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Kreis baut Schulsozialarbeit an der Mittelpunktschule in Hartenrod aus / Angebot wird mehr als verdoppelt – Dr. McGovern: „Junge Menschen noch besser individuell fördern“

(Pressemitteilung Nr. 228/2012 vom 12.06.2012)
Marburg-Biedenkopf – Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat das bestehende Angebot der Sozialarbeit an der Mittelpunktschule in Hartenrod ausgeweitet. Möglich wurde dies durch das Bildungs- und Teilhabepaket im Rahmen der Reform des Hartz IV-Paketes. „Mit der Schulsozialarbeit können wir entscheidend mit dazu beitragen, dass junge Menschen besser individuell gefördert werden und sie ihre Chancen auf eine umfassende Teilhabe in der Gesellschaft besser wahrnehmen können“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. McGovern.

Durch eine Aufstockung von 6 auf 15 Stunden in der Woche für Schulsozialarbeit durch das Bildungs- und Teilhabepaket können nun auch die Klassen fünf und sechs der Förderstufe sozialpädagogisch begleitet werden. Ebenso besteht nun die Möglichkeit, im Rahmen von Projektwochen oder Projektschwerpunkten, beispielsweise zum Thema Suchtprävention, sich zu engagieren. Vor allem die Vernetzung mit der kommunalen Jugendarbeit wird durch gemeinsame Projekte und Fallbesprechungen gefestigt. Hierbei stellt die Projektkollegin das Scharnier zwischen Jugendarbeit und Schule dar und sichert den kollegialen Austausch und die sozialpädagogische Arbeit mit Jugendlichen über den Schulvormittag hinaus.

Bei der Umsetzung an den Schulen greift der Landkreis auf bewährte Partner aus der Jugendhilfe zurück. Im Rahmen des Projektes „Lebensweltorientierte Schulsozialarbeit“ führt der bsj Marburg e.V. an verschiedenen Schulen diese Aufgabe im Auftrag des Landkreises durch. Mit diesem Projekt werden auch die Bestrebungen des Landkreises, den Bereich der Erziehungshilfen lebenswelt- und alltagsorientiert zu strukturieren, unterstützt. Für die Projektleiterin der Schulsozialarbeit beim bsj Marburg e.V., Simona Lison, ist es ein wichtiges Anliegen, Bildung, Erziehung und Förderung unter starkem Einbezug lebensweltorientierter Themen gemeinsam mit der Schule zu verwirklichen und den schulischen Lernraum mit sozialpädagogischen Themen wie Persönlichkeitsentwicklung, Soziales Lernen, Umgang mit Unterschiedlichkeiten und Konflikten, Ressourcen- und Prozessorientierung anzureichern und vorrangig präventiv am Standort Schule umzusetzen.

Ziele der Lebensweltorientierten Schulsozialarbeit sind:
• die Verhinderung von Ausgrenzung sowie die Förderung von Kindern und Jugendlichen durch individuelle Angebote für einzelne Schülerinnen und Schüler sowie Gruppenangebote zur Verbesserung des Klassenklimas
• die sozialpädagogische Unterstützung von Lehrerinnen und Lehrern im Schulalltag sowie auch im Rahmen von Fortbildungen und Beratung
• der Aufbau von Netzwerken in der Region, wobei das Projekt als Scharnier zwischen Schule, Jugendhilfe und Sozialraum wirkt.

Für den Leiter des Fachbereichs Familie, Jugend und Soziales beim Landkreis, Uwe Pöppler, weisen die Aufgaben des Projektes über einen rein schulsozialarbeits-bezogenen Ansatz hinaus und zielen auf eine partnerschaftliche Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule.

An der Mittelpunktschule Hartenrod besteht das Projekt der „Lebensweltorientierten Schulsozialarbeit“ mittlerweile schon viereinhalb Jahre. Für die Schulleiterin Dorothea Mannshardt ist die Einbettung des Projektes an ihrer Schule gut gelungen und stellt eine große Unterstützung für die Lehrkräfte dar.

Für Schule, den Landkreis als Schulträger und bsj Marburg e.V. hat die Aufrechterhaltung eines niedrigschwelligen Unterstützungssystems an der Schule große Bedeutung. Diese Unterstützung trägt mit frühzeitiger Vermittlung und Hilfsangeboten dazu bei, die Zuspitzung von Konfliktsituationen zu vermeiden, Klassen in ihrer Gemeinschaft zu unterstützen und Jugendliche einzelfallorientiert sozialpädagogisch zu begleiten.

Die regelmäßige Präsenz der bsj-Mitarbeiterin Sabine Blöcher gewährleistet dabei eine fortdauernde Beziehungsarbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Sie steht den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften bei Schwierigkeiten, Problemen und Krisensituationen zur Verfügung.

Weiterhin begleitet die Mitarbeiterin Schulklassen der 5. bis 10. Jahrgangsstufe im Unterricht und gestaltet außerschulische Projekttage mit gruppen- und jugendbezogenen Thematiken sowie präventivem Charakter. Bewegung im naturnahen Raum und der Umgang mit „Neuem“ und „Fremden“ sind zentrale Aspekte der Arbeit mit den Jugendlichen und Klassen. Die gruppenbezogenen Angebote haben darüber hinaus zum Ziel, den Schülerinnen und Schülern Räume für Selbstwirksamkeitserfahrungen zu eröffnen und durch handlungsorientierte Angebote auf den Übergang von Schule in den Beruf vorzubereiten. Das umfasst insbesondere Angebote zur Förderung berufsrelevanter Schlüsselqualifikationen, wie die Förderung von Mobilität, Kommunikationskompetenz oder Teamfähigkeit.

Für Dr. McGovern fördert die enge Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, kommunaler Jugendarbeit und Schulsozialarbeit im Rahmen spontaner Absprachen, regelmäßiger Fallbesprechungen und kollegialer Beratung die Kompetenz der beteiligten Fachkräfte und hilft, die Ursachen für Lern- und Erziehungsschwierigkeiten frühzeitig zu erkennen.

„Für den Schullalltag bedeutet die enge Zusammenarbeit der Akteure auch eine Bereicherung und Entlastung bei der Lösung von konfliktträchtigen Situationen und bei der individuellen Förderung von Kindern und Jugendlichen“, so Dorothea Mannshardt.
 

  Stellten die ausgeweitete Schulsozialarbeit an der Mittelpunktschule Hartenrod vor: (vorne, von links) Schulleiterin Dorothea Mannshardt, bsj-Mitarbeiterin Sabine Blöcher und bsj-Projektleiterin Simona Lison sowie (hinten, von links) der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern, Siegfried Heppner vom Fachbereich Familie, Jugend und Soziales des Kreises und der Leiter dieses Fachbereichs, Uwe Pöppler. (Foto: Landkreis)
Stellten die ausgeweitete Schulsozialarbeit an der Mittelpunktschule Hartenrod vor: (vorne, von links) Schulleiterin Dorothea Mannshardt, bsj-Mitarbeiterin Sabine Blöcher und bsj-Projektleiterin Simona Lison sowie (hinten, von links) der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern, Siegfried Heppner vom Fachbereich Familie, Jugend und Soziales des Kreises und der Leiter dieses Fachbereichs, Uwe Pöppler. (Foto: Landkreis)

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