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Vortrag informierte über das Unternehmensziel „Gesundheit“: Es werden mehr Menschen durch ihren Chef krank als durch einen falsch eingestellten Bürostuhl – Gemeinsame Veranstaltung der Qualifizierungsoffensive des Landkreises Marburg-Biedenkopf und der Gemeinde Angelburg
(Pressemitteilung Nr. 233/2013 vom 18.06.2013)

Marburg-Biedenkopf – Über das Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ hat der Gießener Sportmediziner Professor Dr. Frank Mooren vergangene Woche im Bürgerhaus Lixfeld referiert. Er stellte dabei fest: „Gesundheit ist das höchste Gut und die Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital eines Unternehmens“.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und einer insgesamt alternden Belegschaft und bei steigenden Anforderungen im Beruf werde Gesundheit zum wichtigen Unternehmensziel. Dabei würden sich die Kosten für Präventivmaßnahmen im Vergleich zu deren Nutzen rechnen, so der Experte. „Jeder in betriebliche Gesundheitsförderung investierte Euro spart mindestens 2,50 Euro nur durch reduzierte Fehlzeiten“, rechnete der Mediziner Dr. Mooren vor. Im Kampf um die besten Köpfe sei eine betriebliche Gesundheitsförderung außerdem ein wichtiger Aspekt bei der Gewinnung und Bindung von guten Mitarbeitern. Es bestehe darüber hinaus ein Zusammenhang zwischen Unternehmenserfolg und dem Angebot an Betriebssport und Gesundheitskursen.

Als Ansatzpunkte für die Gesundheitsvorsorge sieht Dr. Mooren zum einen die Verhältnisse im Betrieb und auf der anderen Seite das persönliche Verhalten des Mitarbeiters. Zu den Verhältnissen im Betrieb zählt er auch das Führungsverhalten der Vorgesetzten, denn es würden weit mehr Menschen durch ihren Chef krank als durch einen falsch eingestellten Bürostuhl. Deswegen seien gesunde Führung, Gesundheitskultur, soziale Unterstützung am Arbeitsplatz und eine betriebliche Gesundheitsförderung wichtige Ressourcen im Betrieb, damit aus Belastungen keine Beanspruchungen würden.

Sport hilft: Durch Untersuchungen habe man zeigen können, dass sportlich trainierte Mäuse unter Belastung weniger Symptome für Stress entwickelten, als untrainierte. Der moderne Mensch bräuchte also eigentlich viel Bewegung. Die klassische Reaktion der Menschen auf Belastungen und Stress sei aber eher so, dass sie die Pausen streichen, sich schlechter ernährten, sich noch weniger bewegten und dann sogar noch Genussmittel zu sich nähmen.

„Um die eigene Leistungsfähigkeit zu erhalten bieten körperliche Fitness, soziale Kompetenz, Fachkompetenz, Konflikt- und Entspannungsfähigkeit, Erfahrung sowie eine realistische Selbsteinschätzung wichtige Ressourcen. Hier ist jeder selbst gefragt“, so der Rat des Fachmannes. In der Verantwortung der Unternehmensleitung läge es jedoch, dafür zu sorgen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Anerkennung, Wertschätzung, Weiterbildung, klare Aufträge und Kommunikationsstrukturen und eine gute Unterstützung erhalten.

„Will man Gesundheit im Betrieb umsetzen, gibt es viele Möglichkeiten und oft ist weniger mehr“, so Dr. Mooren. Man könne Einzelmaßnahmen angehen, wie einen Mitarbeiterlauf, flexible Arbeitszeiten einführen, Wasserspender aufstellen oder eine Mitarbeiterbefragung durchführen. Mit einer betrieblichen Gesundheitsförderung erreiche man die meisten Mitarbeiter (bis zu 96 Prozent). Hierunter versteht Dr. Mooren abgestimmte und koordinierte Maßnahmen, die in kleinen Schritten das Verhalten der Mitarbeiter und die Verhältnisse im Betrieb verbessern sollen. Ein betriebliches Gesundheitsmanagement soll Gesundheit in Strukturen und Prozesse integrieren und überprüfbar machen, es erreiche aber nur wenige Mitarbeiter. Der Professor zeigte in seinem Vortrag auf, welche Vorgehensweisen sich bei der Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements oder einer betrieblichen Gesundheitsförderung aus seiner Sicht anbieten und worauf man auch bei der Kommunikation und Motivation der Mitarbeiter achten sollte. Zu hohe Erwartungen dämpfte der Referent zum Abschluss: „Wenn 10 bis 20 Prozent mitmachen, ist viel erreicht.“ Die Teilnehmer erhielten außerdem noch Tipps, wie sie sich selbst für eine bessere Gesundheitsvorsorge motivieren können.

Im Anschluss an die Veranstaltung tauschten sich die Teilnehmer noch bei einem kleinen Imbiss untereinander und mit dem Referenten aus.

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