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Gemeinsame Pressemitteilung des Landkreises Marburg-Biedenkopf und des Landkreises Gießen Landkreise Marburg-Biedenkopf und Gießen wollen gemeinsam einen Experten für IT-Sicherheit einstellen – Interkommunale Zusammenarbeit für mehr Schutz gegen Cyberattacken dient auch den Kommunen beider Kreise

(Pressemitteilung 251/2015 vom 29.06.2015)

Landkreis Marburg-Biedenkopf/Landkreis Gießen. Der großflächige Hackerangriff auf hessische Zulassungsstellen hat einmal mehr deutlich gemacht, wie wichtig ein effektiver Schutz vor Cyberattacken ist. Das Pilotprojekt „Cybersicherheit in öffentlichen Verwaltungen“ nimmt genau dieses Handlungsfeld in den Blick und will mit einem zusätzlichen Experten für IT-Sicherheit für mehr Datensicherheit in den Verwaltungen der Landkreise Gießen und Marburg-Biedenkopf sorgen. Die beiden Landrätinnen Kirsten Fründt (Marburg-Biedenkopf) und Anita Schneider (Gießen) haben den neuen Weg der interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) kürzlich gemeinsam vorgestellt.

„Moderne Verwaltungen sind ohne elektronische Kommunikationsmedien und IT-Verfahren undenkbar. Überall sind Daten, die wir natürlich nicht gehackt haben möchten. Es ist unsere Pflicht, diese Daten der Bürgerinnen und Bürger zu effektiv schützen“, brachte es Anita Schneider auf den Punkt und nannte neben vielen Kreisämtern die Stadt- und Gemeindeverwaltungen als Beispiele. Denn diese sollen auch vom neuen IKZ-Projekt und dem oder der IT-Sicherheitsbeauftragten profitieren. „Als Landkreis geben wir unsere Kompetenz gern zur Unterstützung an die Kommunen weiter. Wir schaffen mit der Einstellung eines IT-Sicherheitsbeauftragten zusätzliche Kompetenz für alle“, erläuterte Kirsten Fründt. Möglichst viele Kommunalverwaltungen sollen auf das Know-How des neuen Experten zurückgreifen können.

„Viele Kommunen haben die Notwendigkeit erkannt, dass sie ihre IT-Sicherheit überprüfen und gegebenenfalls erhöhen sollten. Allerdings können sie das zumeist selbst nicht stemmen. Es fehlt ihnen an Personal, Ausbildung und finanziellen Mitteln, diese Aufgaben selbstständig zu erfüllen.“ Als die Landrätin das Projekt den Bürgermeistern in ihrem Landkreis vorgestellt habe, habe sie „offene Türen eingerannt“, sagte sie. 13 Kommunen im Landkreis Marburg-Biedenkopf nehmen teil, im Landkreis Gießen haben bis jetzt acht Kommunen zugesagt, weitere stehen vor der Entscheidung.

Der IT-Sicherheitsbeauftragte soll die Behördenleitung beraten und eine gemeingültige Leitlinie zur Informationssicherheit verfassen. „Eine Leitlinie auf fachlich hohem Niveau, mithilfe welcher Kommunalverwaltungen handeln können, ist in der Praxis hilfreich“, unterstrich Dirk Haas, IT-Dezernent im Landkreis Gießen, „wir brauchen einen einvernehmlichen Standard, um das vorhandene Know-How gezielt einsetzen zu können.“ Auch  Schulungen und Sensibilisierungstrainings zum Thema IT-Sicherheit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehören zum Aufgabenbereich des gemeinsamen IT-Sicherheitsbeauftragten, ebenso soll er oder sie Notfallkonzepte erstellen und den Fortschritt der Realisierung von IT-Sicherheitsmaßnahmen kontrollieren und forcieren.

Das Pilotprojekt ist auf fünf Jahre angelegt, die geplanten Projektkosten liegen jährlich bei rund 80.000 Euro. Die IKZ-Partner setzen auf eine Förderung durch das Land Hessen und machen den Start davon anhängig. Ein Förderantrag beim Innenministerium ist auf den Weg gebracht. Gießens Landrätin drückte ihre Hoffnungen auf eine großzügige Förderung mit den Worten aus: „Wir haben die berechtigte Hoffnung, dass ein außerordentliches Projekt auch eine außerordentliche Unterstützung bekommt.“ Von den geplanten Projektkosten müssten beide Landkreise jährlich etwa  je 15.000 Euro tragen, sollte es zu dieser beträchtlichen Förderung und damit zur Umsetzung des IKZ-Projektes „Cybersicherheit in öffentlichen Verwaltungen am Beispiel der Landkreise Gießen und Marburg-Biedenkopf mit Kreiskommunen“ kommen.

Dirk Haas (IT-Dezernent Landkreis Gießen), Landrätin Anita Schneider, Thorsten Becker (Fachbereichsleiter und Projektkoordinator im Landkreis Gießen), Landrätin Kirsten Fründt und Reiner Röder (Projektleiter Digitale Kreisverwaltung 2020 beim Landkreis Marburg-Biedenkopf) stellten in Gießen gemeinsam das Pilotprojekt "Cybersicherheit in öffentlichen Verwaltungen" vor (v.l.n.r.).   Foto: Landkreis Gießen

Dirk Haas (IT-Dezernent Landkreis Gießen), Landrätin Anita Schneider, Thorsten Becker (Fachbereichsleiter und Projektkoordinator im Landkreis Gießen), Landrätin Kirsten Fründt und Reiner Röder (Projektleiter Digitale Kreisverwaltung 2020 beim Landkreis Marburg-Biedenkopf) stellten in Gießen gemeinsam das Pilotprojekt "Cybersicherheit in öffentlichen Verwaltungen" vor (v.l.n.r.).  

Foto: Landkreis Gießen

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