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Großes Interesse an Schulungsreihe für rechtliche Betreuer und Bevollmächtigte – Rund 3.000 Menschen führen im Landkreis-Marburg Biedenkopf ehrenamtlich eine rechtliche Betreuung
(Pressemitteilung Nr. 251/2013 vom 03.07.2013)

Marburg-Biedenkopf – 46 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Schulungsreihe „Hessisches Curriculum für ehrenamtliche rechtliche Betreuerinnen und Betreuer“ haben am vergangenen am Montag die Schulungsreihe abgeschlossen und im Landratsamt ihre Zertifikate erhalten.

Etwa 3.000 Menschen führen im Landkreis-Marburg Biedenkopf ehrenamtlich eine rechtliche Betreuung für Menschen mit schwerer Krankheit oder Behinderung, die ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr selbst besorgen können. Für diese Menschen muss eine andere Person vertretungsweise rechtlich handeln. Meist sind dies nahe Angehörige. Aber auch Freunde, Nachbarn, Berufskollegen oder andere sozial engagierte fremde Personen übernehmen diesen menschlich überaus wertvollen Dienst, um dem betreuten Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Die rechtliche Vertretung durch Bevollmächtigte ist der private Weg und hat immer Vorrang vor einer Betreuerbestellung durch einen Betreuungsrichter. „Rechtliche Vertretung erfordert ein hohes Maß an persönlichem Einsatz und sozialer Kompetenz“, stellte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern anerkennend fest.

Einmal jährlich organisiert der Marburger Verein für Selbstbestimmung und Betreuung e.V. (S.u.B.) in Kooperation mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf eine Schulungsreihe. An acht aufeinanderfolgenden Abenden werden von Fachreferenten Grundlagen des Betreuungsrechtes, der Sozialleistungen nach Sozialgesetzbuch, zu Krankheitsbildern und Behinderungen wie Demenzerkrankungen, geistige Behinderung und psychiatrische Krankheitsbilder sowie Rechte und Pflichten der Betreuerinnen und Betreuer vermittelt. An Betreuer/innen und Bevollmächtigte werden im Alltag vielfältige Anforderungen und Erwartungen gestellt. Manchmal entstehen Spannungsfelder und für manche Situation muss eine Lösung gefunden werden. Die Wünsche des betreuten Menschen haben dabei immer Vorrang, der Betreuer handelt zum Wohle des zu betreuenden Menschen.

Eine Teilnehmerin der Schulungsreihe sagte: „Das Wichtigste ist mir, mit anderen Ihre Erfahrungen in der rechtlichen Betreuungstätigkeit auszutauschen, vielfältige Informationen zu erhalten und zu hören, wie es anderen mit schwierigen Entscheidungen in der Betreuung geht.“ Diese Teilnehmerin wurde während der Schulungsreihe zur Betreuerin für einen 75-jährigen pflegebedürftigen Herrn bestellt. Dies bedeutet, dass sie die erforderlichen Hilfen für ihn organisiert und auch überprüft, wie diese für ihn umgesetzt werden. Es bedeutet aber auch, dass sie einen Menschen und Teile seiner Lebensgeschichte kennenlernt und Verantwortung für ihn übernimmt.

Der S.u.B. steht ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern sowie Bevollmächtigten bei Fragen rund um die rechtliche Betreuung mit Beratung und verschiedenen Fortbildungsveranstaltungen zur Verfügung. Er informiert auch über die Möglichkeiten der rechtlichen Vorsorge durch Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung.

Kontakt und Informationen:

S.u.B. im Beratungszentrum BiP, Am Grün 16, 35037 Marburg, Telefon: 06421 166465-0, www.sub-mr.de Sprechzeiten: Montag bis Freitag von 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr, donnerstags von 16:00 Uhr bis18:00 Uhr und nach Vereinbarung, Bürgersprechstunden in 14 Städten und Gemeinden.

46 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Schulungsreihe „Hessisches Curriculum für ehrenamtliche rechtliche Betreuerinnen und Betreuer“ haben ihre Zertifikate erhalten. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)
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46 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Schulungsreihe „Hessisches Curriculum für ehrenamtliche rechtliche Betreuerinnen und Betreuer“ haben ihre Zertifikate erhalten. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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