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Blühflächen in Dorf und Stadt – auch ein Thema für den Naturschutz: Erfolgreiches Projekt mit vielen Mitwirkenden

(Pressemitteilung Nr. 214/2012 vom 25.05.2012)
Marburg-Biedenkopf – „Blütenreiche Gärten und Grünflächen werden auch in unseren Dörfern und Städten immer seltener. Häufig werden sie durch intensiv genutzte, wenig strukturierte Rasenflächen oder reine Nutzgärten verdrängt. Die typischen Bauerngärten von früher haben mittlerweile Seltenheitswert“, sagte Landrat Robert Fischbach bei einem Pressetermin in Niederwalgern.

Dies habe vor allem auch immense Folgen auf unsere Insektenwelt. Für unsere heimischen Bestäuber, wie zum Beispiel Hummeln, (Wild-) Bienen und Schmetterlinge, stehe immer weniger adäquater Lebensraum zur Verfügung – ihre Lebensgrundlage werde ihnen dadurch mehr und mehr entzogen, ergänzte Petra Schöck von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde in Niederwalgern ein Projekt gestartet, das zum Ziel hat, aus öffentlichen Grünflächen wieder bunte, artenreiche Lebensräume mit Pflanzenbeständen zu schaffen, die man als „gebietsheimisch“ bezeichnen kann.

Bürgermeister Peter Eidam und Ortsvorsteher Heinz Heuser erläuterten zusammen mit der Umweltberaterin der Gemeinde, Dr. Heike Rupp, Andreas Guth vom Büro für Landschaftsanalyse in Wetzlar und aktiven Bürger der „Heinzelmännchen Niederwalgern“ wie die Idee entstanden ist und umgesetzt wurde. „Es ist ein tolles Projekt, an dem viele Menschen mitgewirkt und angepackt haben“, sagte Peter Eidam.

Diese Idee wurde demnach im Rahmen des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ entwickelt, in dessen Prozess eine ökologische Gestaltung und Entwicklung von öffentlichen Grünflächen durch die Bewertungskommission vorgeschlagen wurde. Gesagt getan, – die Idee für das Pilotprojekt „Blühflächen im Dorf“ war geboren. In Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und dem Fachbereich Ländlicher Raum und Verbraucherschutz des Landkreises sowie unter Einbeziehung einer Fachfirma, dem Büro für Landschaftsanalyse in Wetzlar haben die „Niederwälger Heinzelmännchen“, allen voran Ortsvorsteher Heinz Heuser, die Projektplanung und -umsetzung vorangetrieben. Das Projekt wurde auf einer Fläche des Eingangsbereichs vor dem Bürgerhaus begonnen, weitere Grünbereiche im Ort sollen folgen.

Da unsere Gärten und Grünflächen meist sehr nährstoffreich sind, kann es notwendig sein, einen Bodenaustausch vorzunehmen, um das verfolgte Ziel zu erreichen, nämlich die Herstellung einer arten- und strukturreichen Blumenwiese. Dies war auch in Niederwalgern der Fall. Vor Einsaat und Bepflanzung musste der vorhandene Boden durch eine nährstoffärmere Bodenauflage ausgetauscht werden. Diese Arbeiten wurden mit Elan und großer Tatkraft von den „Niederwälger Heinzelmännchen“ übernommen. Anschließend brachten sie in Zusammenarbeit mit der Fachfirma auch die Pflanzen und das Saatgut vor Ort ein. Auf diese Weise sollen im Prinzip drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Blühflächen an sich sorgen nicht nur für eine ökologische Aufwertung unserer Umwelt, sondern gleichzeitig zu einer Steigerung des ästhetischen Wohlbefindens der Menschen und mittelfristig zu einem geringerem Pflegeaufwand.

Besonders wichtig und bemerkenswert aus der Sicht des Naturschutzes ist, dass es sich nicht nur um eine Anlage von beliebigen Blühflächen, sondern vielmehr um eine Ansaat bzw. ein Anpflanzen gebietsheimischer Blühpflanzen handelt. Damit wurde nicht nur eine Erhöhung der Strukturvielfalt, sondern auch eine besondere ökologische Wertigkeit dieser Flächen als Lebensraum für unsere heimische Tierwelt erlangt. Aus diesem Grunde war es möglich als Anschub, die Initiative der Bürgerinnen und Bürger aus Niederwalgern sowohl mit einem finanziellen Beitrag der Gemeinde Weimar als auch der Naturschutzbehörde des Landkreises Marburg-Biedenkopf zu unterstützen.

Durch diese nicht nur unkomplizierte und unbürokratische, sondern auch äußerst kooperative Zusammenarbeit, konnte innerhalb kürzester Zeit der Grundstein für ein in Zukunft „blühendes Niederwalgern“ gelegt werden.
 

  Auf dem Weg zu bunten, arteinreichen Grün- und Blühfläche: Ein Areal am Bürgerhaus in Niederwalgern ist jetzt bepflanzt worden und soll sich zu einer blühenden Fläche entwickeln. Akteure und Vertreter der beteiligten Institutionen, der Gemeinde und des Kreises nahmen die Fläche jetzt in Augenschein. (Foto: Landkreis)
Auf dem Weg zu bunten, arteinreichen Grün- und Blühfläche: Ein Areal am Bürgerhaus in Niederwalgern ist jetzt bepflanzt worden und soll sich zu einer blühenden Fläche entwickeln. Akteure und Vertreter der beteiligten Institutionen, der Gemeinde und des Kreises nahmen die Fläche jetzt in Augenschein.
(Foto: Landkreis)

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