gehöre aber nicht nur die Lern- und Veränderungsbereitschaft der Zuwanderer sondern auch eine Offenheit der Gesellschaft für Neues und Anderes. Unterschiedliche Kultur und Religion und verschiedene Lebensentwürfe seien in einer vielfältigen Gesellschaft erwünscht und trügen zu einer lebendigen Entwicklung in einer internationaler werdenden Welt bei. Vielfalt in der Einheit sei deshalb das Leitbild des Kreises für die Integration.

Claus Schäfer vom Büro für Integration und der pädagogische Leiter Eyyubi Kalay hoben hervor, dass es neben dem eigentlichen Lern- und Erziehungsprogramm auch gelungen sei, die Integration der Familien zu verbessern. Einige Mütter hätten Deutschkurse begonnen, an Projekten zur Qualifizierung teilgenommen, andere engagierten sich im Elternbeirat der Kindertagesstätte. Einige Mütter konnten von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Projekts an Beratungsstellen vermittelt werden, wenn diese selbst nicht mehr weiter helfen konnten.

Die Aufsuchende Elternschule im Projekt VIP – Verbund Integration und Prävention – ist ein Angebot des Kinderzentrums Weißer Stein Marburg-Wehrda e.V. in enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf, Büro für Integration. Der Projektbeginn wurde durch die Europäische Union gefördert, die Weiterentwicklung vom Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa. Das Angebot wird nach den Sommerferien fortgesetzt.

Der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Dr. Karsten McGovern (Mitte) und der Leiter des Büros für Integration, Claus Schäfer (links), mit einigen der Teilnehmer. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)
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Der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Dr. Karsten McGovern (Mitte) und der Leiter des Büros für Integration, Claus Schäfer (links), mit einigen der Teilnehmer.
(Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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