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Einsatzkräfte aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf haben an den Elbdeichen eine beachtliche Leistung vollbracht und den betroffenen Menschen geholfen – Landrat dankt allen Helferinnen und Helfern für vorbildlichen Einsatz
(Pressemitteilung Nr. 219/2013 vom 10.06.2013)

Marburg-Biedenkopf – Müde aber zufrieden sind die Einsatzkräfte aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf am Samstagabend vom Hochwassereinsatz im Osten Deutschlands zurückgekehrt. Am Montag vergangener Woche waren 120 Helferinnen und Helfer verschiedener Feuerwehren, der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) und des Roten Kreuzes mit knapp 30 Fahrzeugen zunächst nach Dresden ausgerückt. Von dort wurden sie dann nach Mühlberg verlegt, wo sie zur Deichverteidigung eingesetzt wurden. „Wichtig ist, dass unsere Einsatzkräfte den Menschen in der Hochwasserregion helfen konnten und dass alle gesund und wohlbehalten zurückgekehrt sind“, sagte Landrat Robert Fischbach am Montag in Marburg.

Der Landrat dankte allen Einsatzkräften für ihren harten körperlichen Einsatz und die Bereitschaft, den Menschen in den Hochwassergebieten kurzfristig für mehrere Tage zu helfen. Die Mannschaft aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf hat durch ihren Einsatz maßgeblich dazu beigetragen, dass die Elbdeiche bei Mühlberg bis jetzt gehalten haben und der Ort gerettet werden konnte. „Unser Dank gilt auch den Arbeitgebern, die unsere Einsatzkräfte für diesen Hilfseinsatz freigestellt haben. Hier hat sich große Solidarität mit den Menschen in den Katastrophengebieten gezeigt“, betonte Landrat Fischbach.

Die Entsendung eines zweiten Kontingents aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf ist im Moment nicht vorgesehen. Ein entsprechender Voralarm wurde aufgehoben.

Nachdem die Helfer aus dem Kreis Marburg-Biedenkopf zunächst nach Dresden abgerückt waren und dort fast zwei Tage in Bereitstellung geblieben sind, rückte der Verband dann gemeinsam mit Kräften aus dem Vogelsbergkreis nach Mühlberg (Brandenburg) aus. Dort galt es, gemeinsam mit Soldaten der Bundeswehr und Helfern des Technischen Hilfswerks (THW) die örtlichen Einsatzkräfte zu unterstützen.

Ein Schwerpunkt des Einsatzes war bei dem Ort Fichtenberg. Hier war am Elbdeich eine problematische Situation eingetreten: Das Wasser der Elbe drang an mehreren Stellen durch den aufgeweichten Deich. Die Einsatzkräfte mussten 25.000 Sandsäcke füllen und dann in einer kräftezehrenden Nachtschicht an dem Deich verlegen. Da die betroffene Stelle am Deich kaum zu erreichen war, wurden die Sandsäcke erst von Lastwagen der Bundeswehr in Boote des THW und der DLRG verladen, an der schadhaften Stelle wieder entladen und dann verbaut. Die Bundeswehr brachte außerdem Sandsäcke mit Hubschraubern direkt an den Ort des Geschehens und unterstützte die Arbeiten dadurch. „Wir haben es geschafft, den Deich solange zu stabilisieren, bis mit zehntausenden Tonnen von Kies und Schotter der Deich weiter gestützt werden konnte“, berichtete Kreisbrandinspektor Lars Schäfer, der im Moment noch den hessischen Führungsstab in Sachsen unterstützt.

Heikel wurde es noch einmal, als die Helfer aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf bei dem Dorf Martinskirchen einheimische Feuerwehrleute bei der Deichsicherung unterstützen: Ein Stück elbaufwärts drohte in diesem Moment der Deich zu brechen und die Helfer mussten den Deich fluchtartig verlassen und sich in Sicherheit bringen. Letztlich brach der Deich aber nicht.

Trotz aller Anstrengungen und Belastungen sind die Einsatzkräfte mit dem Gefühl nach Hause gekommen, den Menschen in der Hochwasserregion geholfen zu haben. Auch die Sympathiebekundungen der Bevölkerung haben die Motivation der ehrenamtlichen gestärkt, was wiederum geholfen hat, Kraftreserven zu mobilisieren.

Untergebracht waren die Helferinnen und Helfern sowohl in Dresden als auch bei dem Einsatz rund um Mühlberg in Turnhallen. Geschlafen wurden auf Feldbetten und auf Betten die die Bundeswehr zur Verfügung gestellt hat. Moral und Motivation der Mannschaft wurden auch durch durchweg gute Verpflegung gestärkt, die ein Betreuungszug des Roten Kreuzes aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf zubereitet hat. Selbst während des Nachteinsatzes am Deich brachte das Rote Kreuz Verpflegung und Getränke an den Ort des Geschehens.

„Wir haben bewiesen, dass unsere Katastrophenschutzstrukturen leistungsfähig sind und dass wir in der Lage sind, innerhalb weniger Stunden mehr als einhundert ehrenamtliche Einsatzkräfte für einen mehrtägigen Einsatz außerhalb Hessens bereit zu stellen ohne die Einsatzbereitschaft der Gefahrenabwehr hier im Landkreis zu schwächen. Wir können seht stolz auf unsere Einsatzkräfte sein“, stellte Landrat Fischbach fest.

Innerhalb weniger Stunden mussten 25.000 Sandsäcke gefüllt werden.
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Innerhalb weniger Stunden mussten 25.000 Sandsäcke gefüllt werden.
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Innerhalb weniger Stunden mussten 25.000 Sandsäcke gefüllt werden.

Hubschrauber der Bundeswehr flogen die Sandsäcke an den betroffenen Deichabschnitt, wo sie die Einsatzkräfte dann verbauten, um den durchweichten Deich zu stabilisieren.
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Hubschrauber der Bundeswehr flogen die Sandsäcke an den betroffenen Deichabschnitt, wo sie die Einsatzkräfte dann verbauten, um den durchweichten Deich zu stabilisieren.

Teilweise mussten die Sandsäcke auch in Boote verladen werden, um sie damit dann zu dem betroffenen Deichabschnitt zu bringen, der mit Fahrzeugen nicht zu erreichen war.
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Teilweise mussten die Sandsäcke auch in Boote verladen werden, um sie damit dann zu dem betroffenen Deichabschnitt zu bringen, der mit Fahrzeugen nicht zu erreichen war.

Fotos: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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