Link auf das Hauptmenü Link auf die Untermenüpunkte Link auf Inhaltsbereich
Pflanzenkrankheit „Feuerbrand“ breitet sich wieder aus – Fachleute des Kreises beobachten seit etwa einer Woche eine gehäuftes Auftreten
(Pressemitteilung Nr. 232/2013 vom 14.06.2013)

Marburg-Biedenkopf – Früher als in den Vorjahren beobachten die Fachleute des Landkreises Marburg-Biedenkopf seit etwas mehr als einer Woche ein gehäuftes Auftreten des so genannten Feuerbrandes. Feuerbrand ist eine durch Bakterien verursachte Pflanzenkrankheit, die Kernobstgewächse, also zum Beispiel Apfelbäume, befällt.

Während in den Vorjahren im Landkreis Marburg-Biedenkopf während der Sommermonate drei große Krankheitsherde in den Bereichen Rauschenberg, Moischt und Simtshausen festgestellt wurden, hat der Fachbereich Ländlicher Raum mit der Kreisobstbauberatung ein vermehrtes Auftreten rund um Marburg, Cölbe und erneut bei Rauschenberg festgestellt.

Wie Landrat Robert Fischbach betonte, besteht für Menschen oder Tiere durch diese Pflanzenkrankheit keine Gefahr. „Die Krankheit kann jedoch Obstbäume so weit schädigen, dass sie eingehen“.

Wie Dr. Norbert Clement vom Fachbereich Ländlicher Raum des Kreises erläuterte, sind in diesem Jahr vor allem Blüteninfektionen zu beobachten, die dann auf die restliche Pflanze übergehen. „Die aktuellen Infektionen wurden durch Insekten übertragen, die die Blüten angeflogen haben“, so Dr. Clement. Dabei tragen die Insekten den Erreger mit dem wissenschaftlichen Namen „Erwinia amylovora“ von einer Pflanze zur nächsten. „Das Bakterium hat ein hohes Infektionspotenzial. Deshalb ist alles, was mit dem Bakterium in Berührung kommt, ein so genannter Vektor, das heißt Überträger.

Das Krankheitsbild des Feuerbrands äußert sich dadurch, dass Blätter und Blüten befallener Pflanzen plötzlich vom Blattstiel welken und sich braun oder schwarz verfärben. Die Triebspitzen krümmen sich aufgrund des Wasserverlustes hakenförmig nach unten. Die Pflanze sieht wie verbrannt aus – daher der Name „Feuerbrand“. Innerhalb von zwei bis drei Wochen sterben junge Pflanzen ab. Bei älteren Pflanzen breitet sich die Erkrankung innerhalb kurzer Zeit aus und führt zu deren Absterben.

„Wenn man entsprechende Zeichen entdeckt, muss das befallene Pflanzenmaterial bis weit ins gesunde Pflanzengewebe zurückgeschnitten werden“, rät Dr. Norbert Clement. Nach derzeitigem Kenntnisstand gebe es keine heilenden Pflanzenschutzmittel gegen Feuerbrand. „Am besten schneidet man befallende Pflanzenteile sehr großzügig ab – 50 bis 70 Zentimeter von der befallen Stelle dürften ausreichen“, so der Fachmann.

Der entsprechende Astschnitt sollte – wenn möglich – an Ort und Stelle verbrannt werden. Vorher sollte beim zuständigen Ordnungsamt geklärt werden, ob dafür eine Genehmigung erforderlich ist. Ist ein Verbrennen nicht möglich, sollte der Astschnitt über den Restmüll und nicht über den Bioabfall entsorgt werden. Die entsprechenden Gartenwerkzeuge sollten nach dem Einsatz desinfiziert, zum Beispiel mit Alkohol abgeflämmt werden, um eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern.

Für Rückfragen und weitere Informationen steht Dr. Norbert Clement vom Fachbereich Ländlicher Raum unter der Telefonnummer 06421 405-63 04 zur Verfügung.

So sieht ein von Feuerbrand befallener Apfelbaum aus.
Download Druckversion
So sieht ein von Feuerbrand befallener Apfelbaum aus.

Dr. Norbert Clement vom Fachbereich Ländlicher Raum des Landkreises Marburg-Biedenkopf zeigt die typischen Erkennungszeichen der Pflanzenerkrankung Feuerbrand.
Download Druckversion
Dr. Norbert Clement vom Fachbereich Ländlicher Raum des Landkreises Marburg-Biedenkopf zeigt die typischen Erkennungszeichen der Pflanzenerkrankung Feuerbrand.

Fotos: Landkreis Marburg-Biedenkopf

[ schliessen ]