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Gemeinsame Pressemitteilung der Universitätsstadt Marburg und des Landkreises Marburg-Biedenkopf: Landkreis und Universitätsstadt Marburg wollen Vielfalt von Arten und Lebensräumen erhalten – Konferenz zur biologischen Vielfalt bietet Einblicke und gibt Impulse

(Pressemitteilung 230/2016 vom 08.06.2016)

Marburg-Biedenkopf – Mit der ersten Kreiskonferenz zum Thema biologische Vielfalt (Biodiversität) haben der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Universitätsstadt Marburg den Startschuss zur Umsetzung der „Hessischen Biodiversitätsstrategie“ im Kreis gegeben. Mit großem Interesse folgten etwa 200 Besucherinnen und Besucher im Marburger Landratsamt der ersten Konferenz zu diesem Thema. Zentrales Anliegen ist es, einen transparenten Prozess im Rahmen langfristiger Bürgerbeteiligung zum Schutz der Arten und Lebensräume in Gang zu setzen, für die der Landkreis und die Menschen Verantwortung tragen.

Nach der Begrüßung durch Landrätin Kirsten Fründt und Bürgermeister Dr. Franz Kahle gab Professor Dr. Marco Thines von der Senckenbergesellschaft für Naturforschung und Goethe-Universität Frankfurt einen interessanten Einblick in die Bedeutung der biologischen Vielfalt. „Der Verbrauch von Natur muss kosten“ war ein Fazit des Vortrages von Professor Dr. Thines, in dem er auf die Vielfalt und die Vernetzung der Ökosysteme und ihre Bedeutung für das menschliche Leben einging. Lebensgrundlagen wie frische Luft, sauberes Wasser, Nahrungsmittel und Rohstoffe hingen von funktionierenden Ökosystemen ab – wobei die Zusammenhänge für uns Menschen häufig gar nicht sichtbar seien, machte er am Beispiel von Pilzgesellschaften und ihrem Einfluss auf Ökosysteme deutlich.

Als hessische Botschafterin für Biodiversität stellte Dr. Maren Heincke von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau die „Hessische Biodiversitätsstrategie“ vor und erläuterte, nach welchen Kriterien die Arten und Lebensräume ausgewählt wurden, für die die Landkreise eine besondere Verantwortung tragen. Daran anschließend stellte Karl-Heinz Möller von der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Gießen beispielhaft die im Landkreis Marburg-Biedenkopf bedrohten Arten und Lebensräume in anschaulichen Bildern vor.

Im zweiten Teil der Veranstaltung stellten die Veranstalter anhand praktischer Beispiele ihre bisherige Arbeit zum Schutz der biologischen Vielfalt vor. Unter dem Motto „Landwirtschaft braucht Biodiversität und Biodiversität braucht Landwirtschaft“ stellten Mitarbeiterinnen des Fachdienstes Landwirtschaft und Verbraucherschutz der Kreisverwaltung, Paul Neubauer, Heike Wagner und Heidrun Hess-Mittelstädt, Umsetzungsmöglichkeiten im Bereich der Agrarförderung und Agrarumwelt vor.

Der Fachdienst Wasser und Naturschutz des Kreises stellte in Zusammenarbeit mit der Agentur Naturentwicklung, vertreten durch Dr. Ursula Mothes-Wagner, den Schwerpunkt Artenschutz an Gewässern am Beispiel von Uferschwalbe und Eisvogel dar. Ganz im Zeichen des Fledermausschutzes stand der Beitrag der Unteren Naturschutzbehörde der Universitätsstadt Marburg, der von Ortrud Simon vorgetragen wurde.

Ruth Glörfeld vom Fachdienst Bürgerbeteiligung des Kreises stellte die Ergebnisse der im Vorfeld zur Veranstaltung geführten Umfrage zum Thema Biodiversität vor und gab einen Ausblick über die weiteren geplanten Schritte von Landkreis und Universitätsstadt Marburg.

Bereits vor Beginn der Veranstaltung, in der Pause, aber auch im Anschluss an die Vorträge, nutzten die Besucherinnen und Besucher die Stände der einladenden Fachdienste, die im Foyer platziert waren, zur Information und zur Beantwortung von Fragen. Interessierte hatten dort auch die Möglichkeit, sich in Listen zu verschiedenen Themen einzutragen, die dann als Grundlage für Folgeveranstaltungen dienen können.

Der Fachdienst Bürgerbeteiligung, Ideen- und Beschwerdemanagement des Landkreises unterstützt auch weiterhin den angestoßenen Bürgerdialog zur Biodiversität. Interessierte können sich auch im Internet unter „www.mein-marburg-biedenkopf.de“ über die Kreiskonferenz und das weitere Vorgehen informieren und sich aktiv einbringen.

Hintergrund:

Bereits im Jahr 1992 haben die Vereinten Nationen, ein Übereinkommen zum Erhalt der biologischen Vielfalt abgeschlossen. Auch die Europäische Union hat sich die Eindämmung des Verlusts der Biodiversität bis zum Jahr 2010 als Ziel gesetzt. Doch der Verlust von Arten konnte bislang nicht eingedämmt werden. Daher hat die internationale Staatengemeinschaft im Jahr 2010 in Nagoya (Japan) einen strategischen Plan zur Rettung der Biodiversität beschlossen (Nagoya-Protokoll). Die darin formulierten Ziele sollen bis zum Jahr 2020 umgesetzt werden und sind die Grundlage für die Hessische Biodiversitätsstrategie.

Das Land Hessen setzt sich seinerseits für die Erhaltung der natürlichen Vielfalt ein und hat im Jahr 2013 eine hessische Biodiversitätsstrategie (HBS) verabschiedet und diese im Jahr 2016 weiterentwickelt. Die Hessische Biodiversitätsstrategie hat 11 Ziele formuliert: www.biologischevielfalt.hessen.de in die die EU-Strategie eingeflossen ist, die aber auch landesspezifische Ziele verfolgt. Die Ziele können nur erreicht werden, wenn möglichst viele Bürgerinnen und Bürger mitmachen und sich aktiv einbringen.

Bei der Konferenz zur biologischen Vielfalt im Landratsamt gab es großes Interesse seitens der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowohl während der Vorträge als auch im Nachhinein.

Bei der Konferenz zur biologischen Vielfalt im Landratsamt gab es großes Interesse seitens der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowohl während der Vorträge als auch im Nachhinein.

Bei der Konferenz zur biologischen Vielfalt im Landratsamt gab es großes Interesse seitens der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowohl während der Vorträge als auch im Nachhinein.

Fotos: Landkreis

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