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Katastrophenschutzübung: Brände lodern im Wald bei Oberdieten – 300 Einsatzkräfte trainierten für den Ernstfall: Verletzte retten und Brände löschen / Polizeihubschrauber unterstützt Löscharbeiten
(Pressemitteilung Nr. 250/2013 vom 01.07.2013)

Marburg-Biedenkopf – Rund 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk, Polizei und Forstbehörden haben am Samstag rund um die Gemeinde Breidenbach den Ernstfall geprobt. Im Mittelpunkt dieser Katastrophenschutzübung stand die Bekämpfung eines ausgedehnten Waldbrandes im Waldgebiet zwischen den Ortsteilen Oberdieten und Kleingladenbach, unweit des Silbersees.

Hintergrund dieser Übung ist die gesetzliche Verpflichtung der Gefahrenabwehrbehörden in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit dem Forstamt die Waldbrandbekämpfung zu üben. Zudem dienen Übungen natürlich dazu, unter kontrollierten Bedingungen eventuelle Schwachstellen im System der Gefahrenabwehr zu erkennen und zu beheben. Außerdem sollte die Zusammenarbeit von Einsatzkräften verschiedener Organisationen im Rahmen einer komplexen Übungslage, die durch schwieriges Gelände erschwert wurde, trainiert werden

Ausgangspunkt war ein angenommener Zwischenfall mit einer Holz-Rückemaschine, die laut Übungsdrehbuch unweit eines Steinbruches verunglückt war. Hierbei wurde der Fahrer der Maschine verletzt und unter dem Gerät eingeklemmt. Zudem wurde durch diesen Unfall ein Brand ausgelöst. Die geheim gehaltene Übung begann für die Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehr und des Rettungsdienstes zunächst wie ein Routineeinsatz. Das automatische Notrufgerät des verunglückten Forstmitarbeiters hatte einen Notruf an die Rettungsleitstelle gesendet und dabei auch Koordinaten des Unglücksortes an die Leitstelle übermittelt. Die anrückenden Rettungskräfte sahen sich dann einem weitaus größeren Szenario gegenüber, als zunächst erwartet. Also mussten weitere Einsatzkräfte angefordert werden.

Mitarbeiter des Forstamtes hatten zudem für realistische Rahmenbedingungen gesorgt. Mehrere, teilweise meterhoch aufgeschichtete Holzhaufen brannten an verschiedenen Stelen lichterloh. Das Feuer – so die Annahme der Regie – drohte, sich weiter auszubreiten. Auch einige in der Nähe stehende Windkraftanlagen gerieten in Gefahr. Aus Furcht vor dem Waldbrand, der sich schnell ausbreitete, flüchteten die Mitglieder einer Wandergruppe ins Unterholz, verirrten sich im Wald und zogen sich Verletzungen zu.

Also mussten die Einsatzschwerkräfte verschiedene Schwerpunkte setzen: Es galt, die verletzten Wanderer zu finden, zu versorgen und aus dem mitunter unzugänglichen Waldgebiet zu retten. Gleichzeitig mussten an den verschiedenen Brandstellen die Flammen eingedämmt und gelöscht werden. Hierfür wurden auch teils kilometerlange Schlauchleitungen verlegt – denn Löschwasser ist im Wald in der Regel Mangelware.

Unterstützung bei der Brandbekämpfung erhielt die Feuerwehr aus der Luft: Ein Hubschrauber der hessischen Polizei, stationiert am Flugplatz Egelsbach, landete zunächst am Feuerwehrhaus in Oberdieten und startete von dort zum Silbersee, wo er einen 1.500 Liter fassenden Außenlastbehälter mit Wasser füllte und das Wasser dann punktgenau über den Brandherden abwarf. Gleichzeitig verbreiterten Einsatzkräfte des Biedenkopfer THW und der Feuerwehr Schneisen rund um einen der Brandherde, um einer weiteren Ausbreitung des Brandes entgegenzuwirken.

Ein weiterer Schauplatz entwickelte sich am Silbersee. Durch Funkenflug war auch hier ein Brand ausgebrochen. Einige Wanderer hatten sich verletzt hierher geflüchtet, andere waren einen steilen Abhang hinabgestürzt. Hier lautete die Aufgabe für die Einsatzkräfte, die Verletzten zu retten, wobei auch die Höhensicherungsgruppe des Landkreises Marburg-Biedenkopf zum Einsatz kam. Speziell ausgebildete Einsatzkräfte kletterten, an Seilen gesichert, in den Steilhang und befreiten die Verletzten aus ihrer misslichen Lage. Parallel dazu begannen Feuerwehrleute mit der Brandbekämpfung, das benötigte Löschwasser holten sie aus dem Silbersee.

Koordiniert wurde die Arbeit der Einsatzkräfte durch Kreisbrandinspektor Lars Schäfer, seinen Stellvertreter Jörg Fackert, mehrere Kreisbrandmeister sowie durch die Technische Einsatzleitung des Landkreises Marburg-Biedenkopf, die mit ihrem Fahrzeug am Oberdietener Feuerwehrhaus in Position gegangen war.

Neben der Breidenbacher Feuerwehr waren die Katastrophenschutzlöschzüge aus Angelburg, Dautphetal, Biedenkopf und Bad Endbach beteiligt. Unterstützung kam auch von der Marburger Feuerwehr, die mit Spezialfahrzeugen anrückte, die zum Konzept der überörtlichen Hilfe des Landkreises gehören. Das THW aus Biedenkopf war ebenso im Einsatz wie der Sanitätszug des Roten Kreuzes aus Biedenkopf. Zum Einsatz kamen außerdem mehrere Rettungswagen der DRK Rettungsdienst Mittelhessen GmbH, der Johanniter-Unfallhilfe und des Malteser-Hilfsdienstes sowie mehrere Notärzte. Der Leitende Notarzt und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst des Landkreises Marburg-Biedenkopf koordinierten die Arbeit des Rettungsdienstes und organisierten die Versorgung und den Transport der Verletzten, die von Auszubildenden der Kreisverwaltung und von Mitglieder des Gießener Roten Kreuzes dargestellt wurden.

Ein Hubschrauber der hessischen Polizei nahm im Silbersee Löschwasser in einen Außenlastbehälter auf und warf das Wasser danach über den Brandherden ab.
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Ein Hubschrauber der hessischen Polizei nahm im Silbersee Löschwasser in einen Außenlastbehälter auf und warf das Wasser danach über den Brandherden ab. 

Die Höhensicherungsgruppe des Landkreises Marburg-Biedenkopf sicherte und rettete "Verletzte", die laut Übungsdrehbuch an einer Steilwand abgestürzt waren.
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Die Höhensicherungsgruppe des Landkreises Marburg-Biedenkopf sicherte und rettete "Verletzte", die laut Übungsdrehbuch an einer Steilwand abgestürzt waren.

Die Einsatzkräfte sahen sich an mehreren Stellen mit echtem Feuer konfrontiert: Forst-Mitarbeiter hatten zuvor große Holzhaufen angezündet. Die Aufgaben für die Feuerwehr: Löschwasser heranschaffen, Brandbekämpfung und eine Ausbreitung des Feuers verhindern.
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Die Einsatzkräfte sahen sich an mehreren Stellen mit echtem Feuer konfrontiert: Forst-Mitarbeiter hatten zuvor große Holzhaufen angezündet. Die Aufgaben für die Feuerwehr: Löschwasser heranschaffen, Brandbekämpfung und eine Ausbreitung des Feuers verhindern.

Unweit des Basaltsteinbruchs bei Oberdieten begann die Übung der Einsatzkräfte: Ein Arbeiter war unter einer Maschine und Holzstämen eingeklemmt. Auch hier arbeiteten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst Hand in Hand. (Fotos: Landkreis Marburg-Biedenkopf)
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Unweit des Basaltsteinbruchs bei Oberdieten begann die Übung der Einsatzkräfte: Ein Arbeiter war unter einer Maschine und Holzstämen eingeklemmt. Auch hier arbeiteten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst Hand in Hand.
(Fotos: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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