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Arbeitskreis wandelt auf den Spuren der Posträuber – Am Originalschauplatz in der Subach bei Mornshausen tauchen Historiker in die Geschichte eines Verbrechens ein, das vor 189 Jahren begangen wurde

(Pressemitteilung Nr. 212/2011 vom 10.06.2011)
Marburg-Biedenkopf – Auf den Spuren der Posträuber, die im Mai 1822 in der „Subach“, unweit des Gladenbacher Stadtteils Mornshausen, einen Geld- und Posttransport überfielen, sind jetzt Mitgliedes des Arbeitskreises Lokalgeschichtsforschung gewandelt. Unter der Führung von Manfred Burk, einem ausgewiesenen Kenner dieses lokalgeschichtlichen Ereignisses, wanderte die Gruppe von Mornshausen auf der Postraubroute hin zu dem Ort, an dem vor 189 Jahren neun Banditen aus Kombach in einem steilen Hohlweg das „Geldkärrnchen“ überfielen, Kutscher und Wachsoldat fesselten und das Geld raubten. Die Beute: 10.662 Brabanter Thaler in Gold – heute annähernd ein Millionenbetrag.

Durch eine kleine Schauspieleinlage, in der Armin Platt von einer heimischen Schauspielgruppe und Dr. Markus Morr, Kulturreferent des Landkreises Marburg-Biedenkopf, in die Rolle zweier Diebe schlüpften, wurde das Geschehen aus dem Mai 1822 am Originalschauplatz lebendig.

Manfred Burk, der sich intensiv mit der Geschichte des Postraubes in der Subach auseinandergesetzt und dabei viele Details und Hintergrundinformationen recherchiert hat, konnte den Teilnehmern der Exkursion interessante Einblicke in das Geschehen geben. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass der Hessische Rundfunk das Thema aufgriff: 1971 wurde der Stoff von Volker Schlöndorff unter dem Titel „Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach“ preisgekrönt verfilmt. Burk übernahm während der Dreharbeiten die Rolle eines Komparsen und konnte den Filmemachern dabei wertvolle Tipps und Hinweise zu den historischen Wurzeln dieser Geschichte geben.

Sehr engagiert berichtete Manfred Burk den Mitgliedern des Arbeitskreises wie der Überfall von statten ging und wie sich die Diebe in ihrem plötzlichen Reichtum verhielten – und selbst verrieten: Sieben der neun Diebe wurde der Reichtum zum Verhängnis: Sie verrieten sich durch überschwänglichen Lebenswandel. Nach intensiven Ermittlungen des „Criminalrichters Danz“ wurde sie nach und nach dingfest gemacht und wanderten zunächst ins Gefängnis nach Gießen, wo ihnen der Prozess gemacht wurde. Zwei von ihnen begingen Selbstmord, fünf andere wurden 1825 auf dem Gießener Marktplatz hingerichtet – „durch das Schwert vom Leben zum Tode gebracht“. Zwei der Räuber verschwanden – einer nach Amerika, der andere, so die Überlieferung, vermutlich nach Südafrika.

Die Mitglieder des Arbeitskreises lauschten gespannt den Ausführungen von Manfred Burk, der das Geschehen so lebendig schilderte, als sei er selbst dabei gewesen. „Hier wird Lokalgeschichte begreifbar und erlebbar“, so die Meinung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, als sie sich bei einer Rast mit einem „Posträuberbrot“ einer heimischen Bäckerei stärkten.
 

  Manfred Burk (Bildmitte) erläuterte den Mitgliedern des Arbeitskreises Lokalgeschichte die Geschichte des Postraubs in der Subach aus dem Jahr 1822 am Originalschauplatz im Wald bei Mornshausen. Foto: Landkreis
Manfred Burk (Bildmitte) erläuterte den Mitgliedern des Arbeitskreises Lokalgeschichte die Geschichte des Postraubs in der Subach aus dem Jahr 1822 am Originalschauplatz im Wald bei Mornshausen.
Foto: Landkreis

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