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Gina-Marie kann wieder lachen: Spendernieren brachten die Fröhlichkeit zurück – „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig“: Arbeitskreis wirbt für Tag der Organspende am 2. Juni / Fachleute informieren in der Marburger Innenstadt

(Pressemitteilung Nr. 215/2012 vom 29.05.2012)
Marburg-Biedenkopf – 12.000 schwer kranke Menschen warten in Deutschland laut der Deutschen Stiftung Organspende (DSO) auf ein Spenderorgan. Von der Bereitschaft, Organe zu spenden, hängen Leben und Lebensqualität ab. „Informieren, aufklären und damit Leben retten sind deshalb sehr wichtig“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Dr. Karsten McGovern am Dienstag in Morgen und warb damit den Tag der Organspende. Dieser findet am kommenden Samstag, 2. Juni 2012, statt. An diesem Tag stehen in der Zeit von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr Fachleute in der Marburger Innenstadt (Obere Gutenbergstraße/Seiteneigang Schlossberg-Center) Interessierten Rede und Antwort und informieren auch über die aktuelle Entscheidung des Bundestages zum Thema Organspende.

Die Entscheidung, Organe nach dem Tod zu spenden, hat der heute fast zehnjährigen Gina-Marie Jastrzemski das Leben gerettet. Gina-Marie, ihre Mutter Sandra und Prof. Dr. Günter Klaus, Chef der Kinder-Nephrologie (Nierenheilkunde) am Universitätsklinikum Gießen-Marburg – Standort Marburg – berichteten: Vor vier Jahren wurde bei Gina-Marie ein chronisches Nierenversagen festgestellt. Es folgte die Dialyse („Blutwäsche“). Doch es war klar, dass nur eine Nierentransplantation dauerhaft helfen und Leben des Mädchens retten konnte. Kurz vor dieser Transplantation standen andere Eltern vor der schweren Situation, die Organe ihres Kindes nach dessen Tod zur Transplantation freizugeben. Gina bekam beide Nieren des verstorbenen Kindes übertragen. Heute geht es ihr gut, sie ist ein fröhliches und unbeschwertes Kind.

Einen wichtigen Beitrag, um die Akzeptanz der Organspende zu erhöhen und umfassend darüber zu informieren, leisten Dachverbände oder Selbsthilfeorganisationen seit nunmehr 30 Jahren. „Der Tag der Organspende wurde im Juni 1982 von Selbsthilfeverbänden und dem Arbeitskreis Organspende in Deutschland gegründet. Er wird jedes Jahr am ersten Samstag im Juni begangen. An diesem Tag danken die Empfänger symbolisch ihren Spendern und Angehörigen für die Organspenden“, erläutert Ewald Hofmann, 1. Vorsitzender der Selbsthilfegruppe „Dialysepatienten und Transplantierte Mittelhessen e.V.“.

In diesem Jahr wird das 30-jährige Bestehen dieses Tages unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig“ mit einer Großveranstaltung in Dresden gefeiert. Außerdem finden in ganz Deutschland durch Selbsthilfevereine Aktionen zum Tag der Organspende statt. So auch am 2. Juni vom Arbeitskreis Organspende in Marburg. Im Arbeitskreis Organspende, der vom Fachbereich Gesundheit („Gesundheitsamt“) des Landkreises koordiniert wird, arbeiten Dachverbände, Selbsthilfeorganisationen und das Universitätsklinikum eng zusammen. Selbsthilfe bedeutet, die eigenen Probleme und deren Lösungen selbst in die Hand zu nehmen und durch Aktivitäten zu lösen, aber auch auf die Defizite hinzuweisen. „Die Selbsthilfevereine setzen sich sehr für die Organspende ein, um durch Aufklärung der Öffentlichkeit den Betroffenen zu helfen“, lobte Dr. McGovern das Engagement.

Wolfgang Langer, Arzt und Vertreter der DSO, erläuterte Grundsätze der Spendereignung. „Organe die für eine Transplantation in Frage kommen sind Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm“, erläuterte der Mediziner. Das Alter sei kein Ausschlusskriterium. „Es gibt im Prinzip keine obere Altersgrenze. Entscheidend ist die Funktion der Organe zum Zeitpunkt der Entnahme. Erst kürzlich hat der 101-jährige Ehemann der Entnahme beider Nieren seiner 97 Jahre alten Ehefrau zugestimmt“, berichtete Wolfgang Langer. Als Ausschlussfaktoren für eine Organspende gelten eine HIV-Erkrankung, Tuberkulose, gesicherte und nicht behandelte Sepsis auch mit nachgewiesenen multiresistenten Keimen, nicht behandelte Infektionen (zum Beispiel Tollwut, Creutzfeldt-Jakob), nichtbehandelte Krebserkrankungen.
 

  Organspende: Richtig. Wichtig. Lebenswichtig! Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern (vorne, links) wirbt mit dem Arbeitskreis Organspende für den Tag der Organspende am kommenden Samstag. Mit dabei die fast zehnjährige Gina-Marie (vorne, 2. v. li.) und ihre Mutter Sandra Jastrzemski (direkt hinter Gina-Marie). Dem Mädchen wurden vor zwei Jahren zwei Nieren transplantiert - heute geht es ihr wieder gut und sie kann wieder lachen. (Foto: Landkreis)
Organspende: Richtig. Wichtig. Lebenswichtig! Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern (vorne, links) wirbt mit dem Arbeitskreis Organspende für den Tag der Organspende am kommenden Samstag. Mit dabei die fast zehnjährige Gina-Marie (vorne, 2. v. li.) und ihre Mutter Sandra Jastrzemski (direkt hinter Gina-Marie). Dem Mädchen wurden vor zwei Jahren zwei Nieren transplantiert - heute geht es ihr wieder gut und sie kann wieder lachen.
(Foto: Landkreis)

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