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Stadt Rauschenberg hinterlässt beim Gemeindebesuch von Landrat Fischbach einen positiven Eindruck – Gelungene Dorferneuerung in Josbach
(Pressemitteilung Nr. 214/2013 vom 07.06.2013)

Marburg-Biedenkopf – „Die besagten 100 Tage sind noch nicht vorbei und wir sind schon hier“, mit diesen Worten begrüßte Landrat Robert Fischbach den seit zwei Monaten im Amt befindlichen Bürgermeister Michael Emmerich auf seinem Gemeindebesuch in Rauschenberg. Der Gemeindebesuch des Landrats mit einer kleinen Delegation aus einigen Führungskräften der Kreisverwaltung stand in Rauschenberg ganz im Sinne des informellen Austauschs. Michael Emmerich empfing zusammen mit Vertretern des Stadtparlaments sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung seine Gäste im Rathaus und zeigte sich darüber erfreut, dass sich Landrat Fischbach vor Ort ein Bild von den neuesten Maßnahmen – wie der Dorferneuerung in Josbach – aber auch von Problemen gemacht hat.

Bürgermeister Emmerich berichtete über bestehende Leerstände von Gebäuden in der Altstadt. Um dem entgegenzuwirken wurde bereits ein Arbeitskreis gebildet, der Lösungsmöglichkeiten und neue Impulse erarbeiten soll. Landrat Fischbach sah die Problematik ebenfalls und regte an, dass die Versorgung mit schnellem Internet dem entgegen wirken kann. Noch in diesem Sommer soll die Vergabe und dann möglichst schnell die Erschließung im Landkreis erfolgen.

Michael Emmerich stellte Rauschenberg als eine familienfreundliche Stadt vor, die mit Kindergärten und Grundschulen gut gerüstet sei und sich sehr über Familien freue, die nach Rauschenberg umziehen möchten.

Seit Herbst 2010 ist das Bioenergiedorf Josbach als zweites Bioenergiedorf im Landkreis Marburg-Biedenkopf am Netz. Die Idee entstand im Prozess der Dorferneuerung und wurde mit der Gründung einer Genossenschaft umgesetzt. Von ursprünglich 38 angeschlossenen Häusern im Jahr 2010 ist die Zahl mittlerweile auf 40 Haushalte gestiegen. Die Wärme wird aus einer Biogasanlage in der Nachbarschaft in das gemeinschaftlich betriebene Nahwärmenetz übernommen, das in Schleifen direkt in jeden Haushalt führt. Die angeschlossenen Hauseigentümer sind mit dieser Netzführung und Wärmeversorgung sehr zufrieden. Kosten für die Lagerung von Öl oder Flüssiggas entfallen, auch der Schornsteinfeger muss nur den zentral aufgestellten „Back-up“-Kessel betreuen. Da das Modell so erfolgreich ist, fragen weitere Interessenten nach und es wird über eine Erweiterung des Netzes nachgedacht.

Josbach befindet sich nun im vorletzten Jahr der Dorferneuerung. Landrat Fischbach konnte sich einen Einblick in die Umgestaltung der Ortsmitte verschaffen: „Wenn ich diese wunderschöne Straße hinabblicke, kann ich nur sagen, schöner konnte es nicht werden“. Durch vielfältige Investitionen am und im Bürgerhaus hat sich dieses zum infrastrukturellen Schwerpunkt des Ortes entwickelt, selbst der Dorfbrunnen konnte mit einbezogen werden.

Gemeinsam wurde das Pflegezentrum Haus Rauschenberg besichtigt. Es ist eines von insgesamt 36 vollstationären Pfegeeinrichtungen im Landkreis und verfügt über 108 Plätze. Darüber hinaus bieten sie Essen auf Rädern, Angehörigenberatung und vieles mehr an. Besonders hervorzuheben ist die Betreuung für Mitarbeiterkinder des Pflegezentrums in einem Nebengebäude. Die neuen Räume des „Mäusenests“ wurden liebevoll hergerichtet und werden derzeit von einer Gruppe von Unter-Dreijährigen genutzt.

Als „Bill Gates von Rauschenberg“ bezeichnete Landrat Robert Fischbach das Unternehmen SW-Motech GmbH & Co. KG, da die drei Motorradbegeisterten Jörg Diehl, Jürgen Swora und Kai Jockel diese Firma in 1999 in einer Garage in Bracht gründeten. Angefangen hatte alles mit der Idee, die Studentenkasse für Reisen ins Ausland zu finanzieren. Die Erfindung des abnehmbaren „QUICK-LOCK“ Kofferträgers im Jahr 2000 schlug auf dem Markt bestens ein. Aus anfangs drei selbstproduzierten Produkten wurden schnell 25, sodass die ersten Mitarbeiter eingestellt und ein Umzug in ein größeres Gebäude in Rauschenberg anstand. Aufgrund der großen Nachfrage, gründeten sie in 2001 eine weitere Produktionsstätte in Brünn (Tschechische Republik). Die Produktpalette wurde stetig erweitert. Mit der Erfindung des Quick-Look-Tankrings wurden Tankrucksäcke mit ins Programm aufgenommen und es kam in 2005 zum Zusammenschluss mit der Firma Bags-Connection (Geschäftsführer Achim Kessler). Aufgrund des ständigen Wachstums wurde 2012 ein neues Bürogebäude errichtet. Inzwischen arbeiten insgesamt 91 Beschäftigte in der Firma, darunter acht Auszubildende, wobei den Geschäftsführern die Ausbildung ein wichtiges Anliegen ist, da sie aufgrund des Fachkräftemangels so gegebenenfalls ihre eigenen Leute ausbilden können. „Wir verkaufen Emotionen. Unsere Freizeitgüter sprechen vorwiegend Kunden über 40 an.“, ergänzte Jörg Diehl während der Führung. Die Firma ist Partner vieler bedeutender Motorradhersteller und exportiert ihre Produkte in über 57 Länder der Erde.

Abschließend erfolgte ein Gespräch mit den Feuerwehren. Stadtbrandinspektor Helmut Muhm sprach einerseits über die Einsätze der Feuerwehr, andererseits aber auch über das gute Miteinander. „Durch gute Ausbildung und gute Ausrüstung sollen die Kameraden motiviert bleiben“, machte Muhm deutlich. Außerdem bat er Landrat Fischbach weiterhin darauf hinzuweisen, dass die Bereitschaft der Firmen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Einsätze freizustellen, wesentlich für eine gute Feuerwehrarbeit sei. Auch Bürgermeister Michael Emmerich sicherte zu, „Wir werden die Kameraden weiterhin in Form von technisch guter Ausstattung, Eigenschutz und Modernisierungen unterstützen.“ Landrat Fischbach hob die Bedeutung dieses Ehrenamts besonders hervor „Die Entscheidung, Mitglied in der Feuerwehr zu werden, bedeutet, 365 Tage im Jahr einsatzbereit zu sein, um anderen zu helfen! Was wäre, wenn wir sie nicht hätten?“ Das verdiene höchste Wertschätzung. Es sei wichtig, alles dafür zu tun, dass die gute ehrenamtliche Tätigkeit in Rauschenberg weiterhin so bleibt.

Rauschenberg hat sich bei dem Gemeindebesuch bestens präsentiert.

Während der Besichtigung des neu gestalteten Ortseingangs von Josbach legten Landrat Robert Fischbach (4. v. r.) und Bürgermeister Michael Emmerich (5. v. r.) ein besonderes Augenmerk auf die Dorferneuerung.
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Während der Besichtigung des neu gestalteten Ortseingangs von Josbach legten Landrat Robert Fischbach (4. v. r.) und Bürgermeister Michael Emmerich (5. v. r.) ein besonderes Augenmerk auf die Dorferneuerung.

Geschäftführer Jörg Diehl (2. v. l.) der Firma SW-Motech GmbH & Co. KG erklärte Landrat Robert Fischbach (4.v.l.) und Bürgermeister Michael Emmerich (4.v.r.) sowie den anderen Teilnehmern ein Haltesystem für Taschen, welches unter Berücksichtigung eines hohen Sicherheitsaspektes entwickelt wurde.
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Geschäftführer Jörg Diehl (2. v. l.) der Firma SW-Motech GmbH & Co. KG erklärte Landrat Robert Fischbach (4.v.l.) und Bürgermeister Michael Emmerich (4.v.r.) sowie den anderen Teilnehmern ein Haltesystem für Taschen, welches unter Berücksichtigung eines hohen Sicherheitsaspektes entwickelt wurde.
 
Fotos: Landkreis

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