Link auf das Hauptmenü Link auf die Untermenüpunkte Link auf Inhaltsbereich
Gemeinsames Projekt von Stadt und Kreis erntet Beifall in Berlin – Regionales Übergangsmanagement Marburg-Biedenkopf präsentiert erfolgreiche Projektarbeit auf Jahrestagung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
(Pressemitteilung Nr. 224/2013 vom 18.06.2013)

Marburg-Biedenkopf/Berlin. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Rahmen der Abschlusstagung des Programms „Perspektive Berufsabschluss“ im Berliner Congress Center nach fünf Jahren positiver Projektarbeit in dem Förderschwerpunkt „Regionales Übergangsmanagement“ (RÜM) die vielfältigen Ergebnisse und erfolgreichen Schlaglichter einem hochkarätigem Publikum vorgestellt. Anwesend waren rund 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Bundes- und Landesministerien, wissenschaftlichen Instituten, überregionalen und bundesweit tätigen Verbänden, Spitzenorganisationen und Wohlfahrtsverbänden sowie die Projektverantwortlichen aller 55 RÜM-Standorte. Das RÜM Marburg-Biedenkopf wurde ausgewählt, um als eines von sechs Schlaglichtern seine Ergebnisse vorzustellen.

Repräsentativ für das Thema „Elternarbeit“ als einem zentralen RÜM-Arbeitsfeld wurde die im Landkreis Marburg-Biedenkopf entwickelte und umgesetzte „Modulare Fortbildungsreihe zur berufsbezogenen Elternarbeit für Lehrkräfte und Sozialarbeiter/-innen“ als herausragendes Angebot des Programms „Perspektive Berufsabschluss“ von Ministerialrätin Viola-Antoinette Klanten (BMBF) hervorgehoben und von Evelyne Rößer, Projektleiterin des RÜM Marburg-Biedenkopf, dem Publikum präsentiert. Ziel des in Marburg favorisierten Ansatzes war es, Lehrkräfte zu qualifizieren, zielgruppen- und bedarfsgerechte Angebote für Eltern im Berufswahlprozess ihrer Kinder zu entwickeln, durchzuführen und im Unterricht zu etablieren. Das RÜM Marburg-Biedenkopf kümmerte sich in der Region um Fragen zum Übergang Schule-Beruf mit dem Ziel, die hier vorhandenen regionalen Förderstrukturen für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf zu optimieren.

Nach Ende der mit Bundesmitteln und mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderten Projektlaufzeit am Standort Marburg-Biedenkopf im Jahre 2012 haben sich der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern und der Oberbürgermeister der Universitätsstadt Marburg Egon Vaupel dafür eingesetzt, dass das RÜM vor Ort fortgesetzt werden konnte. „RÜM hat wichtige Ergebnisse und Impulse hervorgebracht. Uns war es wichtig, diesen Arbeitsbereich am Übergang Schule-Beruf mit kommunalen Mitteln und Ressourcen weiterzuführen und in gemeinsamer Zusammenarbeit zu festigen“, erklärte Dr. McGovern. Auch Oberbürgermeister Vaupel betonte: „Auf dem Weg zur Chancengerechtigkeit für alle jungen Menschen sind wir trotz der bisherigen Anstrengungen und Erfolge noch nicht am Ziel angekommen. Gerade in einer Zeit, in der sich das „Fenster der Möglichkeiten“ auf eine berufliche Ausbildung auch für Jugendliche mit weniger guten Startchancen weiter öffnet, müssen wir als Kommune Verantwortung tragen und dürfen die Jugendlichen nicht im Stich lassen.“

Schwerpunkte des RÜM waren und sind die Netzwerk- und Gremienarbeit, Berufsorientierung und Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, die Unterstützung von Schulen bei der Entwicklung von Curricula zur Berufsorientierung, die Datenerhebung am Übergang Schule-Beruf und die Verbesserung der Angebotstransparenz. Ein besonderer Schwerpunkt lag jedoch auf der berufsbezogenen und interkulturellen Elternarbeit. „Der modulare Ansatz der Fortbildungsreihe ist bei den Teilnehmenden sehr gut angekommen. Die Lehrkräfte wurden theoretisch und praktisch an das Thema herangeführt und konnten ihren eigenen Standpunkt zur Elternarbeit reflektieren. Von allen beteiligten Schulen wurden Projekte in Zusammenarbeit mit Eltern entwickelt und durchgeführt“, erläuterte Evelyne Rößer.

Ein weiterer Multiplikatorenansatz in der Elternarbeit war die Schulung von Mitgliedern aus Migrantenorganisationen, die im Rahmen des Begleitprojekts „Mit MigrantInnen für MigrantInnen“ zu Bildungsbeauftragten geschult wurden. Ziel war es, diese Personen zu befähigen, Eltern und Jugendliche aus ihrem sozialen Umfeld zu Fragen am Übergang Schule-Beruf zu unterstützen. Auch das Begleitprojekt, durchgeführt durch die MOZAIK gGMBH, wurde in Berlin für den Bereich Netzwerkarbeit repräsentativ als Schlaglicht hervorgehoben.

Die Erfolgsgeschichte des RÜM Marburg-Biedenkopf begann im Jahr 2008. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits seit einigen Jahren eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Universitätsstadt Marburg in Bezug auf individuelle Hilfestellungen für benachteiligte junge Menschen im Rahmen der Kompetenzagentur/Jugendberufshilfe. Strukturelle Fragestellungen in diesem Arbeitsbereich konnten aber noch nicht im erforderlichen Umfang und mit der nötigen Intensität bearbeitet werden. Insofern bot sich damals eine Bewerbung auf das Programm „Perspektive Berufsabschluss“ des BMBF an, welches Gebietskörperschaften mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds unterstützen wollte. Bereits im Bewerbungsverfahren wurde Marburg-Biedenkopf aus einer starken Konkurrenz heraus (170 Mitbewerbungen) als einer von damals 27 bundesweiten Projektstandorten ausgewählt.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Ministerialdirigent Thomas Sondermann (BMBF), der das Strukturprogramm „Perspektive Berufsabschluss“ und dessen bundesweite Erfolgsgeschichte darstellte und betonte, dass RÜM als zentrale Koordinierungsstelle wesentlich dazu beigetragen hat, den Übergangsbereich Schule-Beruf in Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren zu verbessern und Licht in den Dschungel der hier vorzufindenden Förderlandschaften zu bringen.

Berliner Congress Center. Foto: Privat


Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Rahmen der Abschlusstagung des Programms „Perspektive Berufsabschluss“ im Berliner Congress Center die vielfältigen Ergebnisse und erfolgreichen Schlaglichter vorgestellt. Repräsentativ für das Thema „Elternarbeit“ als einem zentralen RÜM-Arbeitsfeld wurde die im Landkreis Marburg-Biedenkopf entwickelte und umgesetzte „Modulare Fortbildungsreihe zur berufsbezogenen Elternarbeit für Lehrkräfte und Sozialarbeiter/-innen“ als herausragendes Angebot hervorgehoben. Foto: Privat

[ schliessen ]