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Hobelsammlung ist Exponat des Monats im Hinterlandmuseum – Werkzeuge geben Einblicke in die Handwerkskunst von Schreinern, Tischlern und Küfern

(Pressemitteilung 231/2016 vom 07.06.2016)

Marburg-Biedenkopf – Wo gehobelt wird… – das Exponat des Monats Juni 2016 im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf ist die Hobelsammlung von Dieter Kilian aus Plettenberg. Die Hobel stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Der Stifter ist Inhaber von vier Meisterbriefen (Tischler, Zimmerer, Betonbauer und Stahlbetonbauer) und hat im Laufe der Zeit eine umfangreiche Sammlung von Hobeln zusammengetragen.

Der Nachname Kilian ist in Biedenkopf kein unbekannter. Der Urgroßvater von Dieter Kilian stammte aus der damals großen Familie der Kilians in Biedenkopf. Ein bekannter Vertreter war Justus Kilian, der im Jahre 1832 die Kilianshütte (seit 1852 Wilhelmshütte) errichtete. Durch seine Ahnenforschung lernte Dieter Kilian Biedenkopf kennen und lieben. Er feierte seinen 75. Geburtstag in Biedenkopf und traf die Entscheidung, seine Hobelsammlung an das Hinterlandmuseum im kreiseigenen Schloss Biedenkopf zu geben.

Der Hobel ist eines der wichtigsten Werkzeuge der holzverarbeitenden Berufe. Er wird im Schreinerhandwerk, in der Zimmerei und bei den Küfern (Fassmacher), verwendet. Das Hobeln von Hand war bis weit in das 19. Jahrhundert üblich. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es kaum Veränderungen der Hobelmodelle, welche die Schreiner vor der fabrikmäßigen Produktion selbst herstellten. Ab den 1950er Jahren begann der stetige Rückgang des Handhobelns in der täglichen Arbeit der Schreiner. Meist ersetzen elektrische Hobel die Handarbeit.

In den Werkstätten finden sich heute weitestgehend nur Putzhobel, Doppelhobel oder Doppelsimshobel. Einige Betriebe, meist Ausbildungsbetriebe, arbeiten darüber hinaus mit dem Simshobel, der Rauhbank oder dem Schlichthobel. Auch ist auffallend, dass in der aktuellen Ausbildungsliteratur zwar die Einzelteile eines Hobels beschrieben werden, nicht aber der Hobelvorgang an sich.

In der Hobelsammlung Kilians ist eine Reihe weiterer Modelle zu finden: Breitfalzhobel, Breitprofilhobel, Doppelhobel, Doppelprofilhobel, Falzhobel, verstellbare Falzhobel, Fausthobel, Grundhobel, Hohlhobel, Hohlkehlhobel, Hohlkehlschrupphobel, Kehlhobel, Kehlprofilhobel, Kleine Schlichthobel, Nut- und Federhobel, verstellbarer Nuthobel, Profilhobel, Profilkehlhobel, Raubank, Rundfalzhobel, Rundprofilhobel, Schrupphobel und Zahnhobel.

Ein Hobel besteht aus mehreren Einzelteilen: Holzkörper, auch Hobelkasten genannt, sowie Hobeleisen, das mit einem Holzkeil im Spanloch fixiert wird. Dafür wird der Keil mit einem Hammer festgeschlagen.

Um die Länge der herausstehenden Schneide festzulegen, ist das Können des Schreiners gefragt. Bei groben Arbeiten steht die Schneide nämlich nur etwa 1mm vor. Für sauberes Nacharbeiten einer Holzfläche sind es nur ein Zehntel Millimeter. Wichtig ist, die Hobel nicht auf der der Sohle (Unterseite) zu lagern, sondern auf der Seite liegend. Gut gehobelte Holzstücke brauchen anschließend keine Oberflächenbehandlung mehr.

Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf:

Öffnungszeiten:

Die Ausstellungen und der Bergfried können vom 1. April bis 15. November dienstags bis sonntags von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr besichtigt werden.

Eintrittspreise:

Erwachsene: 2,50 Euro

Kinder bis 14 Jahre: 1,30 Euro

Gruppen pro Person jeweils: 2,00 Euro

Schulgruppen pro Person: 1,00 Euro

Inhaber der EhrenamtsCard: frei

Führungen: Nach Voranmeldung unter der Telefonnummer 06461 924651

Anschrift:

Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf

Im Schloss 1, 35216 Biedenkopf

E-Mail: hinterlandmuseum@marburg-biedenkopf.de.

Das Exponat des Monats Juni 2016 im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf ist die Hobelsammlung von Dieter Kilian aus Plettenberg. Die Hobel stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Das Bild zeigt Beispiele aus der umfangreichen Sammlung. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Das Exponat des Monats Juni 2016 im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf ist die Hobelsammlung von Dieter Kilian aus Plettenberg. Die Hobel stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Das Bild zeigt Beispiele aus der umfangreichen Sammlung.

(Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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